Monatsarchiv für Februar 2020

RTelenovela

Coronapanik

Samstag, den 29. Februar 2020
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Es gibt sie offenbar wirklich: die Coronapanik. Die Angst davor, den Coronavirus zu bekommen. Es bekommen zwar jedes Jahr mehr Leute die Grippe, und es ist auch erschreckend, wenn man erfährt, wie viele Menschen jedes Jahr an der Grippe sterben – bei Corona ist die Panik trotzdem größer.

In Oranienburg gibt es in den Apotheken keinen Mundschutz mehr, und auch Desinfektionsmittel sind knapp geworden. Die Industrie reibt sich erfreut die Hände, und wir rennen wie die Schafe rum und kaufen, was wir gar nicht brauchen. Immerhin heißt es vom Robert-Koch-Institut, dass Mundschutz unnütz ist – und selbst wenn man ihn benutzt, muss man ihn nach nur 30 Minuten austauschen. Und eigentlich ist er nur sinnvoll, wenn man selbst das Virus schon hat, nicht wenn man sich davor schützen will. Auch Desinfektionsmittel braucht man eigentlich nicht, wenn man sich öfter die Hände wäscht.

Dass es jetzt selbst in den Supermärkten schon Hamsterkäufe gibt, das ist dann aber fast schon bestürzend. Suppenregale sind leer, alles mögliche, was man braucht, wenn … Ja, was denn eigentlich? Wenn Oranienburg abgeriegelt wird, weil drei Leute husten?
Es gibt in der Region bislang keinen Coronafall. Keinen. Aber wie das immer so ist mit den Gefühlen und den diffusen Ängsten – kennt man ja von anderen Problematiken.

Klar, macht man durchaus ein mulmiges Gefühl, weil da was ist, was wir nicht einschätzen können. Andererseits wissen wir doch alle, wie man sich vor Erkältungsviren schützt, und genauso ist das bei den Coronaviren auch. Wieso also diese Panik? Ruhig bleiben.

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RTZapper

Eurovision Song Contest 2020: Unser Lied für Rotterdam

Freitag, den 28. Februar 2020
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DO 27.02.2020 | 21.30 Uhr | one

Bitte, liebe Zuschauer, jetzt halten Sie einfach mal den Mund und staunen Sie, was wir denn da Tolles für Sie ausgewählt haben. Und jetzt finden Sie das bitte gut. Wobei es uns vollkommen wurscht ist, ob Sie das gut finden. Deshalb verstecken wir die Verkündung auch im Spätprogramm unseres kleinen Nischensenders. Wir wollen ja kein Aufsehen erregen. Wir wollen nur gut sein, in Rotterdam. Mit allen Mitteln. Und Sie, liebe Zuschauer, Sie stören da nur.

Ja, so könnte die wahre Ankündigung für “Unser Lied für Rotterdam” ausgesehen haben.
Deutschland hat einen Interpreten und einen Song für den Eurovision Song Contest 2020 in den Niederlanden. Es ist Ben Dolic mit dem Song “Violent Thing”. Eine gefällige Popnummer, die allerdings nicht sofort ins Ohr geht. Die Melodie ist schwierig, eher kein Ohrwurm.
Aber beim NDR ist man der Meinung, dass das der beste aller Songs sei, den sie in der Auswahl hatten. Nun denn.

Dabei ist dieses Spektakel eigentlich nur das: ein Trauerspiel. Man sieht die Schuld also beim Zuschauer, dass sie nicht in der Lage sind, einen guten Song auszuwählen. Dabei lag es doch einzig und allein daran, dass vielleicht die zur Wahl stehenden Songs mau waren. Wenn der NDR Songs zur Verfügung stellt, dann müssen die doch alle ein Knaller sein. Denn auch 2019 gab es ein großes Auswahlverfahren, das der NDR allerdings selbst torpediert hat, in dem ein Song mit zur Wahl stand, der gar nicht im Verfahren war. Dieser hatte dann die meisten Zuschauerstimmen, und der kackte dann in Tel Aviv ab.
Das Fazit beim NDR: Wir lassen den Pöbel draußen und suchen uns unsere eigene Jury.

Was man in Deutschland immer noch nicht verstanden hat, ist, den ESC zu einem großen Event zu machen. Und zu diesem Event gehört mehr als das Finale am 16. Mai.
Zum Event gehört ein Vorentscheid mit coolen Songs. Das führt dazu, dass der Siegersong am Ende schon im Ohr ist. Man kann ihn ein erstes Mal in die Zuschauerohren hämmern. Ja, das spielt beim ESC keine Rolle, weil wir ja nicht für uns selbst stimmen dürfen. Aber es geht um Identifikation. Immerhin wäre es doch toll, wenn wir selbst unseren Song lieben und für ihn brennen, wenn es dann im Finale um alles geht.

Aber was macht der NDR? Keine Publikumsbeteiligung. Stattdessen wirft man den Fans den Song hin. Und selbst das macht man nicht zur besten Sendezeit im Ersten, sondern am Donnerstag um 21.30 Uhr bei one. In einem Minikino in Hamburg mit Minibühne und nur vor Journalisten. “Unser Lied für Rotterdam” war eine abgefilmte Pressekonferenz und einfach nur schäbig, dieser Veranstaltung unwürdig.
Es scheint, als wolle man gar keine Aufmerksamkeit, als sei egal, was die Deutschen denken und ob sie den Song überhaupt wahrnehmen.

Es wäre schön, wenn der Eurovision Song Contest in Deutschland mehr zelebriert wird. Dass auch die Halbfinals, in denen wir, wenn wir teilnehmen müssten, sicherlich schon oft rausgeflogen wären, mehr Beachtung bekommen. Dass es im Vorfeld mehr spezielle Sendungen gibt, die auf das Event hinarbeiten. Formate wie der “Songcheck” gibt es live nur auf Youtube und später im Vormittagsprogramm von one.
Man muss die Fans mehr mitnehmen. Das hat man beim NDR scheinbar immer noch nicht bemerkt.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 27. März 2020)

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ORA aktuell

Coronavirus: Apotheken und Drogerien spüren Auswirkungen

Freitag, den 28. Februar 2020
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Die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland ist in den Apotheken und Drogerien auch in Oranienburg spürbar. Das ergab eine Recherche der Märkischen Allgemeinen.

So seien in der Preußenapotheke keine Mundschutz-Packungen mehr erhältlich. Desinfektionsmittel seien nur noch in Großpackungen zu haben. Es gebe in der Hinsicht derzeit auch keine Lieferungen.
Im DM-Markt in der Stralsunder Straße seien Desinfektionsmittel und Mundschutzmasken ebenfalls komplett ausverkauft, heißt es.

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RTZapper

Big Brother

Freitag, den 28. Februar 2020
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MI 26.01.2020 | 19.00 Uhr | Sat.1

Bei Sat.1 scheint blanke Panik zu herrschen. Die Quoten von “Big Brother” sind mies. Eigentlich erwartungsgemäß, weil das Format heute nichts besonderes mehr zu scheint scheint, aber bei Sat.1 hat man sich wohl eingeredet, dass sie da das ganz große Ding aufziehen.
Man will das Format noch retten, und deshalb herrscht jetzt blanker und blinder Aktionismus. Irgendwas wollten sie, mussten sie offenbar tun.
Deshalb sind am Montag einfach mal komplett die Regeln und das ganze Konzept über den Haufen geworfen worden.

Das Konzept war: Im Glashaus leben die Bewohner im Luxus, müssen sich aber immer wieder zeigen lassen, wie beliebt sie sind. In einem Ranking und mit Zuschauerkommentaren. Im Blockhaus ist alles knapp, die Bewohner müssen sich viel erarbeiten. Dafür leben die analog, kriegen nichts mit, bekommen keine Bewertungen.
Am Montag wurde das Blockhaus geschlossen, stattdessen wurden alle ins Glashaus gefercht.

Offenbar dachte man bei Sat.1, dass nun wirklich alle bewerttet werden müssen. Dass sie Druck auf die Bewohner ausüben müssen, indem sie eng aufeinander hocken.
Aber eigentlich ist das nichts anderes als eine Bankrotterklärung.

Ein interessantes Detail: Die Bewohner des Blockhauses hatten alle eine sehr viel bessere Bewertung als die im Glashaus. Das könnte daran gelegen haben, dass im Blockhaus-Leute viel entspannter waren. Sie führten spannende Gespräche, und sie mussten viel tun – Hühner füttern, Aufgaben erledigen. Das war schlichtweg spannender.
Im Glashaus dreht sich jetzt alles um die idiotischen Bewertungen. Alle reden sie nun meist nur noch über sich selbst, über diese Bewertungen. Das ist öde.
Und schade ist, dass man einige Charaktere damit zu brechen droht. Wenn Sympathieträger wie Pat oder Tim plötzlich leiden, dann macht das auch keinen Spaß mehr. Weil dieses Leiden unnötig ist, weil es nur auf die Panikreaktion von Sat.1 fußt.
Wenn sich “Big Brother” nur noch darum dreht, dass man den Leuten an den Kopf wirft, was man von ihnen hält, und sie sich nur noch darüber unterhalten – dann ist das nicht wirklich interessant.

Viel spannender wäre es doch gewesen, den Leuten in beiden Bereichen mehr Aufgaben zu geben. Dass es mehr Möglichkeiten gibt, zu wechseln. Dass es Stunden gibt, wo sie alle zusammen sind. Auch das hätte Lästerpotenzial gehabt, das in den zwei Häusern immer wieder ausgewertet worden wäre.
Anstatt dass man sich bei Sat.1 überlegt hat, was man mit den Leuten in den beiden Bereichen anstellen kann, wie man mehr Abwechslung reinbringt, wirft man alles über den Haufen.
Das wird sich nicht auszahlen.

-> Die Sendung vom Mittwoch bei Joyn

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RT liest

Harry Luck: Bamberger Seidla

Freitag, den 28. Februar 2020

Die Schlager-Branche – eine heile Welt?
Ganz und gar nicht! Denn in der Brose-Arena in Bamberg geschieht ein Mord. Der beliebte Schalgershow-Moderator Fabian Goldstein wird ermordet. Erschlagen mit einem “Bamberger Seidla”, dem Pokal, mit dem er für sein Lebenswerk geehrt werden sollte.
Wer ist für diese Tat verantwortlich? Während Kommissar Horst Müller und seine Kollegin Paulina Kowalska die Ermittlungen aufnehmen, dreht sich die Schlagerwelt scheinbar weiter. Denn immerhin muss ja die Weihnachtsshow aufgezeichnet werden – dann eben mit einem anderen Moderator.
Müller und Kowalska denken immer mehr Verstrickungen im Schlagermilieu auf – und bekommen Einblicke hinter die Kulissen, die überraschend sind.

Harry Luck führt seine Leser in die gar nicht so heile Welt des Schlagers. Das wirkt stellenweise etwas überspitzt, wobei man man sich vermutlich niemals sicher sein kann, wie viel Wahrheit tatsächlich in diesen Beobachtungen steckt. Der Autor scheint die Szene jedenfalls recht gut beobachtet zu haben.
Die Story ist dann in der Tat auch spannend und interessant, sie hätte aber gern noch ein paar tiefergehende Kapitel mehr vertragen können. Mitunter unangenehm sind die besserwisserischen Momente des Kommissars, ebenso die Selbstironie, wenn der Kommissar davon schwadroniert, wie es sei, in einem Heimatkrimi mitzuspielen. Da gilt: Weniger ist mehr.
Aber gerade gegen Ende nimmt die Story ordentlich Fahrt auf, denn dann geht das wilde Spekulieren so richtig los.

Harry Luck: Bamberger Seidla
emons, 211 Seiten
7/10

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RT im Kino

Ruf der Wildnis

Mittwoch, den 26. Februar 2020

Der Schottische-Schäferhund-Bernhardiner-Mischling Buck führt ein sehr gutes Leben bei reichen Leuten. Allerdings muss er mal wieder auf der Terrasse schlafen, weil er ungezogen war.
Das nutzt ein Fremder aus und entführt den Hund.
Das passiert in den 1890er-Jahren immer wieder. Diese Hunde werden gestohlen und als Schlittenhunde eingesetzt. So ergeht es auch Buck. Er wird auf dem Schwarzmarkt verkauft.
Er hat verschiedene Besitzer, und irgendwann trifft er auf Perrault (Omar Sy). Für ihn muss Buck, gemeinsam mit einer Hundegruppe den Postschlitten in die Einöde Alaskas ziehen.
Aus Buck, dem verwöhnten Haushund, wird nach und nach ein Tier, das sich auf seine Instinkte besinnt und das sich immer besser in der Wildnis zurecht findet.

Die Geschichte “Ruf der Wildnis” ist bekannt. Jack London veröffentlichte sie 1903, und sie ist mehrfach verfilmt worden. Nun erneut von Chris Sanders.
Natürlich funktioniert die Story auch 2020. Da ist ein Hund, der vieles durchmachen muss, der aber im Laufe der Zeit erstarkt und Selbstbewusstsein bekommt.
Nur leider ist ausgerechnet der Hund der größte Schwachpunkt des Films. Der Hund ist animiert, und das leider nicht besonders gut. Seine Bewegungen sind öfter mal recht ungelenk und wirken nicht echt. Auch dass der Hund extrem vermenschlicht wird – durch Blicke und Charakter -, ist stellenweise wirklich störend. Hinzu kommt, dass einige Szenen unglaubwürdig sind, weil sich ein Hund in Stromschnellen sicherlich nicht in einem Boot halten könnte.
Da nutzen auch die menschlichen Hauptdarsteller wenig, neben Omar Sy ist auch Harrison Ford dabei.
Der Hund macht das Filmerlebnis leider ziemlich kaputt, weil man mit so einem Animationsdings nicht so wirklich mitfiebern kann. Sehr, sehr schade.

-> Trailer auf Youtube

Ruf der Wildnis
USA 2019, Regie: Chris Anders
Fox, 100 Minuten, ab 6
4/10

Hits: 150

RTZapper

Deutschland sucht den Superstar: Auslandsrecall in Südafrika

Mittwoch, den 26. Februar 2020
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DI 25.02.2020 | 20.15 Uhr | RTL

Ich habe ein bisschen den Überblick verloren, wer eigentlich bei “Deutschland sucht den Superstar” noch im Spiel ist. Und ich frage mich auch ernsthaft, wenn es denn in dieser Sendung wirklich mal wieder um den Gesang geht.

Am Dienstagabend lief bei RTL der dritte Teil des Auslandsrecalls in Südafrika. Das Casting fand diesmal an einem Strand statt – direkt an der tosenden See.
Und während der gesamten Sendung ist immer wieder gespoilert worden, dass irgendwann eine riesige Welle auf den Strand schwappen wird. Gleich kommt sie, die Welle.
Zwischendurch sangen noch mal ein paar Leute, aber in Wirklichkeit warteten die Zuschauer doch darauf, dass endlich die Welle kommt.

Nun standen die jungen Sängerinnen und Sänger an diesem Strand, und die See muss unfassbar laut gewesen sein. Welchen Sinn hat das da eigentlich? Das sind doch keine Bedingungen, die auch nur im entferntesten gut sind. 4
Im Fernsehen wirkte alles easy. Die Musik kam vom Band, und die Mikros müssen unglaublich gut gewesen sein. Fast schon zu gut. Haben die da wirklich live gesungen? Dort, vor Ort, müssen die doch ihr eigenes Wort kaum verstanden haben. Kann man unter solchen Bedingungen so gut singen?
Am Ende – also, ganz am Ende – kam sie dann übrigens, die Welle, die alles wegspülte.
So eine bekloppte Folge von “DSDS” gab es wirklich noch nie. Aber vielleicht gibt es ja in diesem Jahr auch noch eine Mottoshow mit 20 Windmaschinen. Stürmisch und laut. Da ist dann das Gesinge eh wurscht.

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 134