Tagesarchiv für 9. März 2020

RTZapper

Koch mal Anders

Montag, den 9. März 2020
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FR 06.03.2020 | 13.45 Uhr | SWR-Fernsehen

Kochen ist ja eigentlich eine etwas langweilige Angelegenheit. Gerade, wenn man so schön ins Plaudern kommt. Da steht man dann in der Küche rum und kocht gar nicht mehr.
So schien es auch Thomas Anders und Francine Jodi zu gehen.

Thomas Anders, wir kennen ihn von Modern Talking, moderiert immer mal wieder Fernsehformate im Tagesprogramm. Mal geht es um Ahnenforschung, jetzt wandelt er auf den Pfaden von Alfred Biolek.
Der hat sich jahrelang in “Alfredissimo” Gäste zum Kochen eingeladen. Dann wurde geschnippelt, gebrutzelt und geplaudert, und Alfred Biolek hat mit seinen Mmmhhhmmms ausgedrückt, wie gut oder wie schlecht (“Ach, das schmeckt ja interessant!) es ihm schmeckt.

Die SWR-Sendung “Koch mal Anders” erinnert sehr stark an “Alfredissimo”. Denn auch diese Sendung beginnt, wenn Gast und Gastgeber schon plaudern. Und auch Thomas Anders schwadronierte zwischendurch, wie das mit den Mmmmhhhms so funktioniert.

Am Freitagnachmittag war die Schalgersängerin Francine Jordi zu Gast. Sie kochte Züricher Geschnetzeltes. Aber das spielte zwischendurch keine Rolle mehr. Anders und Jordi standen in der Küche und plauderten über ihre Schlagerkarriere. Dass in so vielen Shows aufgetreten sei, mit immer demselben Lied, und so viele Shows wie damals gibt es ja gar nicht mehr…
Und wer will denn bei so spannenden Gesprächen noch kochen?

“Koch mal Anders” dauert 45 Minuten. Es würde der Sendung aber gut tun, sie mehr zu straffen – Alfred Biolek haben ja 30 Minuten einst auch gereicht. Da war kein Platz für überflüssige Labereien.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 24. Februar 2021)

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RTelenovela

Wenn Blicke töten könnten

Montag, den 9. März 2020
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Ich bewundere Theaterschauspieler immer wieder dafür, wie viel Text sie sich merken können. Und dazu noch den Text von mehreren Theaterstücken, die sie spielen.
Johannes Hallervorden ist momentan mit “Schmetterlinge sind frei” im Schlosspark-Theater in Berlin-Steglitz zu sehen. Aber er spielt auch immer noch “Der letzte Raucher”, und auf der Theaterseite stehen noch mehrere andere Stücke.

Am Mittwochabend hatten es die Schauspieler nicht nur mit diversen hustenden Leuten zu tun. Irgendwo in den vorderen Reihen saß ein Herr, der immer recht laut das Stück kommentierte.
Es gibt Menschen, die nicht in der Lage sind, einfach mal den Mund zu halten. Oder zu flüstern, wenn es denn unbedingt sein muss. Oder Leute, die nicht begreifen, dass da vorne Schauspieler sind, die Rollen spielen. Da muss man die nicht auf eine merkwürdige Art “ansprechen”.

Die Schauspieler in “Schmetterlinge sind frei” – neben Hallervorden auch die wunderbare Julia Biedermann und Helen Barke – haben sich davon nicht beirren lassen.
Aber zum Schluss – als das Stück vorbei war und die Schauspieler zum Bühnenrand kamen – warf Johannes Hallervorden in Richtung des Störers einen wütenden Blick und ein Kopfschütteln. Wenn Blicke töten könnten, hätte es im Theater an diesem Abend sicherlich ein Opfer gegeben.

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