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Überflieger – Serienstar: Krätze ist der Chaot mit Herz

Seit 2011 spielt Marcel Maurice Neue in der täglichen RTL-zwei-Serie “Berlin – Tag & Nacht” mit – aufgewachsen ist er in Birkenwerder

MAZ Oberhavel, 8.2.2020

Birkenwerder.
Krätze ist ein Chaot mit Herz. Er beißt sich durch das Leben. Mit 16 ist er von zuhause ausgezogen. Lange lebte er auf der Straße. Inzwischen hat er einen eigenen Sohn und ist Besitzer eine Foottrucks.

Das klingt spannend, ist aber „nur“ eine fiktive Biografie. Nämlich die von Karsten Rätze, den alle nur Krätze nennen. Marcel Maurice Neue verkörpert sie seit fast neun Jahren. Am 12. September 2011 ging die erste Folge der Serie „Berlin – Tag & Nacht“ bei RTL zwei auf Sendung. „Ich spiele dort einen liebenswerten Menschen, der auf der Suche nach Geborgenheit ist“, erzählt er. Er gehört zu den Hauptdarstellern in der täglich ausgestrahlten Reality-Soap.

Schon als Kind stand Marcel Maurice Neue immer mal wieder vor der Kamera. Er spielte in der Serie „Hallo Onkel Doc!“ mit, später auch in den ZDF-Serien „Sperling“ und „Ein starkes Team“. Das ging, bis er 13 Jahre alt war. „Danach starb meine Agentin, und dann ist das im Sande verlaufen“, erzählt er.
Geboren ist er 1989 in Berlin, 1996 zog seine Familie nach Birkenwerder, dort wuchs er dann auf. Er besuchte die dortige Grundschule, ging dann später auf die Gesamtschule in Glienicke. Auch spielte er in der Region lange Fußball, zuletzt bei grün-Weiß Bergfelde. Nach seinem Schulabschluss machte er eine Ausbildung zum Glas-und Gebäudereiniger. „Das war aber eher Mittel zum Zweck“, sagt er.

Dann aber packte ihn wieder die Lust am Schauspiel. Er stieß auf die Produktionsfirma Filmpool, spielte mit in „Familien im Brennpunkt“ und in der ersten Staffel der „X-Diaries“. „Da habe ich dann das Angebot bekommen, in ,Berlin – Tag & Nacht’ zu spielen.“ Er nahm die Rolle an. Am Montag läuft die 2127. Folge des Dauerbrenners.
Kein Drehtag verläuft gleich. „Er kann für mich mal eine Stunde dauern, aber auch mal zwölf Stunden“, erzählt der 30-Jährige. Dadurch, dass Krätze eine der Hauptfiguren der Serie ist, komme das auch vor. Bis 2018 hat er quasi jeden Tag gedreht. Dann brauchte er eine Auszeit, und Fans befürchteten, dass er die Serie ganz verlassen würde. „Aber wenn man so lange Zeit nichts anderes macht, dann platzt einem der Kopf. Er sei zwar nach wie vor gerne zur Arbeit gegangen, aber er musste dennoch mal raus. Er zog sich zurück – in der Serie flüchtete Krätze in dieser Zeit nach Barcelona. „Ich war dann komplett raus.“
Er nutzte die Auszeit für einen längeren Trip nach Kolumbien. Dort machte er einen Sprachkurs und reiste herum. „Ich musste das auch tun, um mich in meinen Job neu zu verlieben.“ Das hat offenbar funktioniert. „Es macht mir wieder Spaß. Zurück zu kommen war wunderschön.“

Alle drei Monate gibt es im Team sogenannte „Future-Gespräche“. „Da erfährt man, wie es mit der Figur weitergeht.“ Falls mit Krätze etwas geplant, was ihm nicht gefällt, kann er ein Veto einlegen. „Aber dann versucht man, das Bestmögliche für beide Seiten zu erreichen.“ es sei ja meistens nur der Kopf, der zu gewissen Themen Nein sagt. So sei es für ihn eine Herausforderung gewesen, als sich seine Serienfigur Krätze das Leben nehmen wollte. „Er wollte vom Dach springen, das war ein ziemlich aufwendiger Drehtag.“ Auch als Krätzes Freundin Zoe große psychische Probleme hatte, sei das schwierig gewesen. „Das war sehr interessant, weil Krätze ein starker Charakter ist und die Gefühle zurückstecken musste.“ Schauspielerische Herausforderungen sind es, die er auch künftig angehen möchte. So könnte er sich vorstellen, auch mal einen körperlich-geistig Behinderten zu spielen oder auch eine schwule Rolle.

Er ist dabei auch durchaus selbstkritisch. Ist eine Folge der Serie fertig, dann schaut er sie sich auch an. „Ich sehe es als Hausaufgabemachen.“ Nebenher kümmert er sich noch um „Influencer-Geschichten“,wie er es nennt. Über die Foto-Plattform Instagram verdient er auch Geld mit Werbung.

Einen Bezug zu Birkenwerder und der Region hat er kaum noch. Seine Mutter lebt inzwischen wieder in Berlin, sein Vater in Griechenland, in Hohen Neuendorf wohnt noch ein Freund. Sein Jobmittelpunkt ist Berlin, er selbst wohnt nun in Berlin-Pankow.

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