Monatsarchiv für Februar 2020

RTZapper

hessen extra: Autofahrer rast in Volkmarsener Faschingsumzug

Dienstag, den 25. Februar 2020
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MO 24.02.2020 | 20.15 Uhr | hr fernsehen

Wieder ein Zwischenfall. Im nordhessischen Volkmarsen ist ein Mann mit seinem Auto in den Faschingsumzug gerast. Es gibt 30 Verletzte, einige davon schwer.
Der Mann hat das offenbar vorsätzlich getan. Warum er es getan hat, das ist vollkommen unklar, und einmal mehr appelliert die Polizei, nicht zu orakeln und Vermutungen in die Welt zu streuen.

Das hr fernsehen setzte erneut seine Faschingsübertragungen ab. Wie schon zur Weiberfastnacht, ist auch Rosenmontag das Programm angepasst worden. Dokus statt Büttenreden und Funkenmariechen.
Zur Primetime gab es aber erst mal ein “hessen extra”. Auch dort ist noch mal klargestellt worden, dass man über die Motivation des Täters nichts wisse.
Der hr orakelte nicht und… nun ja, ließ einfach die Interviewpartner Vermutungen in die Welt setzen.

In einem Beitrag orakelte Reinhard Kubat, der Landrat von Waldeck-Frankenberg, dass das Vorsatz gewesen sei, “und ich überlege sehr wohl genau, ob das vielleicht auch politisch motiviert war. Was soll es denn sonst sein, frage ich Sie. Man macht das doch nicht einfach so. Sondern, da muss mehr dahinter stecken.” Er hätte auch sagen können: Ich weiß nichts, aber denke mir mal was aus.
Ein angeblicher Nachbar des Täters sagte, dass der Mann ja ein Alkoholproblem habe, woraus der hr schon mal machte, dass auch da Alkohol im Spiel gewesen sein könne. Weil irgendein Nachbar irgendwas rumorakelt hat.

Bald werden wir mehr wissen. Und dann muss man auch beim hr nicht mehr rumspekulieren.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 24. Februar 2021)

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RTZapper

Druckfrisch

Montag, den 24. Februar 2020
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SO 23.02.2020 | 0.00 Uhr (Mo.) | Das Erste

Haut doch ab mit eurer verblödenden Unterhaltungsliteratur! Denis Scheck ist ja eher so der Intellektuelle. Das lässt er in jeder Minute seiner Literatursendung “Druckfrisch” im Ersten raushängen. Da wandelt er durch den Wald und spricht über Bücher, er schmeißt Werke, die er abstoßend findet, in hohem Bogen in den Müll.
Am späten Sonntagabend, nach dem ganzen Polit- und Krimigetöse, wurde es dann endlich höchste Zeit für anspruchsvolles Fernsehen.

“Druckfrisch” ist keine schnöde Büchersendung, wo ein Mann an einem Tisch sitzt und sagt, was wir denn gefälligst zu lesen haben und was um Gottes Willen nicht.
Denis Scheck schlendert also durch einen Wald und spricht über ein Buch. In so geschliffenen Sätzen, dass man als etwas müder Zuseher im Kopf schon abschaltet, weil man gerade keine Lust hat, das Wörterbuch zu nehmen, um seine ganzen klugen Sätze mit den noch sehr viel klügeren Fremdwörtern zu entschlüsseln.
Aber das verleiht seinen Sätzen viele Ausrufezeichen, die sagen: Dieser Mann weiß, wovon er spricht. Und dieser Mann weiß auch, dass er einen verdammt guten Geschmack hat, und dass wir dankbar zu sein haben, dass es ihn gibt. Ihn, der uns von Schund fernhalten will.

Was waren das doch für schöne Zeiten, als Elke Heidenreich im ZDF an einem Tisch saß und ganz schlicht, aber ganz wundervoll 30 Minuten lang erzählte, welche Bücher sie mag.
Denis Scheck sitzt nicht. Er plaudert auch nicht. Er doziert.
Er unterhält sich mit Autoren, und vorher sehen wir, wie das Setting aufgebaut wird, wie crazy-bunte Aufkleber ans Fenster gepappt werden, damit es aufregender aussieht. Wie Kameraleute mit ihren Kameras hinter Heizungen verschwinden, weil das ein tolles Bild ergibt. Hat mit Büchern nichts zu tun, sagt uns aber, dass “Druckfisch” eine moderne Sendung ist, die sich intellektuell total abhebt.
Nur dass diese vielen Mätzchen total von dem ablenken, um was es eigentlich geht: von den Büchern. Weniger ist mehr.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 23. Februar 2025)

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RTelenovela

Berliner Buffet über den Dächern von Berlin

Montag, den 24. Februar 2020
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In Berlin gibt es den Fernsehturm und den Funkturm, und Letzterer führt ein bisschen ein Schattendasein. Auch weil er in Westend ziemlich außerhalb steht, während der Fernsehturm in Mitte genau aus dem Hotspot hervorragt.

Der Funkturm ist 1926 eröffnet worden, er ist 150 Meter hoch, und in 55 Metern Höhe befindet sich ein Restaurant. Das war das Ziel unseres sonntäglichen Familienausflugs.
Denn immer am Abend gibt es dort ein Buffet, schon im Dezember erfolgte die Vorbestellung. Vermutlich wird man dort oft spontan auch gar nicht hochkommen.

Mit dem Fahrstuhl fuhren wir aber erst mal ganz nach oben. Während die Fernsehturm-Kugel relativ breit ist, hat man beim Funkturm oben nur einen schmalen Rundum-Gang. Aber man hat einen spannenden Blick auf das Dreieck Funkturm, an dem die Avus beginnt und die Stadtautobahn durchführt. Zig Rampen führen in verschiedene Richtungen, und überall waren viele Autos zu sehen – auf der Avus allerdings fast nur stadteinwärts.
Auch auf das wunderschöne (hüstel) ICC kann man schauen, auf der anderen Seite das Messegelände.

Sitzt man im Restaurant, kann man auf Westend blicken. Und das Buffet ist voll. Noch bis Ende Februar gibt es dort das Berliner Buffet.
Mit Vorspeisen wie Eisbein-Sülze, Kartoffelsalat mit kleinen Buletten, Currywurst, Matjeshäckerle, Brathering und Shrimps-Cocktailsalat, Lachs und Müritz-Forelle. Außerdem Kartoffelsuppe mit Schinkenknacker.
Als Hauptgang: Spanferkeleisbein, Zwiebelrostbraten, Königsberger Klopse, Lachsforelle oder vegetarisches Hoppel Poppel.
Als Dessert Berliner Luft (Zitronencreme), Mini-Pfannkuchen, Obstsalat, Rote und grüne Grütze, Apfelkuchen und Käse.

Meine Tops: die Currywurst in einem kleinen Glas, der Shrimps-Cocktailsalat (zum Reinlegen), die Kartoffelsuppe, die Klopse, die Lachsforelle.

Und wir haben dazugelernt: Hoppel Poppel. Ich habe den Begriff schon mal gehört, aber dass sich dahinter ein schlichtes Bauernfrühstück verbirgt, hätte ich so nicht gedacht.
Am Ende waren wir seeeehr satt. Nach drei Stunden ging es mit dem Fahrstuhl wieder nach unten. Vielleicht kehren wir im November oder Dezember noch mal zurück – zum Advents- und Weihnachtsbuffet.

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KeineWochenShow

#164 – Kassel, Halle, Hanau

Sonntag, den 23. Februar 2020
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Diese Sendung war ganz anders geplant. Denn eigentlich ist es zur Tradition geworden, dass wir am Sonntag vor Rosenmontag einen Karnevalsumzug übertragen. Und auch in diesem Jahr hatten wir schon etwas vorbereitet, ein Dreh außerhalb von Oranienburg mit einem Gast war bereits terminiert.
Aber dann kam der späte Mittwochabend. Hanau. Und im Laufe des Donnerstags war für uns klar, dass wir keine Lust auf lustigen Fasching haben. Fasching fällt 2020 für uns also aus.

Stattdessen reden wir über Hanau. Über rechtsextreme Gewalt. Über die Reaktionen und Folgen. Und darüber, wie sehr die Grenzen zwischen den Parteien im kleinen, regionalen Bereich schon verschwimmen.

Ansonsten sprechen wir über die Fällung eines uralten Baumes, über den Tesla-Wald und über einen Musical-Rechte-Streit in Neuruppin. Das und noch mehr in KeineWochenShow #164 auf Youtube.

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RTelenovela

Überraschungsevent (37): Viel Tunnel am Ende des Lichts

Sonntag, den 23. Februar 2020
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(36) -> 14.1.2020

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte ich das Event planen, im nächsten Monat ist sie dran.

Diesmal waren wir in Charlottenburg, und wenn man vor dem Europacenter steht, dann kann man das alte West-Berlin-Gefühl erahnen. Das Europacenter war ja immer das Prestigeding der damaligen Zeit, und als wir in das Einkaufszentrum gingen, ging mir im Kopf herum: Warum denke ich immer, das Ding sei tot? Es herrscht durchaus Leben im Europacenter. Es gibt viele Läden, unten diverse Bars. Und die Stachelschweine.
Das Kabarett-Theater ist in Berlin eine echte Institution. Hier traten Legenden wie Wolfgang Gruner auf. Im vergangenen Jahr feierte es das 70. Jubiläum.

Wir sahen einen Kabarettabend unter dem Motto “Viel Tunnel am Ende des Lichts”. Es geht um eine Frau und einen Mann, die vom Dach des Europacenters springen wollen. Er, weil seine Firma scheinbar ruiniert ist – er stellte Sülze in Dosen her -, und sie, Lehrerin, weil sie auch am Ende ist. Ein Dritter kommt dazu, er will das Center in die Luft jagen. Die anderen denken aber, dass auch er springen wollte.
Und so kommen sie ins Gespräch und besprechen die gesellschaftliche und politische Lage.

Dachte ich am Anfang noch, ob es spannend sein könnte, über Selbstmordgedanken zu reden und ob das den Abend tragen könnte, ging es dann ordentlich zur Sache.
Die Parteien – und zwar alle – kriegten ihr Fett weg, die Politiker, die Gesellschaft. Es ging um die allgemeine Hysterie. Um den Umstand, dass wir nicht mehr miteinander diskutieren können. Darum, was in den Schulen abgeht und wie sehr es mit der Bildung abwärts geht. Um die drohende Spaltung der Gesellschaft, und um die Umwelt ging es auch.

Das Stück ist sehr sehenswert und ein gesellschaftlicher Rundumschlag. Es appelliert, dass wir wieder mehr miteinander ins Gespräch kommen müssen. Um zu erörtern, was ist. Und um Lösungen zu finden.
So spannend der Abend auch war, solche Kabarettprogramme sind auch immer ein Stückweit deprimierend, weil man im Laufe von zwei Stunden gezeigt bekommt, was alles im Argen liegt. Das Kabarett zeigt ein sehr düsteres Bild von der Gesellschaft. Lustig zwar, aber eben eigentlich düster.
Das entspricht der Zeit, und ich fand es auch gut. Aber so mit ein bisschen Abstand frage ich mich auch, ob man so einen Abend so dermaßen düster gestalten muss. Andererseits komme ich dann auch immer zur Antwort, dass ein Kabarettabend keine bunte Gala zur Zerstreuung ist. Es handelt sich dabei auch immer um geistige, manchmal anstrengende Arbeit. Das Stück ist im Idealfall der Beginn für eine längere Unterhaltung darüber auf dem Rückweg.

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RTZapper

Berlinale 2020 – Die Eröffnung

Sonntag, den 23. Februar 2020
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DO 20.02.2020 | 19.20 Uhr | 3sat

Neue Chefs. Neuer Moderator. Und eine Sondersituation.
Die Eröffnung der 70. Berlinale 2020 im Theater am Potsdamer Platz in Berlin war aus gleich mehreren Gründen spannend.
Die vergangenen Jahre waren geprägt vom Doppel Kosslick-Engelke. Auf der einen Seite die charmant-lockere Anke Engelke, die durch die Eröffnungs- und Preisvergabeshows der Berlinale geführt hat. Auf der anderen Seite der Festivalleiter Dieter Kosslick, der sympathisch-bodenständig und schlecht Englisch sprechend das Publikum erfreute.

2020 ist die erste Berlinale mit Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek als Festivalleiter. Und Samuel Finzi ist der neue Moderator.
Und natürlich stand die Eröffnung der Filmfestspiele – am Donnerstagabend live von 3sat übertragen – unter dem Eindruck der Terrortat von Hanau.

So war dann Samuel Finzi auch sichtlich nervös. Lange, etwas zu lange redete er über Filme, seine Erfahrungen und Empfindungen, und eine etwas theaterhafte Stelle wirkte dann auch etwas zu aufgesetzt und deplatziert.
Lange erzählte er auch davon, dass man als Filmemacher die Chance habe, Geschichten zu erzählen, die die Menschen erreichen. Man müsse gerade nach den Ereignissen in Hanau zusammenstehen und für die Demokratie einstehen. Es waren Gänsehautmomente, Augenblicke der Ernsthaftigkeit.
Da wirkte es etwas irritierend, dass eine Frau im Publikum – wohl auch eine Schauspielerin – lautstark eine Schweigeminute forderte. Irgendwie hatte das einen seltsamen Beigeschmack. Lautstark das Schweigen zu fordern hatte dort etwas Despektierliches, zumal auf der Bühne viel über Hanau gesprochen worden ist – und wie sich zeigte, war dann sowieso eine Schweigeminute geplant.

Dass Kulturschaffende sich glasklar gegen den Rechtsextremismus positionieren, ist richtig und gut. Aber sie sind eben auch “nur” eine Eliteblase. Viel wichtiger wäre, wenn sich verstärkt auch die Mitte äußert. Was sie zu selten tut.

-> Die Sendung in der 3sat-Mediathek (bis 21. März 2020)

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aRTikel

Abschied nach 27 Jahren

Freitag, den 21. Februar 2020
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Peter Matschke, Justiziar und stellvertretender Bürgermeister von Oberkrämer, steht vor Jobwechsel

MAZ Oranienburg, 21.2.2020

Eichstädt.
Das Gefühl, auf der Schlussetappe zu sein. Anfang der Woche hat sich das bei Peter Matschke eingestellt. Er sitzt in seinem Büro in der Verwaltung der Gemeinde Oberkrämer in Eichstädt, und es wird nur noch wenige Tage sein Arbeitsplatz sein. Der 57-Jährige gibt sein Amt als Justiziar und stellvertretender Bürgermeister auf. Am 28. Februar gibt er am Vormittag seinen Abschied – nach 27 Jahren. Er wird stellvertretender Leiter der Brandenburgischen Kommunalakademie in Potsdam.

„Es gab bei mir die Überlegung, wie es weitergeht“, sagt er. „Viele hatten mich auch angesprochen, ob ich in vier Jahren der Nachfolger von Peter Leys als Bürgermeister werden möchte.“ Mehrere Wochen habe er überlegt und abgewägt. Bis zum Oktober dauerte das. Er entschied sich letztlich für die Bewerbung in Potsdam. „Es ist aber keinesfalls so, dass ich der Arbeit in Oberkrämer überdrüssig bin“, stellt er klar. Das Verhältnis zum Bürgermeister und den Mitarbeitern in der Verwaltung sei „ohne Fehl und Tadel“. Die Zusammenarbeit mit Peter Leys bezeichnet er als professionell, vertrauensvoll und auch freundschaftlich. „Ich hatte Peter Leys auch frühzeitig in meine Überlegungen eingebunden, es war mir wichtig, wie er darüber denkt.“

Peter Matschke stammt aus dem Ruhrgebiet. „Groß geworden bin ich in Gladbeck.“ Es folgte ein Studium in Bochum, das Referendariat in Münster. Inzwischen lebt er in Oranienburg. Er kam im Frühjahr 1993 in die Region. „Da hatte ich gerade das zweite Staatsexamen in Nordrhein-Westfalen abgelegt.“ Von dort aus hatte er auch die Wende mitverfolgt. „Meine Überlegung war: Es ist eine Herausforderung und reizvoll, hier etwas mitzugestalten und entwickeln zu können.“ In den alten Bundesländern hatte er so eine Chance auf Veränderungen nicht gesehen. „Aber hier wurde eine Verwaltung aufgebaut, sie musste sich finden und entwickeln.“ Dabei wollte er mitmachen, sich der Herausforderung stellen, Strukturen aufzubauen.
Damals ist ein Justiziar für die damaligen Ämter Oberkrämer, Kremmen und die Gemeinde Leegebruch gesucht worden. „ Ich wollte mich einbringen.“ Als er 2008 stellvertretender Bürgermeister in Oberkrämer geworden ist, „wurden die Aufgaben immer vielfältiger, und mein Zeitkontingent reichte nicht mehr aus.“ Somit konzentrierte er sich ganz auf Oberkrämer.

Ein Wessi und ein Jurist. Kam das gut an in der Region? „Ich bin ja bis heute bemüht, dass Herkunft und Beruf keine Rolle spielen. Und auch 1993 wollte ich genau das nicht zum Ausdruck bringen.“ Er sieht sich vielmehr als „Wossi“, und er ergänzt: „Ich fühle mich total angekommen und akzeptiert.“ Immerhin lebt er nun schon 27 Jahre – also die Hälfte seines Lebens in der Region. Direkt nach Oberkrämer gezogen ist er jedoch nie. „Wir wohnen in Oranienburg. Das ähnelt dem städtischen Wohnen, wie ich es immer gewöhnt war.“ Durch die Landesgartenschau habe die Stadt einen großen Satz nach vorn gemacht. Dort will er auch wohnen bleiben, wenn er künftig in Potsdam arbeitet.

Oberkrämer aber war sein Wirkungsbereich. Er freut sich, dass er „als Justiziar der Gemeinde dabei mitwirken konnte, dass ein solides und rechtlich abgesichertes Ortsrecht geschaffen werden konnte.“ Mit den Mitgliedern der kommunalen Gremien habe er immer konstruktiv, vertrauensvoll „und gern auch kontrovers“ diskutiert. „Vielleicht ist es mir sogar auch gelungen, mit meinem Wirken das positive Erscheinungsbild und Ansehen der Gemeinde Oberkrämer ein wenig mitgeprägt zu haben.“ Und er ergänzt: „Sollte es so sein, freut mich das natürlich am meisten.“

Aber es habe auch schwierige Zeiten gegeben. „Wenn ich an das Schloss Schwante denke“, sagt er. Der Immobilienskandal rund um den damaligen Pächter sorgte zur Jahrtausendwende für Wirbel. „Das hätte ich mir nicht vorstellen können, dass dort so starke politische Einflüsse genommen werden.“ Auch die Diskussion um die mögliche Errichtung eines riesigen Factory Outlet Centers bei Karlsruh an der Autobahn hatte damals für Diskussionen gesorgt. „Ich fand es einerseits reizvoll, aber es hätte auch einen tiefen Einschnitt in den Charakter der Region gehabt.“
Er sagt: „Kein Mensch ist fehlerlos.“ Es gebe Situationen, die sich manchmal im Nachgang anders darstellen. Aber dass er in seinen 27 Jahren in Oberkrämer etwas „wirklich verbockt“ habe, das könne er nicht sagen.
Ab März arbeitet er dann in der größten kommunalen Aus- und Fortbildungsstätte für kommunale Bedienstete in Brandenburg. Schon in den vergangenen Jahren war er dort nebenher als Dozent tätig. Nun wird er stellvertretender Leiter.

Wehmut ist trotzdem dabei. „So eiskalt ist man da sicher nicht. Aber der letzte Tag soll auch kein Trauertag werden. Ich werde die Region nicht aus den Augen verlieren“, sagt er.

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