Tagesarchiv für 24. Februar 2020

RTZapper

Druckfrisch

Montag, den 24. Februar 2020
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SO 23.02.2020 | 0.00 Uhr (Mo.) | Das Erste

Haut doch ab mit eurer verblödenden Unterhaltungsliteratur! Denis Scheck ist ja eher so der Intellektuelle. Das lässt er in jeder Minute seiner Literatursendung “Druckfrisch” im Ersten raushängen. Da wandelt er durch den Wald und spricht über Bücher, er schmeißt Werke, die er abstoßend findet, in hohem Bogen in den Müll.
Am späten Sonntagabend, nach dem ganzen Polit- und Krimigetöse, wurde es dann endlich höchste Zeit für anspruchsvolles Fernsehen.

“Druckfrisch” ist keine schnöde Büchersendung, wo ein Mann an einem Tisch sitzt und sagt, was wir denn gefälligst zu lesen haben und was um Gottes Willen nicht.
Denis Scheck schlendert also durch einen Wald und spricht über ein Buch. In so geschliffenen Sätzen, dass man als etwas müder Zuseher im Kopf schon abschaltet, weil man gerade keine Lust hat, das Wörterbuch zu nehmen, um seine ganzen klugen Sätze mit den noch sehr viel klügeren Fremdwörtern zu entschlüsseln.
Aber das verleiht seinen Sätzen viele Ausrufezeichen, die sagen: Dieser Mann weiß, wovon er spricht. Und dieser Mann weiß auch, dass er einen verdammt guten Geschmack hat, und dass wir dankbar zu sein haben, dass es ihn gibt. Ihn, der uns von Schund fernhalten will.

Was waren das doch für schöne Zeiten, als Elke Heidenreich im ZDF an einem Tisch saß und ganz schlicht, aber ganz wundervoll 30 Minuten lang erzählte, welche Bücher sie mag.
Denis Scheck sitzt nicht. Er plaudert auch nicht. Er doziert.
Er unterhält sich mit Autoren, und vorher sehen wir, wie das Setting aufgebaut wird, wie crazy-bunte Aufkleber ans Fenster gepappt werden, damit es aufregender aussieht. Wie Kameraleute mit ihren Kameras hinter Heizungen verschwinden, weil das ein tolles Bild ergibt. Hat mit Büchern nichts zu tun, sagt uns aber, dass “Druckfisch” eine moderne Sendung ist, die sich intellektuell total abhebt.
Nur dass diese vielen Mätzchen total von dem ablenken, um was es eigentlich geht: von den Büchern. Weniger ist mehr.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 23. Februar 2025)

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RTelenovela

Berliner Buffet über den Dächern von Berlin

Montag, den 24. Februar 2020
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In Berlin gibt es den Fernsehturm und den Funkturm, und Letzterer führt ein bisschen ein Schattendasein. Auch weil er in Westend ziemlich außerhalb steht, während der Fernsehturm in Mitte genau aus dem Hotspot hervorragt.

Der Funkturm ist 1926 eröffnet worden, er ist 150 Meter hoch, und in 55 Metern Höhe befindet sich ein Restaurant. Das war das Ziel unseres sonntäglichen Familienausflugs.
Denn immer am Abend gibt es dort ein Buffet, schon im Dezember erfolgte die Vorbestellung. Vermutlich wird man dort oft spontan auch gar nicht hochkommen.

Mit dem Fahrstuhl fuhren wir aber erst mal ganz nach oben. Während die Fernsehturm-Kugel relativ breit ist, hat man beim Funkturm oben nur einen schmalen Rundum-Gang. Aber man hat einen spannenden Blick auf das Dreieck Funkturm, an dem die Avus beginnt und die Stadtautobahn durchführt. Zig Rampen führen in verschiedene Richtungen, und überall waren viele Autos zu sehen – auf der Avus allerdings fast nur stadteinwärts.
Auch auf das wunderschöne (hüstel) ICC kann man schauen, auf der anderen Seite das Messegelände.

Sitzt man im Restaurant, kann man auf Westend blicken. Und das Buffet ist voll. Noch bis Ende Februar gibt es dort das Berliner Buffet.
Mit Vorspeisen wie Eisbein-Sülze, Kartoffelsalat mit kleinen Buletten, Currywurst, Matjeshäckerle, Brathering und Shrimps-Cocktailsalat, Lachs und Müritz-Forelle. Außerdem Kartoffelsuppe mit Schinkenknacker.
Als Hauptgang: Spanferkeleisbein, Zwiebelrostbraten, Königsberger Klopse, Lachsforelle oder vegetarisches Hoppel Poppel.
Als Dessert Berliner Luft (Zitronencreme), Mini-Pfannkuchen, Obstsalat, Rote und grüne Grütze, Apfelkuchen und Käse.

Meine Tops: die Currywurst in einem kleinen Glas, der Shrimps-Cocktailsalat (zum Reinlegen), die Kartoffelsuppe, die Klopse, die Lachsforelle.

Und wir haben dazugelernt: Hoppel Poppel. Ich habe den Begriff schon mal gehört, aber dass sich dahinter ein schlichtes Bauernfrühstück verbirgt, hätte ich so nicht gedacht.
Am Ende waren wir seeeehr satt. Nach drei Stunden ging es mit dem Fahrstuhl wieder nach unten. Vielleicht kehren wir im November oder Dezember noch mal zurück – zum Advents- und Weihnachtsbuffet.

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