Tagesarchiv für 6. März 2020

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STRG_F: Joko und Klaas – So faken sie ihre Videos

Freitag, den 6. März 2020
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DI 03.03.2020 | 17.00 Uhr | Funk

“Late Night Berlin” und “Duell um die Welt” mit Joko und Klaas sind Unterhaltungsshows. Ganz klar. Aber wie wahrhaftig muss so eine Unterhaltungsshow sein? Wenn man den Zuschauern sagt, dies und das sei genau so geschehen – ist es dann nicht schlimm, wenn dies und das eben nicht so geschehen ist, wie man es den Zuschauern weismachen will?

Das Recherchemagazin “STRG_F” der ARD/ZDF-Jugendplattform Funk hat am Dienstagnachmittag für Wirbel gesorgt. “Joko und Klaas: So faken sie ihre Videos” ist der Titel eines Beitrages, der es in sich hat.

Die Vorwürfe: In “Late Night Berlin” gab es einen Beitrag, wo ein Fahrraddieb auf frischer Tat erwischt und ihm durch aufwendige Aktionen sein Tun verdeutlicht worden ist. Die Szene ist mindestens zweimal gedreht worden, der Dieb war somit nicht echt, eingeweiht oder ein Schauspieler.
Ein Tinder-Date in “Late Night Berlin”, das sehr außergewöhnlich verlief, soll unecht gewesen sein, die überraschte Frau sei eine Schauspielerin gewesen. Zeugen berichteten von den Dreharbeiten.
Ein Ballonflug im “Duell um die Welt” kann so nicht stattgefunden haben. Schauspieler Edin Hasanović soll angeblich hoch oben alleine gelassen worden sein. Aber war das wirklich so? War seine Panik nicht echt? Es gibt großen Zweifel.
Sophia Tomallas “Entführung” quer durch Europa hat so nicht stattgefunden, die wurde an mehreren Tagen gedreht. Dass sie vom blinden Fallschirmsprung nichts wusste, darf bezweifelt werden.

Das sind harte Vorwürfe gegen Joko und Klaas, gegen die Produktionsfirma Florida TV und gegen ProSieben, wo das alles lief.
Man gibt sich verschnupft, räumt dies und das kleinmütig ein, aber es wirkt, als sei man verwundert, dass man sich darüber aufrege, dass in Unterhaltungssendungen nicht alles so verläuft, wie man das weismacht. Ist doch nur Unterhaltung!

Nein!
Darf Unterhaltung nicht wahrhaftig sein? Darf man die ganze Zeit so tun, als sei das alles wirklich so geschehen, wenn es so gar nicht war?
Die Antwort ist klar.
Denn ein Einspielfilm wie der mit dem Fahrraddieb in “Late Night Berlin” wäre nicht mehr halb so lustig, wenn man wüsste, dass das alles gefaked ist. Im Grunde ist das alles dann nur noch Theater.
Dasselbe gilt beim “Duell um die Welt”. Der Film mit dem Heißluftballon wäre nicht weniger lustig gewesen, wenn man am Ende aufgeklärt hätte, dass Edin Hasanović hätte gar keine Angst haben müssen, weil man diese und jede Maßnahmen getroffen hätte. So hätte man die Zuschauer unterhalten, es wäre immer noch spannend gewesen, und am Ende hätte man augenzwinkernd Fakten geschaffen.
Mätzchen wie die Entführungs-Europatour kann man sich dann dagegen sparen, denn wenn sie so nicht stattgefunden haben, funktionieren sie eben nicht.

Hier geht es um Glaubwürdigkeit, und da ist es schlicht egal, ob es sich um Unterhaltungsfernsehen handelt. Und da geht es auch nicht um Schnittbilder, die auch in gewisser Hinsicht “unecht”, aber eben nicht grundsätzlich eine Lüge sind. Wenn man einen Fahrraddieb auf den Arm nehmen will, dann muss das eben echt sein. Ist es nicht echt, kriegt man es auf echtem Weg nicht hin, dann muss man es halt lassen. Oder am Ende sagen: “So hätte das ablaufen können, wenn…”
Joko und Klaas stehen für gute Unterhaltung, sie stehen aber auch für Glaubwürdigkeit. Nun aber stehen alle ihre Aktionen unter einem anderen Eindruck.
War neulich die Bestrafungsaktion für den Schlüsseldienst echt? War der Typ echt? Ist Charlotte Roche wirklich mit bloßer Haut Bungee gesprungen?
Am Montag war Kurt Krömer zu Gast bei “Late Night Berlin”. Krömer und Klaas zofften sich, Krömer schlug um sich und zerstörte Studiomobilar. Wirkte wie Fake. War sicherlich Fake. Aber auch diese Aktion ist am Ende nicht aufgelöst worden. In diesem Fall war die Aktion eh absurd und übertrieben – und auch typisch Krömer – aber in irgendeiner Art und Weise hätte man das am Ende ja dennoch auflösen können. Alles davor wäre nicht weniger lustig gewesen.

Es ist spannend, ob und wie Joko und Klaas auf die Fakevorwürfe reagieren. Sie müssen reagieren. Und sie müssen Konsequenzen ziehen.
Ich bin großer Fan von ihren Aktionen und Sendungen. Wenn da jetzt ein großer Schatten drauf läge, dann wäre das unglaublich schade. Aber so kann das jedenfalls nicht weitergehen, wenn alle “STRG_F”-Vorwürfe stimmen.

-> Die Sendung auf Youtube

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ORA aktuell

Coronavirus: Veranstaltungen in Oranienburg abgesagt

Freitag, den 6. März 2020

Wegen des Coronavirus sind in Oranienburg die ersten Veranstaltungen abgesagt worden. So findet am Sonntag das “Fest für Mädchen und Frauen” in der Nicolaikirche nicht statt. “Aufgrund der nötigen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus verschieben wir das Fest in den Sommer”, hieß es am Donnerstag von den Veranstaltern.
Abgesagt ist auch die “Generation Youth Party”. Sie sollte am 14. März im Oranienburger Oranienwerk stattfinden und wurde vom Jugendbeirat organisiert. “Aufgrund der aktuellen Situation mit dem Coronavirus”, so Beiratschef Gero Gewald.

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RT liest

Wolfgang Schorlau / Claudio Caiolo: Der freie Hund

Freitag, den 6. März 2020

Versetzt. Für Antonio Morello ist das eine persönliche Katastrophe.Der Commissario muss Palermo und Sizilien verlassen. Stattdessen wird er in Venedig in den Dienst gesetzt.
In Sizilien nannte man ihn den “freien Hund”, er steht nun auf der Todesliste der Mafia. Denn er hat der Mafia zugesetzt und ließ korrupte Politiker festnehmen. Für seine Sicherheit konnte man nun nicht mehr garantieren – deshalb die Versetzung.
Und Morello hasst es. Hasst Venedig. Hasst die Versetzung.
Venedig ist voll, das Wasser trüb, alles ist laut, und selbst die Kirchenglocken vor seinem Fenster nerven. Und dann auch noch ein Mord – obwohl ja angeblich so was in Venedig nicht passiert, wie ihm vorher gesagt worden ist.
Der junge Anführer einer Bürgerinitiative, die gegen die riesigen Kreuzfahrtschiffe in der Stadt kämpfte, wird umgebracht.
Morello und sein Team beginnen, zu ermitteln. Aber Morello versucht auch weiter, sein eigenes Leben zu ordnen.

“Der freie Hund” scheint der erste Roman aus einer neuen Reihe zu sein. Der Untertitel: “Commissario Morello ermittelt in Venedig”. Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo bilden für diesen Roman ein Autorenteam.
Es ist ein spannender und unterhaltsamer Krimi geworden. Denn in diesem Roman gelingt die Mischung aus Erzählungen aus dieser Stadt, den Beschreibungen von Venedig, die ein gewisses Gefühl dafür entwickeln. Der Fall ist politisch, der Konflikt um die Kreuzfahrtschiffe ist hochaktuell.
Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich als spannend, wird toll beschrieben. Es bleibt aber auch immer Zeit für Ausflüge ins Privatleben oder für kurzweilige Dialoge zwischen den Ermittlern, wenn es darum geht, dem Commissario Venedig näher zu bringen.
Ein Roman, der sich gut und flüssig liest. Könnte in der Tat ein guter Auftakt für eine Serie sein.

Wolfgang Schorlau / Claudio Caiolo: Der freie Hund
Kiepenheuer & Witsch, 325 Seiten
8/10

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RTelenovela

Rügen 2020 (3): Ersatz-Scholle

Freitag, den 6. März 2020
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(2) -> 5.3.2020

Seitdem die “Binzer Bierstuben” geschlossen sind, steckte ich in einer Schollenkrise. Denn zu einem Besuch der Insel Rügen gehört auch der Genuss einer ordentlichen, gebratenen Scholle.
Aber wo bekommt man die nun? Im November 2019 versuchte ich es an der Hauptstraße in Binz, aber die war nur okay, weil die Zubereitung anders war, als ich das kannte.

Ich erinnerte mich aber, dass es in der Schillerstraße in Binz die “Kogge” gibt, ein Fischrestaurant. Da muss es einfach auch eine gute Scholle geben.
Und so war es auch. Scholle Finkenwerder Art steht auf der Karte. Ich musste allerdings zur Sicherheit googlen, was das eigentlich genau ist. Gebraten, mit Speck.
Speck mag ich zwar nur bedingt, aber das war zu verschmerzen. Ich bestellte statt des Kartoffelsalats Bratkatoffeln, und als das Essen kam, war meine Freude groß. Die Scholle war lecker, und sogar der Speck war ganz okay.

Vorab gönnte ich mir übrigens gebackenen Camenbert – den Rügener Badejungen. Der wird zwar nicht mehr auf Rügen hergestellt, lecker und weich und warm war er trotzdem.
Ich war wohl nicht das letzte Mal in der “Kogge”.

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