Tagesarchiv für 28. März 2020

aRTikel

Verunsicherung nach positivem Corona-Test

Samstag, den 28. März 2020
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Familie Welke aus Bärenklau hätte sich schneller konkrete Informationen vom Gesundheitsamt gewünscht

MAZ Oberhavel, 28.3.2020

Bärenklau.
Der Corona-Test war positiv. Und für Angelika Welke (62) aus Bärenklau begann eine Zeit der Unsicherheiten. Ebenso für ihren Mann Hagen (63), der die Lungenkrankheit COPD hat.
Sie arbeitet in einem Berliner Warenhaus. „Da hatte sie mit jemandem Kontakt, der Corona-positiv getestet wurde“, erzählt Hagen Welke in einem Gespräch mit der MAZ. Der Kontakt geschah am 10. März. Am 13. März ist sie von ihrem Arbeitgeber informiert worden. „Wir sollten uns dann beim Gesundheitsamt melden“, so der Bärenklauer weiter. Aber am Freitagnachmittag sei niemand erreichbar gewesen, auch am Wochenende hatten sie niemanden erreicht – erst am Montag, 16. März. Am Tag danach sollte Angelika Welke zum Test. „Soll ich auch mit?“, fragte ihr Mann, immerhin gehört er mit seiner Krankheit zur Hochrisikogruppe. „Die Antwort war: Nein, brauche ich nicht. Ich war ja nicht in Kontakt“, so erzählt er.

Am 18. März stand dann fest, dass seine Frau infiziert ist. Damit verbunden war nun, dass sie angeben musste, mit wem sie seit dem 12. oder 13. März Kontakt gehabt hatte. „Aber das war fast nur die Familie“, so Hagen Welke. „Ich wollte dann natürlich wissen: Und was ist mit mir?“ Er konnte am 19.  März ebenfalls einen Test machen. Das Ergebnis ließ jedoch auf sich warten. „Am Montagnachmittag wollte ich wissen, was aus meinem Test geworden war. Die Antwort am Telefon lautete: Ich weiß nichts davon.“ So was trage nicht gerade zur Beruhigung bei, sagte der Bärenklauer. Das alles sorgte bei den Hagens für Verunsicherung. Natürlich waren sie nun in häuslicher Quarantäne. Aber wie lange? War die Zeit der Quarantäne für beide gleich? Und was bedeutet das für das Zusammenleben, wenn sie positiv ist und er negativ?

Die Welkes kritisierten noch Mitte dieser Woche, dass die Informationen nur spärlich gewesen seien. Etwas Schriftliches hatten sie zu dem Zeitpunkt immer noch nicht. Zwar habe es jeden Tag Anrufe durch das Gesundheitsamt gegeben, aber solche konkreten Fragen habe man dort nicht beantwortet bekommen.
Deshalb hatte sich die MAZ am Mittwoch an die Kreisverwaltung in Oranienburg gewandt. „Personen, bei denen ein positiver SARS-CoV-2 Befund gemeldet wird, werden durch Mitarbeitende des Gesundheitsamtes in einem Erstgespräch darüber telefonisch in Kenntnis gesetzt“, teilte Kreis-Pressesprecherin Ivonne Pelz mit. Es erfolge eine mündliche Belehrung darüber, dass enge Haushaltsmitglieder zu den Kontaktpersonen der Kategorie 1 gehören und somit eine häusliche Absonderung für 14 Tage erforderlich sei. „Dabei wird auch erfragt, ob sich besonders schutzbedürftige Personen oder Personen einer Risikogruppe im Haushalt befinden, die dann bei Möglichkeit gesondert einen Aufenthalt wählen müssen.“ Den Welkes aber scheint das nicht so ganz gesagt worden zu sein. Allerdings bekamen sie noch am Mittwoch einen Anruf, und inzwischen ist auch der Brief mit dem schriftlichen Bescheid da – auch mit den Hinweisen zum Zusammenleben.

So langsam kehrt Ruhe bei den Welkes ein. Der Krankheitsverlauf bei Angelika Welke ist milde verlaufen. Husten und dazu Kopfschmerz – allerdings: kein Fieber. „Sie hatte in dieser Zeit oft nicht mal 36 Grad“, sagte ihr Mann. Die Quarantäne der beiden endet in der kommenden Woche.

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RTZapper

Die Sat.1 Comedy Konferenz – Promis in Quarantäne

Samstag, den 28. März 2020
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DO 26.03.2020 | 20.15 Uhr | Sat.1

Wie schlimm muss es eigentlich sein, vier Stunden lang alleine zu Hause vor einer Webcam zu hocken, um ab und zu mal ein laues Witzchen abzulassen?
Nicht genug, dass so viele Prominente – wie ja so viele Menschen auf der Welt – eine Kontaktsperre haben und in Quarantäne sitzen, nun werden sie auch noch stundenlang gezwungen, so zu tun, als seien sie unglaublich gut drauf und hätten gute und lustige Ideen.
Auf unglaubliche mehr als vier Stunden zog sich am Donnerstagabend “Die Sat.1 Comedy Konferenz”, und wenn man nach Mitternacht eingeschaltet hat, um festzustellen, dass die immer noch live auf Sendung sind, konnte die alle einem schon ziemlich leid tun.

In diesen Tagen lernen die Fernsehmacher einiges dazu. Erstens: Plötzlich können sie alle sehr spontan sein und Sendungen binnen vier Tagen Überlegungszeit auf Sendung schicken. Zweitens: Eine flotte Idee macht noch keine gute Sendung.

So langsam nimmt mein Interesse an den Coronavirus-Sondersendungen ab. Wir warten alle, dass es vorbeigeht, und jetzt wollen wir lieber Zerstreuung.
Aber ist Zerstreuung, Promis dabei zuzusehen, wie auch sie zu Hause rumsitzen und über ihre miese Internetleitung mit ihrer noch mieseren Heimtechnik so zu tun, als könnten sie uns unterhalten? Wollen wir uns wirklich geschlagene vier Stunden ansehen, wie Comedians (und Sarah Lombardi) in lauer Bild- und Tonqualität laue Gags loslassen?

Dass sich Promis zusammenschalten ist ja an sich eine schöne Idee. Aber auch in Zeiten des Coronavirus sollte es nicht zu viel verlangt sein, sich ein bisschen Mühe zu geben. Sich einfach nur vor eine billige Webcam zu setzen, kann kein Konzept für eine vierstündige Unterhaltungssendung sein.

-> Die Sendung auf sat1.de

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RTelenovela

Musizieren in Zeiten des Coronavirus

Samstag, den 28. März 2020
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Uns steht wieder ein Wochenende bevor, an dem wir sehr viel Zeit haben werden. Da ist es doch toll, wenn die Familie sehr musikalisch ist. In der Oranienburger Mittelstraße musizieren beispielsweise Christel und Manfred Specht jeden Abend um 19 Uhr auf ihrem Balkon „Der Mond ist aufgegangen“.
Am Donnerstagabend gab es zusätzlich noch ein Geburtstagslied für Laura, die in der Nachbarschaft wohnt.

Einfach klasse – mit einem Aber: Wenn die Familie spielt, sollten sich die Leute nun nicht zwingend auf die Straße stellen. Das ist ja gerade nicht Sinn der Sache. Deshalb die Bitte und die Idee: Bitte bleibt zu Hause! Stellt euch um 19 Uhr auf den Balkon oder ans offene Fenster und spielt und singt mit! Irgendwie kann man sich sicher auf ein Lied einigen, „Der Mond ist aufgegangen“ ist ja schon ein guter Anfang. Und wenn alle an ihren Fenstern stehen und mitsingen – dann wäre das eine wirklich großartige Sache!

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