Tagesarchiv für 6. April 2020

RTelenovela

Radtour (38): In Zeiten des Coronavirus

Montag, den 6. April 2020
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(37) -> 22.6.2019

In Zeiten des Coronavirus haben wir in Brandenburg glücklicherweise keine Ausgangssperre. Und auch während der Kontaktsperre ist Sport an der frischen Luft erlaubt. Und dazu gehört auch das Fahrradfahren.
Also nutzte sich den Sonnenschein-Sonntag, um mich aufs Rad zu schwingen.

Ich radele durch die Oranienburger Innenstadt. Es ist ja nicht so, dass am Sonntagnachmittag in Oranienburg unheimlich viel los wäre. Aber es ist noch weniger los, als sowieso schon. Es fahren kaum Autos, und plötzlich fällt auf, wie unfassbar laut, der Schienenersatzverkehrsbus ist. Und wie sehr er stinkt. Normalerweise merkt man das im Lärm und allgemeinen Gestank gar nicht.

Weiter geht es Richtung Lehnitzschleuse. Ein paar Radler kommen mir entgegen, ein paar Rollschuhfahrer und wenige Spaziergänger. An der Schleuse biege ich auf den Radweg entlang des Oder-Havel-Kanals.
Auch hier geht es entspannt zu. Ein paar Radler, meistens zu zweit, selten verbotenerweise zu dritt. Am Ufer auf der anderen Seite, wo die Sonne scheint, liegen an vielen Stellen Menschen. Sicherlich Familien.
In Friedrichsthal erreiche ich die Grabowseebrücke. Direkt dahinter, an der ehemaligen Fähre, ist ein Ausflugslokal. Das ist natürlich – wie alle anderen Lokale – geschlossen, aber einen Außer-Haus-Verkauf gibt es – wie meistens – auch dort. Allerdings muss man einen 1,50 Meter großen Sicherheitsabstand zu den anderen Leuten halten, und seine Bockwurst muss man im Gehen am Wasser essen – oder das Radler trinken.
Ein paar Leute sind zwar da, aber auch das ist alles vollkommen entspannt.

Ich fahre weiter durch Friedrichsthal und Sachsenhausen, am dortigen Bahnhof vorbei, bis nach Oranienburg. Ich biege ab zum Schlosshafen, radele am Schloss vorbei, auf der Havelpromenade, über das Blaue Wunder und die Pferdeinsel. Überall ist wenig los, von Massenaufläufen ist glücklicherweise nirgendwo etwas zu sehen.
Aber mir werden die Muskeln schwer. Gut, dass ich wieder zu Hause ankomme…

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RTZapper

Deutschland sucht den Superstar: Das große Finale 2020

Montag, den 6. April 2020
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SA 04.04.2020 | 20.15 Uhr | RTL

Ramon Roselly ist Deutschlands 17. Superstar.
Na ja, die Sache mit dem “Superstar” ist ja nicht so einfach. Sicherlich hat Deutschland ein paar mehr Superstars, aber wenn es heißt “Deutschland sucht den Superstar”, dann wird am Ende eben auch einer gefunden. Wobei der Sieg in der Castingshow nicht heißen muss, dass wirklich ein Superstar gefunden ist.
Deutschlands 16. Superstar hieß 2019 Davin Herbrüggen. Er hielt sich mit seiner Singele genau eine Woche in den Charts, dann war’s das. Bis auf Krankenkassen-Reklame.

Bei Ramon Roselly könnte das anders sein. Der der junge Mann aus Zschernitz in Nordsachsen singt Schlager – und es ist nicht mal Schlager-Pop. Er hat sich die ganz alten Hits ausgesucht, singt so was wie “Rote Lippen soll man küssen” oder “Du hast ja Tränen in den Augen” oder “100 Jahre sind noch zu kurz”. Es sind die ganz alten, scheinbar unmodernen Songs, die er wieder vorkramt und die er in die heutige Zeit überträgt. Es sind Lieder, die irgendwie eine sympathische, gute Laune verbreiten, aber bei weitem nicht mit Mallorca-Schlager zu tun haben.
Damit besetzt er eine Nische, und damit könnte er abseits des DSDS-Rummels Erfolg haben – zumindest ist seine Chance alles andere als schlecht.
Dass sein Sieg nicht überraschend war, erkennt man daran, dass Dieter Bohlen mit “Eine Nacht” einen Song geschrieben hat, der zwar von allen vier Finalisten eingesungen worden ist, der aber für Ramon Roselly perfekt komponiert worden ist.

Damit endet eine denkwürdige DSDS-Staffel. Während in der ersten Live-Show wenigstens noch Freunde und Familien der Kandidaten im Studio jubeln durften, herrschte in den letzten drei Shows weitgehend Stille. Wegen des Coronavirus musste auch “Deutschland sucht den Superstar” ohne Publikum auskommen. Man behalf sich mit eingespieltem Applaus, und für die Zuschauer machte es letztlich nur wenig Unterschied. Für die Kandidaten war es jedoch schade, dass sie nie die Chance hatten, vor großem Publikum auftreten konnten, was ja der eigentliche Reiz der Live-Shows ist.

Denkwürdig war natürlich auch der Wechsel in der Jury für die Live-Shows. Nachdem sich Xavier Naidoo ins Aus geschossen hat, wurde er durch Florian Silbereisen ersetzt. Und der hat seine Sache erstaunlich gut gemacht – sehr viel besser als Xavier Naidoo. Silbereisen hat große Ahnung von Musik und Performance, und man merkte, dass seine Kritiken fundiert waren. Dass die Staffel recht schlagerlastig war, kam ihm wahrscheinlich auch zugute.

Jetzt wird es spannend, zu sehen, wie sich Ramon Roselly in der Schlagerwelt schlägt – wenn denn irgendwann die Coronavirus-Zeit zu Ende ist…

-> Die Sendung bei TV Now

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