Tagesarchiv für 15. Februar 2020

RTZapper

Marco Schreyl

Samstag, den 15. Februar 2020
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FR 14.02.2020 | 16.00 Uhr | RTL

Es gab eine Zeit im deutschen Fernsehen, da liefen an einem Tag dutzende Daily-Talkshows. Von Meiser bis Fliege. Keine einzige hat überlebt.
Dass RTL in Erinnerung an alte Zeiten alte Konzepte aus der Schublade holt, ist nichts Neues. Und so läuft seit dieser Woche mit “Marco Schreyl” wieder eine tägliche Talkshow im Programm – auf dem Sendeplatz, auf dem Anfang der 90er auch “Hans Meiser” gestartet ist – um 16 Uhr. Es ist Teil der Nachmittagsoffensive mit Trödelshow und Kochshow. Leider ist “Marco Schreyl” aber eine große Enttäuschung.

Das fängt schon damit an, dass die Sendung wie am Fließband produziert wirkt – absolut lieblos. Marco Schreyl legt los, ohne das Publikum zu begrüßen. Irritierenderweise geht es in der einen Stunde (abzüglich Werbung 45-50 Minuten) um gleich drei Themen, die rasch abgehandelt werden, ohne in die Tiefe zu gehen.
Vermutlich hat man bei RTL Angst, dass die Leute wegschalten, wenn sie ein Thema nicht interessiert und sie wissen, dass es eine Stunde lang besprochen wird.

Auch scheinen die Themen wahllos zusammengehauen zu sein. Am Freitagnmachmittag ging es um: “Botox to go oder Altern in Würde?”, “Wie verwöhnt sind unsere Kinder?” und “Papa, Papa, Kind – Regenbogenfamilien”.
Das wirkt, als wolle man irgendwie alles mal anschneiden, aber bloß oberflächlich kurz mal plaudern, damit man keinem wehtut.
Marco Schreyl sagte in Interviews zuvor, er wolle keinen Trash, bei ihm werde nicht über Schamhaarfrisuren geredet. Ich weoß zwar nicht, was er gegen dieses Thema hat, aber Botox geht ja durchaus in dieselbe Boulevard-Richtung.

Das Interesse an “Marco Schreyl” ist bislang verhalten. Aber ein wirklicher Impuls wird auch nicht gesetzt. Marco Schreyl sagt, man spreche über die Themen, die wirklich wichtig sind. Das war am Freitag nur sehr bedingt der Fall. Hier hat man drei Themen besprochen, die irgendwie mehr oder weniger spannend sind, die man durchaus besprechen kann, die aber verschenkt sind, wenn man ihnen nicht mehr als 15 Minuten gibt.
“Marco Schreyl” wird nur relevant, wenn zwischendurch auch mal “wirklich wichtige Themen” besprochen werden, also durchaus auch mal tagesaktuelle Probleme – und wenn man sich auf Thema beschränkt. Hin und wieder live auf Sendung zu gehen, würde der Show auch gut tun.
Zumal momentan Moderator Marco Schreyl ziemlich betulich wirkt – obwohl Schreyl eigentlich alles andere als betulich ist.

-> Die Sendung vom Freitag bei TV Now

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RTZapper

Notaufnahme live

Samstag, den 15. Februar 2020
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DO 13.02.2020 | 20.15 Uhr | kabeleins

Erstaunlich, wie ruhig und gelassen es zugeht in einer Notaufnahme. Das wird man sich am Donnerstagabend vielleicht auch in der Senderegie von Kabeleins gedacht haben.
“Notaufnahme live” hieß die Sendung. Live aus einer Klinik in Stuttgart, und live sollten die Zuschauer auch dabei sein, wenn Notfälle eingeliefert werden.

Nun waren ja viele von uns schon mal in einer Notaufnahme, und gerade abends kann da schon mal einiges los sein. Notfälle werden eingeliefert, und währenddessen warten die minderschweren Fälle im Warteraum, dass sie auch mal drankommen. Gern auch mal stundenlang.

Im Herbst 2019 berichtete kabeleins live von einer Kontrolle der Bundespolizei auf einer Autobahn bei Görlitz. Da war durchaus einiges los, auch wenn es keine wirklich brisanten Geschehnisse gab.
Brisant war in der kabeleins-Notaufnahme allerdings nichts. Das kann man natürlich niemanden vorwerfen, aber beim Sender hat man sich vermutlich auch mehr erwartet.

Ein Mann mit einer Störung im Ohr. Ein Mann mit Magen-Darm. Eine Frau, die sich den Finger verletzt hat, aber eigentlich sehr gut drauf war. Und immer die etwas peinlichen Momente, dass die das Fernsehteam um die kranken Leute rumstand.
Mehr aber war für die Live-Sendung nicht drin. Der Rest ist mit Interviews und Beiträgen aufgefüllt worden, die schon vorproduziert worden sind.
Darzustellen, wie es auf einer Notaufnahme zugeht, ist den kabeleins-Leuten damit nicht wirklich gelungen. Denn dort wird es gern mal hektisch und voll. Aber vermutlich reichen in einer solchen Einrichtung keine 105 Minuten (plus Werbung), um zu zeigen, was dort abgeht. Da müsste man vermutlich einen ganzen Abend und eine ganze Nacht freiräumen – das wäre dann wirklich mal ein spannendes Projekt.

-> Die Sendung bei Joyn

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