Tagesarchiv für 17. März 2020

aRTikel

Seit 60 Jahren für Senioren im Dienst

Dienstag, den 17. März 2020
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1960 übernahm Inge Meier in Eichstädt ein Ehrenamt, das sie bis heute nicht loslässt – sie leitet den Club der älteren Mitbürger – das Jubiläum ist den meisten im Dorf gar nicht bekannt

MAZ Oranienburg, 17.3.2020

Eichstädt.
Es ist ein Jubiläum, das es vermutlich nicht so oft gibt. Seit 60 Jahren kümmert sich Inge Meier um die Seniorenarbeit in Eichstädt. Die heute 82-Jährige ist die Vorsitzende des Seniorenclubs im Dorf. Schon seit 1960 ist es ihre ehrenamtliche Aufgabe, sich um die älteren Mitbürger – zu denen sie ja inzwischen selbst gehört – zu kümmern.

Und das kam so: Seit 1958 lebt Inge Meier in Eichstädt. Sie stammt aus dem Norden, geboren bei Anklam. Später lebte sie in Stralsund. Inge Meier lernte den Beruf der Erzieherin. Als es darum ging, sich zu bewerben, tat sie das im damaligen Kreis Oranienburg. „Mein Vater war zuvor nach Zühlsdorf gezogen“, erzählt sie. In Eichstädt war damals eine Stelle als Kitaleiterin frei. Das war ihr Start im Dorf. Gleich zu Beginn mit gerade einmal 20 Jahren eine hohe Verantwortung. „Das ist nicht zu empfehlen“, sagt sie schmunzelnd. „Was ich gelernt habe, konnte ich nicht umsetzen. Die Bedingungen waren ganz anders.“ Der Gegenwind durch die Eltern war groß. „Das ging ein paar Jahre so.“ Dann jedoch war sie etabliert, die Arbeit mit den Kindern habe immer großen Spaß gemacht. 40 Jahre blieb sie in der Kita, davon 37 als Leiterin.
Mit den Kitakindern sei sie oft bei den Senioren zu Gast gewesen, um zum Geburtstag zu gratulieren oder zu singen. „Da wurde ich dann angesprochen: Können wir uns nicht mal irgendwann treffen? Das haben wir dann auch gemacht.“ Das war 1960. Damals begann ihre Arbeit mit den Senioren, damals noch über die Volkssolidarität. „Das hat sich alles so ergeben, wir haben uns zusammen etwas aufgebaut.“ Auch wenn sie den Vorsitz hat – alleine war sie in diesem Ehrenamt nie. Heute gibt es im Vorstand des Seniorenclubs fünf Mitglieder. Auch Christa Fritsch ist, wie Inge Meier weiß, schon seit 60 Jahren dabei.

In sechs Jahrzehnten seien viele gekommen und gegangen. „Aber ich habe jetzt die erste in der Gruppe, die ich auch im Kindergarten hatte“, erzählt sie. „Anfangs waren wir so um die 15 Leute, das hat sich später gesteigert.“ In den 90ern war die Aktivität im Seniorenclub zwischenzeitlich nicht ganz so groß, die Kaffeenachmittage habe es aber immer gegeben. „Als ich 1998 aufgehört habe zu arbeiten, da konnte ich dann auch neue Kraft reinstecken.“ Inzwischen ist die Gruppe um die 25 bis 30 Leute stark.
Die Kaffeenachmittage im Saal des Gemeindehauses in Eichstädt sind immer sehr gut besucht. Nur die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger, der die Leitung des Clubs übernehmen könnte, ist offen. Mit ihren 82 Jahren denkt Inge Meier verstärkt darüber nach.

Durch die Corona-Krise sind nun auch die Veranstaltungen der Senioren in Eichstädt ausgesetzt. „Aber es gibt ja das Telefon“, sagt Inge Meier. So könne zu den anderen ebenfalls Kontakt gehalten werden. Sie selbst strickt außerdem sehr gern, und auf ihrem Tisch liegt immer ein Tablet. Auf dem handlichen Computer löst sie Rätsel, sucht über Google aber auch schon mal nach Dingen, die sie interessieren. „Das ist schon eine tolle Erfindung“, findet sie.

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RTelenovela

Kantine in Zeiten des Coronavirus

Dienstag, den 17. März 2020
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Inzwischen schafft man sich ja kleine Inseln des Abschaltens. Deshalb habe ich mich am Montag auch gefreut, dass ich schnell noch Zeit hatte, in meine Oranienburger Stamm-Kantine zu fahren. Aber schon vor dem Eingang war klar – auch hier spielt das Coronavirus eine sehr große Rolle.

An der Tür klebte ein Schild, dass es am anderen Eingang eine Automatiktür gebe – falls man die Klinke nicht anfassen will.
Drinnen roch alles nach Desinfektionsmittel. Die Tische standen weiter auseinander. Die Abstände, die man jetzt halten muss, werden dort eingehalten. Wenn jemand am Tisch sitzt, liegt ein Zettel auf dem Tisch, dass man sich danach dort nicht hinsetzen dürfe, weil nach jedem Gast, neu gesäubert werde.

Wer am Tresen das Essen holt, kann sich kein Besteck mehr nehmen, sondern man bekommt es vom Personal in die Hand gedrückt, eingewickelt in Papier.

Einerseits drückt das erneut die Stimmung, wie überhaupt eine merkwürdig gedämpfte Stimmung herrschte. Andererseits fand ich es aber beeindruckend und auch ehrlich erfreulich, wie sehr sie sich im “Bistro 23” Gedanken gemacht haben und alles umgesetzt haben, was in der Krise zu tun ist. Das kann nur heißen, dass ihnen die Kunden wichtig sind.
Ganz anders übrigens als im Oranienburger Lokal, wo am Sonntag quasi null Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden waren.

Und dann war da noch der Mann, der sich an meinen Tisch setzen wollte. An der Ecke, quasi 50 Zentimeter neben mir. Ich guckte ihn an und bat ihn, sich entweder schräg gegenüber oder an einen anderen Tisch zu setzen. Er tat Letzteres. Ob er es verstanden hat, weiß ich nicht. Vielleicht fand er mich komisch. Andererseits wäre mir das auch in normalen Zeiten so dicht unangenehm gewesen. Gerade weil noch so viel frei war.

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RTZapper

Wer schläft, verliert!

Dienstag, den 17. März 2020
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SA 14.03.2020 | 20.15 Uhr | ProSieben

Das hat man bei ProSieben wohl nicht ganz zu Ende gedacht, obwohl die Idee spannend klingt. Acht Promis durften 60 Stunden nicht schlafen. Nach diesen 60 Stunden mussten durften sie dann in die Fernsehshow “Wer schläft, verliert!” live am Sonnabendabend bei ProSieben.

In der Show ging es einerseits darum, zu schauen, wie gut es ihnen nach diesen 60 Stunden wach geht, was sie noch können, was schwierig für sie ist oder ob sie gar einschlafen.
Und da saßen sie nun: Simon Gosejohann, Wayne Carpendale, Paula Lambert, Candy Crash, David Odonkor, Manuel Cortez, Natascha Ochsenknecht und Cheyenne Ochsenknecht. Alle müde. Alle matt. Alle dösig.
Das kann lustig sein. Was man aber offenbar nicht bedachte: Das kann auch extrem, nun ja, ermüdend sein.
Wenn man drei Stunden Stars ansehen darf, die wie ein Schluck Wasser auf den Stühlen rumlümmeln, dann ist das nicht gerade aufbauend. Und das alles – aber dafür konnte ja ProSieben nichts – ohne Publikum, weil das in der Coronakrise nicht mehr erlaubt ist. Es herrschte somit drei Stunden lang eine dösige Ruhe.

Die Promis durften Federn von A nach B pusten, sie mussten sich Dinge merken und andere ganz spannende Dinge. Nach 60 Stunden wach reagierte der eine oder die andere schon leicht gereizt: „Ich dachte, wir nehmen hier an einem wissenschaftlichen Experiment teil! Was soll das denn?“, nölte Paula Lambert, und eigentlich war das viel spannender als die Spiele selbst.
Wer verlor, der musste sich in ein Bett legen – und durfte auch dort nicht einschlafen. Denn wer einschlief, sollte verlieren. Das Problem: Es schlief keiner ein.
Als alle Spiele gespielt waren, mussten deshalb alle Kandidaten ins Bett. Das war der interessanteste Augenblick der Show, denn sie drohte zu eskalieren. Denn die Promis hatten eigentlich keine Lust, sich im Studio schlafen zu legen. Die Show war schon am Überziehen, und wie lange die Promis ins Bett müssen, mit Tuch überm Kopf und Kopfhörer, konnte oder wollte Moderator Thore Schölermann nicht sagen. Stundenlang könne das dauern. Woraufhin Wayne Carpendale genervt mitteilte, er würde jetzt nach Hause gehen. Schölermann – sehr verdutzt- musste ihn ziehen lassen, und als auch Candy Crush gehen wollte, ging es erst mal in die Werbung.

Dabei war der Clou ein anderer, und Thore Schölermann hatte es auch in der Show erwähnt. Denn wenn er “La Le Lu” singt, müssen die Promis aufspringen und einen Buzzer drücken. Daran müssen sie sich aber erinnern, und offenbar hat der Moderator das an der Stell extra nicht erwähnt.
Als die sechs restlichen Promis dann wirklich ins Bett gingen, pennte Simon Gosejohann auch gleich ein und wach auch nicht auf, als Thore Schölermann tatsächlich begann, zu singen.
Natascha Ochsenknecht war es, die aufsprang – und dann gewann. Und das, obwohl sie zwei Stunden verdunkelt im Bett lag und auch nach 63 Stunden nicht einschlaf. Eine echte Konzentrationsleistung.

“Wer schläft, verliert!” war die vermutlich wunderlichste Show des Jahres, und es wirkte am Ende, als ob alle Beteiligten – auch der Moderator – froh waren, dass sie endlich nach Hause gehen dürfen.

-> Die Sendung bei Joyn

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ORA aktuell

Coronavirus: Oranienburg schließt alle städtische Einrichtungen

Dienstag, den 17. März 2020
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Die Sicherheitsmaßnahmen wegen des grassierenden Coronavirus betreffen nun auch alle städtischen Einrichtungen Oranienburgs. Die Stadtverwaltung im Schloss ist für die Öffentlichkeit geschlossen. Telefonisch seien die Mitarbeiter aber weiter erreichbar, teilte Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) am Montag mit. Die persönliche Bearbeitung eines Anliegens erfolge nur nach vorheriger telefonischer Absprache und auch nur in zwingend notwendigen Fällen. Dazu zählen die Anmeldung von Geburten, Aushändigung von Urkunden (sofern sie nicht per E-Mail angefordert werden können), die Anmeldung einer Eheschließung, Personalausweis, Reisepass und Führungszeugnis. Trauungen gibt es weiterhin – allerdings nur mit kleinem Anhang von zehn Leuten.

Ab Dienstag geschlossen bleiben der Schlosspark, die Tourist-Information (telefonisch weiter erreichbar unter 03301/600-8111), die Stadtbibliothek, die Turnhallen für den Freizeitsport, Jugendclubs, Dorfgemeinschaftshäuser, das Regine-Hildebrandt-Haus, Bürgerzentrum und der Eltern-Kind-Treff.

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