Tagesarchiv für 3. Februar 2020

RTelenovela

RIP Potsdamer Platz

Montag, den 3. Februar 2020
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Nach dem Kino schnell noch was essen. Bislang war das am Potsdamer Platz in Berlin gar kein Problem. Schließlich befindet sich in den Potsdamer Platz Arcaden mein Lieblings-Asia-Imbiss.
Oder: befand.

Ich hatte ja vor einiger Zeit schon mal darüber geschrieben, dass sich die Potsdamer Platz Arcaden im Niedergang befinden. Inzwischen sind sie tot.

Ich fahre mit der Rolltreppe nach oben. Asiaimbiss: weg. Ich sehe mich um. Eisladen: weg. Burger-Restaurant: weg. Ich stehe da wie angewurzelt und sage leise: Was für eine Scheiße?!
Ich fahre wieder runter, und auch dort ist fast alles leer. Nur noch am Einfang gibt es eine art Fastfood-Laden, wo mich das Fastfood aber nicht wirklich anspricht.
Ich fahre ins Kellergeschoss. Dönerladen: weg. Fischladen: weg. Bäcker: weg. Subway: weg. Im Grunde ist alles weg, ganz hinten sehe ich den Rewe-Supermarkt. Ob er noch im Betrieb ist, kann ich vom weiten nicht sehen.
Letzte Hoffnung: McDonald’s. So hatte ich mir das zwar nicht vorgestellt, ich wollte schon was Besseres essen, aber nun gut. Ich laufe raus, komme zum Laden und – McDonald’s: weg.
Mausetot sind die Arcaden.

Wie es heißt werden die Arcaden demnächst umgebaut. Die komplette obere Etage fällt weg, dafür sollen im Erdgeschoss opulente Läden entstehen – inklusive vieler Imbisse und Bistros. Es hieß aber auch, dass der Betrieb während des zwei Jahre dauernden Umbaus aufrecht erhalten bleiben soll. Ich wüsste nicht, wo das geschehen soll. Ist ja schon alles dicht.

Ich muss mir also einen Plan B überlegen. Auf Steaks habe ich keine Lust. Bei Pizza Hut ist alles voll. Aber ich weiß, dass es zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger Tor noch einen Subway gibt. Ich laufe also los.
Auf dem Weg dorthin komme ich an einem Hot-Dog-Restaurant vorbei. Ich gehe spontan rein. Aber kennt ihr das auch, wenn man einen Laden betritt, und es flasht einen irgendwie nicht? Ich suche mir einen Platz, nehme ich Speisekarte – und stelle überrascht fest, dass sie nur auf Englisch ist. Ein bisschen Englisch kann ich ja, wenn es aber um spezielle Speisen geht, müsste ich mir erst mal die Übersetzungsmaschine auf dem Smartphone anschmeißen. Zumal man überhaupt nicht abschätzen kann, wie groß die Hot Dogs sind. Ganz billig waren die Dinger jedenfalls nicht.
Dann kommt ein Herr, die Bedienung. Er spricht mich auf Englisch an. Etwas provokativ frage ich ihn, ob er auch Deutsch spricht. Er spricht kaum Deutsch, und als er merkt, dass ich etwas ratlos auf die Karte schaue, dreht er sich um, sucht und findet eine Karte auf Deutsch. Ich sage auf Englisch, dass ich noch ein bisschen brauche.
Aber ich muss sagen, dass da schon die Luft raus war. Irgendwie war mir den Laden seltsam unsympathisch. Die Karte war unsympathisch, mit den Speisen konnte ich nichts anfangen, die Hot Dogs kamen mir überteuert vor, die kriege ich am Imbiss billiger und muss die nicht in einem Restaurant kaufen. Selbst Ketwurst gab, auch die nicht ganz billig. Dazu noch Fries-Variationen, gleichzeitig aber auch Pommes-Beilage. Ich war überfordert und sehr lustlos. Schließlich stand ich auf und ging wieder.

Weiter zum Subway. Ich lief die Straße lang und – Subway: weg. Na toll.
Allerallerletzte Hoffnung: das indische Lokal auf der anderen Straßenseite. Da waren wir auch schon mal drin. Dort gab es endlich Abendbrot. Und war auch lecker. Immerhin. Dennoch war der Abend sehr ernüchternd.
Und in Richtung Potsdamer Platz kann ich nur sagen: Macht hinne! Nicht dass auch noch das Cinemaxx den Abgang macht. Dann braucht ihr nämlich eure Arcaden auch nicht mehr zu sanieren.

Hits: 89

RT im Kino

Little Women

Montag, den 3. Februar 2020

Neuengland, um 1850. In der Familie March wachsen vier Mädchen auf: Jo (Saoirse Ronan), Meg (Emma Watson), Amy (Florence Pugh) und Beth (Eliza Scanlen). Ihr Vater ist nicht da. Er ist im Bürgerkrieg und tauchte monatelang nicht auf. So ist es die Mutter (Laura Dern), die sich um alles kümmert.
Irgendwie kommen sie aber klar, aber je älter sie werden, desto mehr stellen sie fest, dass sie sich unterschiedlich entwickeln. Jo will Schriftstellerin werden. Eine Hochzeit mit einem Mann kann sie sich nicht vorstellen, weil sie unabhängig bleiben will. Gleich mehrere Männer sind es, die sich in sie verlieben – sie aber bleibt hart. Ganz anders Meg: Sie verliebt sich und heiratet. Amy will am liebsten malen. Beth spielt Klavier.
Laurie (Timothée Chalamet) wohnt im riesigen Nachbarhaus. Er ist es, der sich in Jo verliebt – jahrelang versucht er, bei ihr zu laden. Aber es soll auch da anders kommen.

“Little Women” erzählt die Geschichte der Familie March mit den vier Mädchen und den Eltern. Unbekannt ist die Geschichte nicht. Man kennt sie in Deutschland unter dem Titel “Betty und ihre Schwestern”. Nach “Lady Bird” nach Regisseurin Greta Gerwig das Buch von Louisa May Alcotts neu verfilmt.
Schwierig sind die verschiedenen zeitlichen Ebenen im Film. Zwar führen die nicht zu Verständnisschwierigkeiten (weil die Geschichte an sich ja simpel ist), sie irritieren aber an einigen Stellen.
So nett die Schwestern auch sind, der Film hat viele gute Momente, aber allgemein ein bisschen mehr Spannung oder ein bisschen mehr relevanter Story hätte schon sein können. Durch die zeitlichen Ebenen, die vermischt werden, wird einiges an Spannung genommen. Wenn eine der Schwestern krank wird, wenn Laurie um Jo kämpft, dann sind das packende Augenblicke. Aber davon hätten gern noch mehr kommen können.
“Little Women” ist ein netter Zeitvertreib für einen Sonntagnachmittag im Heimkino. Aber vermutlich würde man sich da noch mehr ablenken lassen.

-> Trailer auf Youtube

Little Women
USA 2019, Regie: Greta Gerwig
Sony, 135 Minuten, ab 0
6/10

Hits: 143

RTZapper

Die Schlager-Hüttenparty des Jahres

Montag, den 3. Februar 2020
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SA 01.02.2020 | 20.15 Uhr | mdr-Fernsehen

Werde ich langsam alt? Oder bin ich schon so was wie altersmilde? Oder finde… ähm… finde ich es vielleicht… nun ja… sogar gut?
Am Sonnabend lief im mdr zur besten Sendezeit “Die Schlager-Hüttenparty des Jahres”, und ich fühlte mich überraschend gut unterhalten. Denn der Titel der Show versprach nicht zu viel: Es waren fast allesamt aktuelle und bekannte Partyhits, und selbst am Schreibtisch kam ich nicht drumherum, mit den Füßen mitzuwippen.

Was der mdr clever gemacht hat: Die Show wirkte tatsächlich wie komplett in Österreich aufgezeichnet. In der Tat hat Moderator Florian Silbereisen mit einigen seiner Gäste in Kirchberg in Tirol und im Brixental einige Songs aufgezeichnet. Draußen und im Schnee. Der Rest kam aus der Hütte. Dass die sich aber in Wirklichkeit nicht in Österreich befand, sondern in der Media-City in Leipzig, fiel erstaunlicherweise nicht wirklich auf. Da musste man schon sehr genau hingucken.

Eines aber fiel dann doch auf: Florian Silbereisen begrüßte u.a. voXXclub, DJ Ötzi, Marianne Rosenberg, Andy Borg, Giovanni Zarrella, Matthias Reim, Oli.P, Anna-Carina Woitschack und Stefan Mross, Lucas Cordalis, Thomas Anders, Willi Gabalier, Jürgen Drews, Ross Antony und viele mehr. Nur Klubbb3 waren nicht dabei, weil Sänger Jan Smit aus gesundheitlichen Gründen pausiert.
Vor drei Wochen erst lief Silbereisens letzte Schlagershow im Ersten, und weitere sechs Wochen davor die Adventsshow, ebenfalls im Ersten. Und irgendwie wird man den Eindruck nicht los, als dass immer dieselben Künstler mit immer denselben Songs auftreten. Zumal Silbereisen erst vor einer Woche eine Schlagershow mit Mary Roos im mdr moderierte, in der auch einige der üblichen Verdächtigen dabei waren.
Ist der deutsche Schlagermarkt dann doch so klein? Oder will man auf die großen Namen einfach in keiner der Sendungen verzichten?

Im März gibt’s im Ersten die nächste Schlagershow mit Florian Silbereisen. Ich bin ja schon echt gespannt, wen er sich dann eingeladen hat…

-> Die Show in der ARD-Mediathek (bis 2. März 2020)

Hits: 97

RTelenovela

Was A nicht hat, darf B erst recht nicht bekommen

Montag, den 3. Februar 2020
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Eines sollte man in der Politik niemals machen: Leute gegeneinander ausspielen. Deshalb war die Entscheidung im Kremmener Bauausschuss, die Abstimmung über die neue Tempo-30-Zone zu verschieben, mindestens irritierend.

Hintergrund: In Kremmen soll ein neues Verkehrskonzept für die Altstadt und das Scheunenviertel erstellt werden. Da geht es ums Parken, Tempo 30, Einbahnstraßen und so weiter. Das Konzept lässt jedoch aus verschiedenen Gründen auf sich warten.
Nun sollte es darum, in fünf Straßen – die jedoch nicht im Gebiet des Verkehrskonzeptes sind – eine Tempo-30-Zone einzurichten. Doch die Mitglieder des Bauausschusses vertagten die Entscheidung. Man wolle erst aufs Verkehrskonzept warten, und es könne ja nicht sein, dass es da so lange dauere, bei der jetzigen Entscheidung aber so schnell gehe.
Das Problem war nicht, dass man die Tempo-30-Zone nicht wollte. Das Problem war, dass es anderswo dauert, bis ein Verkehrskonzept vorliegt. Heißt: Nur weil Personengruppe A etwas noch nicht bekommen hat, darf es auch Personengruppe B noch nicht bekommen.

Kann so etwas eine Entscheidungsgrundlage sein? Die Begründung, aus diesem Grund noch nicht über die neue Verkehrsregelung zu entscheiden, hatte deshalb einen merkwürdigen Beigeschmack. Schlicht, weil das eine mit dem anderen nichts zu tun hatte. Dass die Stadtverordneten nun doch mehrheitlich für die Einführung der Tempo-30-Zone stimmten, ist vernünftig

Hits: 80