Tagesarchiv für 2. Mai 2020

RT im Kino

Bombshell – Das Ende des Schweigens

Samstag, den 2. Mai 2020

Männer und die Macht. Und der Sex. Viele Frauen können ein trauriges Lied davon singen. Aber inzwischen wehren sie sich gegen solche Machos, die ihre Macht ausnutzen.
Die Handlung des Films “Bombshell – Das Ende des Schweigens” beruht auf wahre Begebenheiten. Das alles hat sich hinter den Kulissen des US-Nachrichtensenders Fox News tatsächlich so zugetragen.

Die Moderatorin Gretchen Carlson (Nicole Kidman) tritt eine Welle der Empörung los. Sie wirft Roger Ailes (John Lithgow), den Gründer von Fox News, vor, ihn sexuell genötigt zu haben.
Das kann alles gar nicht sein, und sie wolle sich nur wichtig machen – so ist der Tenor der Berichterstattung, und selbst unter den Kolleginnen bekommt sie keinen Rückhalt.
Dabei haben Kollegin Megyn Kelly (Charlize Theron) und neue Nachrichten-Produzentin Kayla Pospisil (Margot Robbie) Ähnliches erlebt. Aus Angst schweigen sie. Vorerst. Denn immer mehr Frauen machen öffentlich, was Roger Ailes mit ihnen gemacht hat und wie rücksichtslos Kerle wie er sein können.

Letztlich erzählt “Bombshell – Das Ende des Schweigens” ja keine neue Geschichten. Sie ist aber immer wieder erschütternd, weil man ja eigentlich kaum glauben will, wie Männer in Machtpositionen mit Frauen umgehen, was sie denken, sich leisten zu können. Und wie empört sie sind, wenn alles ans Licht kommt.
Deshalb ist dieser Film durchaus interessant, er hat seine spannenden Momente, er sorgt für Kopfschütteln. Es ist auch ein wichtiger Film, durchaus eine Art Zeitdokument.
Aber alles in allem dann doch zu wenig packend.

-> Trailer auf Youtube
-> Der Film auf Youtube (Gebühren)

Bombshell – Das Ende des Schweigens
USA 2019, Regie: Jay Roach
Wild Bunch, 109 Minuten, ab 12
6/10

Hits: 141

RTZapper

Warten auf’n Bus

Samstag, den 2. Mai 2020
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MI 29.04.2020 | 22.30 Uhr | rbb

Eine Bushaltestelle irgendwo in Brandenburg. Zwei Männer, die auf den Bus warten. Oder einfach nur so da rumstehen, denn mitfahren wollen sie nie. Sie reden einfach.
Das klingt erst mal nicht wirklich spannend. Und das auch noch acht Folgen lang, die der rbb momentan jeden Mittwochabend zeigt und schon komplett in die ARD-Mediathek gestellt hat: “Warten auf’n Bus” heißt die Eigenproduktion.

Die zwei Männer sind Hannes (Ronald Zehrfeld) und sein Kumpel Ralle (Felix Kramer). Stundenlang lungern sie an der Bushaltestelle am Rande des Dorfes rum und reden. Und irgendwann kommt dann auch mal der Bus mit der Fahrerin Katrin (Jördis Triebel).

Anfangs, bei Folge 1, weiß man nicht so genau weiß, was man davon halten soll. Warum die beiden Typen die ganze Zeit da rumsitzen, ist unklar. Was sie sich da zu erzählen haben, ist so mittelspannend. Insbesondere Ronald Zehrfeld nuschelt sich die ganze Zeit etwas zusammen, und man sucht schon die Taste für die Untertitel.
Das ändert sich aber, weil die Gesprächsthemen immer spannender werden. In einer Folge philosophieren die beiden über ihr bisherigen Leben, über ihre persönliche DDR-Geschichte. Über das Leben auf dem Brandenburger Land. Sie müssen sich von einer jungen Göre sagen lassen, wie rückständig sie sind – was sie natürlich empört. Es geht später darum, wie man mit Nazis umgehen soll, inklusive eines überraschenden Geständnisses mit anschließendem Streit. Zwischendurch müssen sie sich selbst mit dummen Nazis rumschlagen, und der Hund Maik spielt auch immer wieder eine Rolle.

“Warten auf’n Bus” ist eine kleine, aber sehr feine Produktion. Ronald Zehrfeld und Felix Kramer treffen nicht nur den Brandenburger Slang sehr gut. Es geht im Laufe der acht Folgen durchaus immer wieder um Themen, die die Menschen in der Region in irgendeiner Art und Weise bewegen könnten. Denn die beiden Männer sind keine, die zu den Überfliegern zählen. Sie haben keine aktuellen Erfolge vorzuweisen. Die Kunst ist aber, dass sich dennoch keinen Anlass für Häme bieten. Sie respektieren und mögen sich, und das geht den Zuschauern in der Regel bald auch so.
Nicht alle der acht Folgen sind Knaller, aber es gibt echt gute Momente in dieser Brandenburg-Serie.

-> Die komplette Serie in der ARD-Mediathek (bis 15. Oktober 2020)

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