Tagesarchiv für 14. Februar 2020

RTZapper

Weil du mir gehörst

Freitag, den 14. Februar 2020
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MI 12.02.2020 | 20.15 Uhr | Das Erste

Scheidung. Streit. Und wer denkt an das Kind?
Es gibt Fälle, das stellt sich genau diese Frage. Der Film “Weil du mir gehörst” zeigte am Mittwochabend im Ersten einen besonders erschütternden Fall, der einen als Zuschauer ratlos zurückließ.
Schon der Satz: “Weil du mir gehörst.” Der sitzt. Weil: Ums Kind scheint es gar nicht wirklich zu gehen.

Julia (Julia Koschitz) und Tom (Felix Klare) haben sich scheiden lassen. Beide haben sie das Sorgerecht für die kleine Anni (Lisa M. Trense).
Aber Julia möchte nicht mehr, dass Anni Kontakt zu ihrem Vater hat. Erst sorgt sie sich, weil sie eine Wunde am Art hat, sie war vorher auf dem Spielplatz gestürzt.
Irgendwann fängt Julia an, Spielchen zu spielen. Papa hat dich versetzt, heißt es dann. Obwohl Tom gar nichts davon weiß. Julia verleumdet Tom, sie lügt, später zieht sie mit Anni um, ohne dass Tom davon weiß. Sie will Anni kihm entziehen, mit allen Mitteln.

Dass Mütter das Kind dem Vater vorenthalten wollen, ist kein Einzelfall. Es wird nur wenig darüber gesprochen. Und als Zuschauer muss man hilflos, ohnmächtig zusehen, wie Julia ihre Tochter auf fiese Weise manipuliert und belügt. Anni glaubt ihrer Mutter. Immer wieder versucht sie, ihren Papa anzurufen. Anni weiß nicht, dass sie gar nicht mehr die Nummer des Vaters hat und stattdessen auf die Mailbox eines Handys spricht, das auch ihrer Mutter gehört. Perfide ist das! Und tatsächlich schafft Julia es, dass Anni für ihren Vater Hass empfindet – und Worte für ihren Vater findet, die für ein Kind ungewöhnlich erwachsen klingen. Tom ist machtlos, er kann nicht wirklich was tun.
Und so entlässt der Film die Zuschauer auch in völliger Ungewissheit.

Leider ist die anschließende Diskussion nicht im Fernsehen gelaufen – weder im Ersten, noch im Dritten des SWR, von dem der Film stammt, oder auf one -, sondern nur in der Mediathek. Dafür hätte durchaus mal Platz geschaffen werden können.
Dort monierte eine Expertin, dass der Film sehr einseitig gewesen sei, nur die Mutter als die Böse dargestellt worden sei. Damit hatte sie zwar recht. Aber der Film wollte ja mal genau so eine Situation zeigen, und er ist nicht dazu da, die Problematik als gleichberechtigten Rundumschlag darzustellen. Ein Vater, der auch in der Runde saß, brachte es auf den Punkt: Er habe es genauso erlebt.

-> Der Film in der ARD-Mediathek (bis 12. Mai 2020)
-> Die Diskussion zum Film in der ARD-Mediathek

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RT liest

Gerd Kley: Kremmen und seine Ortsteile

Freitag, den 14. Februar 2020
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„Kremmen und seine Ortsteile“ heißt ein neues Buch, das seit Ende Januar zu haben ist. Es handelt sich dabei nicht direkt um eine Chronik, sondern um eine Sammlung von Fotos aus Kremmen und allen Ortsteilen, die mit Texten unterfüttert sind, die auch von der Ortsgeschichte erzählen.
Bei der Erstellung maßgeblich geholfen hat der Historiker Gerd Kley aus Schwante. Für ihn war das ein großes Stück Arbeit – zumal er das alles ehrenamtlich getan hat.
Für die Arbeit an seinem Buch hat er Kontakt mit Bewohnern aus den Ortsteilen aufgenommen und mit den jeweiligen Ortsvorstehern.

Die Investition lohnt sich, insbesondere für die Kremmener selbst, denn das Buch ist sehens- und lesenswert, zumal Gerd Kley Interessantes aus den Dorfchroniken berichtet.
Die großen, farbenfrohen Fotografien von Ulf Böttcher sind wunderbar. Es gibt einige faszinierende Aufnahmen aus der Kremmener Altstadt. Einblicke bekommt der Leser aber auch ins Schloss Ziethen, dazu wundervolle Naturaufnahmen aus der Gegend rund um die Stadt.
Der Clou: Das Buch gibt es mit zwei verschiedenen Covern: einmal mit der Kremmener Nikolaikirche am Tage und einmal bei Nacht. Die Inhalte sind natürlich dieselben.

Gerd Kley: Kremmen und seine Ortsteile
Stadt-Bild-Verlag Leipzig, 132 Seiten
8/10

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ORA aktuell

Oranienburger Post-Logistikzentrum bleibt bis 2024 am Bahnhof

Freitag, den 14. Februar 2020
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Das Logistikzentrum der Post in der Willy-Brandt-Straße in Oranienburg bleibt dort bis 2024. Der Mietvertrag mit dem Investor des Geländes ist verlängert worden. Das berichtet die Märkische Allgemeine. Wie es heißt, habe die Post aber auch noch keine anderen Räumlichkeiten dafür gefunden.

Die Räume, in denen am Bahnhofsplatz bis 2019 die Postfiliale war, steht unterdessen immer noch leer. Die Idee, dort Büroräume einzurichten, ist noch nicht umgesetzt worden.

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RTelenovela

Ab nach Berlin: Templin first?

Freitag, den 14. Februar 2020
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Die Templiner CDU/FDP-Fraktion im Stadtparlament hatte eine dufte Idee. Sie wollen schneller mit dem Zug nach Berlin. Deshalb schlagen die Politiker vor, dass die RB12 alle zwei Stunden nur noch die großen Orte anfährt. Also: Zehdenick, Löwenberg und Oranienburg – und dann weiter nach Berlin-Gesundbrunnen. Alle anderen kleinen Orten, sollen dann auch nur noch alle zwei Stunden bedient werden.

Dass auch die Templiner fix mit der Bahn nach Berlin möchten, ist verständlich. Dass das auf Kosten aller anderer entlang der Strecke passieren soll – das ist hingegen unschön.
Angesichts des drohenden Klimawandels wird darüber diskutiert, wie die Menschen dazu gebracht werden sollen, das Auto stehen zu lassen und stattdessen die Bahn zu nutzen. Da ist der Vorschlag für die Templiner zwar sinnvoll, dass die RB12 nur noch in großen Orten hält. Nicht aber für die Leute aus Vogelsang, Grüneberg, Nassenheide, Sachsenhausen und allen anderen betroffenen Orten. Dass dort das Angebot ausgedünnt werden soll, ist nicht akzeptabel.

Dass Bahnstationen ausgelassen werden, ist in der Regel auch eher den Regionalexpress-Zügen vorbehalten. Dass die RB 12 zudem von Oranienburg aus direkt den Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen ansteuern soll, dafür Hohenschönhausen, Lichtenberg und Ostkreuz links liegen lassen soll, ist wiederum für die Kreisstadt nicht hinnehmbar. Immerhin fährt schon der RE 5 direkt nach Gesundbrunnen. Die Verbindung in den östlichen Teil Berlins sollte nicht aufgegeben werden.

Rundum wirkt die Idee aus Templin schlicht nicht durchdacht und zudem ziemlich egoistisch. Dass die Bürgermeister von Zehdenick und vom Löwenberger Land da sehr schnell dagegen halten, verwundert mich nicht.

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