Tagesarchiv für 8. Februar 2020

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Überflieger – Serienstar: Krätze ist der Chaot mit Herz

Samstag, den 8. Februar 2020
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Seit 2011 spielt Marcel Maurice Neue in der täglichen RTL-zwei-Serie “Berlin – Tag & Nacht” mit – aufgewachsen ist er in Birkenwerder

MAZ Oberhavel, 8.2.2020

Birkenwerder.
Krätze ist ein Chaot mit Herz. Er beißt sich durch das Leben. Mit 16 ist er von zuhause ausgezogen. Lange lebte er auf der Straße. Inzwischen hat er einen eigenen Sohn und ist Besitzer eine Foottrucks.

Das klingt spannend, ist aber „nur“ eine fiktive Biografie. Nämlich die von Karsten Rätze, den alle nur Krätze nennen. Marcel Maurice Neue verkörpert sie seit fast neun Jahren. Am 12. September 2011 ging die erste Folge der Serie „Berlin – Tag & Nacht“ bei RTL zwei auf Sendung. „Ich spiele dort einen liebenswerten Menschen, der auf der Suche nach Geborgenheit ist“, erzählt er. Er gehört zu den Hauptdarstellern in der täglich ausgestrahlten Reality-Soap.

Schon als Kind stand Marcel Maurice Neue immer mal wieder vor der Kamera. Er spielte in der Serie „Hallo Onkel Doc!“ mit, später auch in den ZDF-Serien „Sperling“ und „Ein starkes Team“. Das ging, bis er 13 Jahre alt war. „Danach starb meine Agentin, und dann ist das im Sande verlaufen“, erzählt er.
Geboren ist er 1989 in Berlin, 1996 zog seine Familie nach Birkenwerder, dort wuchs er dann auf. Er besuchte die dortige Grundschule, ging dann später auf die Gesamtschule in Glienicke. Auch spielte er in der Region lange Fußball, zuletzt bei grün-Weiß Bergfelde. Nach seinem Schulabschluss machte er eine Ausbildung zum Glas-und Gebäudereiniger. „Das war aber eher Mittel zum Zweck“, sagt er.

Dann aber packte ihn wieder die Lust am Schauspiel. Er stieß auf die Produktionsfirma Filmpool, spielte mit in „Familien im Brennpunkt“ und in der ersten Staffel der „X-Diaries“. „Da habe ich dann das Angebot bekommen, in ,Berlin – Tag & Nacht’ zu spielen.“ Er nahm die Rolle an. Am Montag läuft die 2127. Folge des Dauerbrenners.
Kein Drehtag verläuft gleich. „Er kann für mich mal eine Stunde dauern, aber auch mal zwölf Stunden“, erzählt der 30-Jährige. Dadurch, dass Krätze eine der Hauptfiguren der Serie ist, komme das auch vor. Bis 2018 hat er quasi jeden Tag gedreht. Dann brauchte er eine Auszeit, und Fans befürchteten, dass er die Serie ganz verlassen würde. „Aber wenn man so lange Zeit nichts anderes macht, dann platzt einem der Kopf. Er sei zwar nach wie vor gerne zur Arbeit gegangen, aber er musste dennoch mal raus. Er zog sich zurück – in der Serie flüchtete Krätze in dieser Zeit nach Barcelona. „Ich war dann komplett raus.“
Er nutzte die Auszeit für einen längeren Trip nach Kolumbien. Dort machte er einen Sprachkurs und reiste herum. „Ich musste das auch tun, um mich in meinen Job neu zu verlieben.“ Das hat offenbar funktioniert. „Es macht mir wieder Spaß. Zurück zu kommen war wunderschön.“

Alle drei Monate gibt es im Team sogenannte „Future-Gespräche“. „Da erfährt man, wie es mit der Figur weitergeht.“ Falls mit Krätze etwas geplant, was ihm nicht gefällt, kann er ein Veto einlegen. „Aber dann versucht man, das Bestmögliche für beide Seiten zu erreichen.“ es sei ja meistens nur der Kopf, der zu gewissen Themen Nein sagt. So sei es für ihn eine Herausforderung gewesen, als sich seine Serienfigur Krätze das Leben nehmen wollte. „Er wollte vom Dach springen, das war ein ziemlich aufwendiger Drehtag.“ Auch als Krätzes Freundin Zoe große psychische Probleme hatte, sei das schwierig gewesen. „Das war sehr interessant, weil Krätze ein starker Charakter ist und die Gefühle zurückstecken musste.“ Schauspielerische Herausforderungen sind es, die er auch künftig angehen möchte. So könnte er sich vorstellen, auch mal einen körperlich-geistig Behinderten zu spielen oder auch eine schwule Rolle.

Er ist dabei auch durchaus selbstkritisch. Ist eine Folge der Serie fertig, dann schaut er sie sich auch an. „Ich sehe es als Hausaufgabemachen.“ Nebenher kümmert er sich noch um „Influencer-Geschichten“,wie er es nennt. Über die Foto-Plattform Instagram verdient er auch Geld mit Werbung.

Einen Bezug zu Birkenwerder und der Region hat er kaum noch. Seine Mutter lebt inzwischen wieder in Berlin, sein Vater in Griechenland, in Hohen Neuendorf wohnt noch ein Freund. Sein Jobmittelpunkt ist Berlin, er selbst wohnt nun in Berlin-Pankow.

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Semperopernball 2020

Samstag, den 8. Februar 2020
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FR 07.02.2020 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

So viel Hass. So viel Verrohung.
Roland Kaiser findet in Dresden klare Worte. Er verurteilt, was da mit Mareile Höppner geschehen ist. Denn es hat Gründe, dass er am Freitagabend ganz allein auf der Bühne beim Semperopernball 2020 steht.

Der Dresdener Semperopernball ist noch keine sehr lange Tradition. Er findet zum 15. Mal statt, ist aber in Dresden schon zur Institution geworden.
Zum Ball gehört auch die Verleihung des St.-Georgs-Ordens, der an verschiedene Persönlichkeiten vergeben wird. Warum auch immer. In diesem Jahr vergibt Semperopernballchef Hans-Joachim Frey den Preis an Abd el Fatah al-Sisi. Der ist der Präsident Ägyptens, und man flog sogar nach Kairo, um ihm diesen Preis zu bringen.
Aber wofür gab es diesen Preis eigentlich? Er hatte sich mit Hilfe des Militär an die Spitze des Staates geputscht und mit dafür gesorgt, dass der autoritär regierende Husni Mubarak abgesägt wurde.
Dafür den Preis? Wo doch Abd el Fatah al-Sisi gar nicht besser ist. Ihm werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Laut Amnesty International gibt es Zehntausende Inhaftierte in Ägypten. Man spricht von Folter und Misshandlungen.
Wie kann man ernsthaft auf die Idee kommen, diesem Mann einen Preis zu überreichen? Aus Geldgier, weil man gern einen Opernball in Kairo veranstaltet hätte?

Es herrschte, nun ja, Verwunderung.
Auch bei Judith Rakers. Die “Tagesschau”-Sprecherin sollte neben Roland Kaiser den Semperopernball 2020 moderieren. Ganz öffentlich ging sie mit ihrer Verunsicherung um. Immerhin hat sie als Gesicht der “Tagesschau” eine besondere Verantwortung, will neutral sein. Aber kann man da eine Gala moderieren, wo Bilder der Preisverleihung in Kairo gezeigt werden sollen? Und dabei noch lächeln und nichts dazu sagen?
Judith Rakers fand, das geht nicht. Sie bat um Auflösung des Vertrages.

Dann kam Mareile Höppner. Sie bot an, für Judith Rakers einzuspringen. Sie mache das gerne, sagte sie. Bis ein gewaltiger Shitstorm sie überrollte. Hassbotschaften, die sogar ihr Kind erreichten. Erschüttert zog auch sie ihre Teilnehme zurück.

Und auch beim übertragenden mdr zeigte man sich irritiert. Wer stattdessen mit Roland Kaiser moderieren sollte, wurde geheim gehalten, und am Freitag war dann klar: Er macht’s alleine.
Unterdessen gab Semperopernballchef Hans-Joachim Frey bekannt, dass Abd el Fatah al-Sisi der Preis wieder aberkannt worden ist, was das Ganze ja noch peinlicher macht. Frey hat dann bitte nach Kairo zu fahren und den Preis auch wieder abholen. Mit dem Satz “Sorry, du. Passte doch nicht, denn du bist böse. Wusste ich vorher nicht. Hab mich nicht informiert. Also, sorry, noch mal. Kann ich den Preis wieder mitnehmen? Bitte, bitte!”

Dass der mdr dennoch an der Übertragung festhält, ist aber nicht falsch. Nicht der mdr hat den Preis vergeben. Vielmehr sollte der Sempernopernballchef über einen Rücktritt nachdenken.
Ich brauche den Sempernopernball nicht. Aber den Dresdnern ist er offenbar wichtig. Deshalb sollte es nun darum gehen, den Ball selbst nicht zu gefährden. Es heißt, es werde nun kein Preis mehr vergeben, und das ist gut so.

Glücklicherweise hat der mdr das ganze Thema nicht verschwiegen. Im Countdown – der eigentliche Ball begann erst um 21 Uhr – ging man ausführlich darauf ein, um zu erklären, was da eigentlich passiert ist.
Und auch Roland Kaiser nahm Stellung. Verurteilte die Preisvergabe, aber auch den Shitstorm gegenüber Mareile Höppner. Es sei erschreckend, wie die Menschen miteinander umgehen, wie sie Dreck auf andere werfen. Ernste Worte, bevor in der Semperoper zum festlichen teil übergegangen worden ist.

-> Zusammenfassung der Ereignisse (mdr)
-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 8. März 2020)

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Markus Lanz: Atze Schröder

Samstag, den 8. Februar 2020
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DO 06.02.2020 | 23.35 Uhr | ZDF

Dass hinter der Kunstfigur Atze Schröder ein sehr kluger, nachdenklicher, sympathischer Kerl steckt, das wissenm vermutlich die wenigsten. Aber in den vergangenen Monaten hat er mehrere spannende Interview gegeben, die nicht aus Sicht des Komikers Atze geführt worden sind, sondern aus Sicht des Mannes dahinter. 2019 war er im “Hotel Matze” zu Gast, einem Interview-Podcast. Dort gab er ein sehr ernsthaftes, extrem spannendes Interview, in dem er sich nicht nur über seine Kunstfigur äußerte, sondern auch zu aktuelle gesellschaftlichen Strömungen. Es war ein Gespräch sehr weit weg vom Schenkelklopfer-Atze.

Deshalb war es am Donnerstagabend auch nur auf den ersten Blick verwunderlich, dass bei Markus Lanz in “Markus Lanz” im ZDF Atze Schröder zu Gast war – neben einer Holocaust-Überlebenden und ihrer Tochter. Comedy neben Geschichte? Geht das?
Ja, das geht – wenn man weiß, dass Atze Schröder mehr ist als Comedy.

Die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi erzählte von den Nazi-Verbrechen im Zweiten Weltkrieg und von ihrer Zeit im KZ Auschwitz. Es waren bewegende Minuten.

Atze Schröder ist später zunächst nach seinem Werdegang befragt worden – das übliche Gespräch. Aber irgendwie kam das Gespräch auf Atze Schröders (den wahren Namen des Mannes hinter Atze kennt man ja nicht) Vater. Er erzählte, dass er die ersten Auftritte noch miterlebt habe und dass er dabei war, als sein Vater plötzlich starb. Er erzählte davon, dass er zunächst nicht trauern konnte und dass die Trauer ihn wie eine Wucht erwischte, zwei Jahre danach.
Sein Vater sei 1924 geboren worden, und er sei dann in den Krieg gezogen – mit 17. Erst mit 30 kam er zurück.
Atze sagte, sein Vater habe als Soldat „die schlimmsten Sachen gemacht“. Und: „Nach dem Krieg hat er sich entschieden, diese Tür erst mal zuzumachen und ein gutes Leben zu führen.“ Einigen seiner Brüder sei das nicht gelungen – große Tragödien: „Ich habe erfahren, dass meine Oma sich erhängt hatte, dass sich meine Onkels erhängt hatten. Da bin ich in ein Tief gefallen.“ Atze mit feuchten Augen. „Ich vermute, wenn mein Vater hier wäre, würde er sich entschuldigen“, sagte er zu Eva Szepesi. Er ging dann zu ihr, nahm ihre Hand. “Es tut mir Leid. „Es tut mir leid. Wir dürfen das nie vergessen.” Und noch mal mit Nachdruck: “Wir dürfen das nie vergessen!”
Das hatte dann mit Comedy nichts mehr zu tun – sondern mit dem wahren Leben.

In den asozialen Medien musste er sich dafür von rechtsextremen Hetzern beschimpfen lassen, die sich vermutlich fälschlicherweise gar nicht als Rassisten bezeichnen würden.
Aber von solchen dummen Idioten sollte, darf man sich nicht einschüchtern lassen. Gerade wenn es um Erzählungen aus der Zeit des Holocausts geht.

-> Die Sendung der ZDF-Mediathek (bis 7. März 2020)

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ORA aktuell

Rewe erweitert Oranienburger Logistikzentrum

Samstag, den 8. Februar 2020
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Die Rewe-Group erweitert das Logistikzentrum im Oranienburger Gewerbegebiet an der Flugpionierstraße. Hat es jetzt eine Größe von 53.000 Quadratmetern, soll es auf 73.000 Quadratmeter anwachsen. Am Freitagvormittag erfolgte dafür erste Spatenstich. 68 Millionen Euro sollen dort investiert werden.

Das 2011 eröffnete Logistikzentrum sei an die Kapazitätsgrenze gekommen, sagte Stefan Hörning, Vorsitzender der Geschäftsleitung Rewe Ost, beim Festakt. Es seien mehr Märkte zu beliefern, und die Kunden setzen noch mehr auf frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Milchprodukte.

Auch soll für die Beschäftigten ein Parkhaus entstehen. Derzeit arbeiten dort etwa 600 Menschen.

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