Monatsarchiv für Februar 2020

RT im Kino

Ruf der Wildnis

Mittwoch, den 26. Februar 2020

Der Schottische-Schäferhund-Bernhardiner-Mischling Buck führt ein sehr gutes Leben bei reichen Leuten. Allerdings muss er mal wieder auf der Terrasse schlafen, weil er ungezogen war.
Das nutzt ein Fremder aus und entführt den Hund.
Das passiert in den 1890er-Jahren immer wieder. Diese Hunde werden gestohlen und als Schlittenhunde eingesetzt. So ergeht es auch Buck. Er wird auf dem Schwarzmarkt verkauft.
Er hat verschiedene Besitzer, und irgendwann trifft er auf Perrault (Omar Sy). Für ihn muss Buck, gemeinsam mit einer Hundegruppe den Postschlitten in die Einöde Alaskas ziehen.
Aus Buck, dem verwöhnten Haushund, wird nach und nach ein Tier, das sich auf seine Instinkte besinnt und das sich immer besser in der Wildnis zurecht findet.

Die Geschichte “Ruf der Wildnis” ist bekannt. Jack London veröffentlichte sie 1903, und sie ist mehrfach verfilmt worden. Nun erneut von Chris Sanders.
Natürlich funktioniert die Story auch 2020. Da ist ein Hund, der vieles durchmachen muss, der aber im Laufe der Zeit erstarkt und Selbstbewusstsein bekommt.
Nur leider ist ausgerechnet der Hund der größte Schwachpunkt des Films. Der Hund ist animiert, und das leider nicht besonders gut. Seine Bewegungen sind öfter mal recht ungelenk und wirken nicht echt. Auch dass der Hund extrem vermenschlicht wird – durch Blicke und Charakter -, ist stellenweise wirklich störend. Hinzu kommt, dass einige Szenen unglaubwürdig sind, weil sich ein Hund in Stromschnellen sicherlich nicht in einem Boot halten könnte.
Da nutzen auch die menschlichen Hauptdarsteller wenig, neben Omar Sy ist auch Harrison Ford dabei.
Der Hund macht das Filmerlebnis leider ziemlich kaputt, weil man mit so einem Animationsdings nicht so wirklich mitfiebern kann. Sehr, sehr schade.

-> Trailer auf Youtube

Ruf der Wildnis
USA 2019, Regie: Chris Anders
Fox, 100 Minuten, ab 6
4/10

Hits: 39

RTZapper

Deutschland sucht den Superstar: Auslandsrecall in Südafrika

Mittwoch, den 26. Februar 2020
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DI 25.02.2020 | 20.15 Uhr | RTL

Ich habe ein bisschen den Überblick verloren, wer eigentlich bei “Deutschland sucht den Superstar” noch im Spiel ist. Und ich frage mich auch ernsthaft, wenn es denn in dieser Sendung wirklich mal wieder um den Gesang geht.

Am Dienstagabend lief bei RTL der dritte Teil des Auslandsrecalls in Südafrika. Das Casting fand diesmal an einem Strand statt – direkt an der tosenden See.
Und während der gesamten Sendung ist immer wieder gespoilert worden, dass irgendwann eine riesige Welle auf den Strand schwappen wird. Gleich kommt sie, die Welle.
Zwischendurch sangen noch mal ein paar Leute, aber in Wirklichkeit warteten die Zuschauer doch darauf, dass endlich die Welle kommt.

Nun standen die jungen Sängerinnen und Sänger an diesem Strand, und die See muss unfassbar laut gewesen sein. Welchen Sinn hat das da eigentlich? Das sind doch keine Bedingungen, die auch nur im entferntesten gut sind. 4
Im Fernsehen wirkte alles easy. Die Musik kam vom Band, und die Mikros müssen unglaublich gut gewesen sein. Fast schon zu gut. Haben die da wirklich live gesungen? Dort, vor Ort, müssen die doch ihr eigenes Wort kaum verstanden haben. Kann man unter solchen Bedingungen so gut singen?
Am Ende – also, ganz am Ende – kam sie dann übrigens, die Welle, die alles wegspülte.
So eine bekloppte Folge von “DSDS” gab es wirklich noch nie. Aber vielleicht gibt es ja in diesem Jahr auch noch eine Mottoshow mit 20 Windmaschinen. Stürmisch und laut. Da ist dann das Gesinge eh wurscht.

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 43

RTZapper

hessen extra: Autofahrer rast in Volkmarsener Faschingsumzug

Dienstag, den 25. Februar 2020
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MO 24.02.2020 | 20.15 Uhr | hr fernsehen

Wieder ein Zwischenfall. Im nordhessischen Volkmarsen ist ein Mann mit seinem Auto in den Faschingsumzug gerast. Es gibt 30 Verletzte, einige davon schwer.
Der Mann hat das offenbar vorsätzlich getan. Warum er es getan hat, das ist vollkommen unklar, und einmal mehr appelliert die Polizei, nicht zu orakeln und Vermutungen in die Welt zu streuen.

Das hr fernsehen setzte erneut seine Faschingsübertragungen ab. Wie schon zur Weiberfastnacht, ist auch Rosenmontag das Programm angepasst worden. Dokus statt Büttenreden und Funkenmariechen.
Zur Primetime gab es aber erst mal ein “hessen extra”. Auch dort ist noch mal klargestellt worden, dass man über die Motivation des Täters nichts wisse.
Der hr orakelte nicht und… nun ja, ließ einfach die Interviewpartner Vermutungen in die Welt setzen.

In einem Beitrag orakelte Reinhard Kubat, der Landrat von Waldeck-Frankenberg, dass das Vorsatz gewesen sei, “und ich überlege sehr wohl genau, ob das vielleicht auch politisch motiviert war. Was soll es denn sonst sein, frage ich Sie. Man macht das doch nicht einfach so. Sondern, da muss mehr dahinter stecken.” Er hätte auch sagen können: Ich weiß nichts, aber denke mir mal was aus.
Ein angeblicher Nachbar des Täters sagte, dass der Mann ja ein Alkoholproblem habe, woraus der hr schon mal machte, dass auch da Alkohol im Spiel gewesen sein könne. Weil irgendein Nachbar irgendwas rumorakelt hat.

Bald werden wir mehr wissen. Und dann muss man auch beim hr nicht mehr rumspekulieren.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 24. Februar 2021)

Hits: 151

RTZapper

Druckfrisch

Montag, den 24. Februar 2020
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SO 23.02.2020 | 0.00 Uhr (Mo.) | Das Erste

Haut doch ab mit eurer verblödenden Unterhaltungsliteratur! Denis Scheck ist ja eher so der Intellektuelle. Das lässt er in jeder Minute seiner Literatursendung “Druckfrisch” im Ersten raushängen. Da wandelt er durch den Wald und spricht über Bücher, er schmeißt Werke, die er abstoßend findet, in hohem Bogen in den Müll.
Am späten Sonntagabend, nach dem ganzen Polit- und Krimigetöse, wurde es dann endlich höchste Zeit für anspruchsvolles Fernsehen.

“Druckfrisch” ist keine schnöde Büchersendung, wo ein Mann an einem Tisch sitzt und sagt, was wir denn gefälligst zu lesen haben und was um Gottes Willen nicht.
Denis Scheck schlendert also durch einen Wald und spricht über ein Buch. In so geschliffenen Sätzen, dass man als etwas müder Zuseher im Kopf schon abschaltet, weil man gerade keine Lust hat, das Wörterbuch zu nehmen, um seine ganzen klugen Sätze mit den noch sehr viel klügeren Fremdwörtern zu entschlüsseln.
Aber das verleiht seinen Sätzen viele Ausrufezeichen, die sagen: Dieser Mann weiß, wovon er spricht. Und dieser Mann weiß auch, dass er einen verdammt guten Geschmack hat, und dass wir dankbar zu sein haben, dass es ihn gibt. Ihn, der uns von Schund fernhalten will.

Was waren das doch für schöne Zeiten, als Elke Heidenreich im ZDF an einem Tisch saß und ganz schlicht, aber ganz wundervoll 30 Minuten lang erzählte, welche Bücher sie mag.
Denis Scheck sitzt nicht. Er plaudert auch nicht. Er doziert.
Er unterhält sich mit Autoren, und vorher sehen wir, wie das Setting aufgebaut wird, wie crazy-bunte Aufkleber ans Fenster gepappt werden, damit es aufregender aussieht. Wie Kameraleute mit ihren Kameras hinter Heizungen verschwinden, weil das ein tolles Bild ergibt. Hat mit Büchern nichts zu tun, sagt uns aber, dass “Druckfisch” eine moderne Sendung ist, die sich intellektuell total abhebt.
Nur dass diese vielen Mätzchen total von dem ablenken, um was es eigentlich geht: von den Büchern. Weniger ist mehr.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 23. Februar 2025)

Hits: 99

RTelenovela

Berliner Buffet über den Dächern von Berlin

Montag, den 24. Februar 2020
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In Berlin gibt es den Fernsehturm und den Funkturm, und Letzterer führt ein bisschen ein Schattendasein. Auch weil er in Westend ziemlich außerhalb steht, während der Fernsehturm in Mitte genau aus dem Hotspot hervorragt.

Der Funkturm ist 1926 eröffnet worden, er ist 150 Meter hoch, und in 55 Metern Höhe befindet sich ein Restaurant. Das war das Ziel unseres sonntäglichen Familienausflugs.
Denn immer am Abend gibt es dort ein Buffet, schon im Dezember erfolgte die Vorbestellung. Vermutlich wird man dort oft spontan auch gar nicht hochkommen.

Mit dem Fahrstuhl fuhren wir aber erst mal ganz nach oben. Während die Fernsehturm-Kugel relativ breit ist, hat man beim Funkturm oben nur einen schmalen Rundum-Gang. Aber man hat einen spannenden Blick auf das Dreieck Funkturm, an dem die Avus beginnt und die Stadtautobahn durchführt. Zig Rampen führen in verschiedene Richtungen, und überall waren viele Autos zu sehen – auf der Avus allerdings fast nur stadteinwärts.
Auch auf das wunderschöne (hüstel) ICC kann man schauen, auf der anderen Seite das Messegelände.

Sitzt man im Restaurant, kann man auf Westend blicken. Und das Buffet ist voll. Noch bis Ende Februar gibt es dort das Berliner Buffet.
Mit Vorspeisen wie Eisbein-Sülze, Kartoffelsalat mit kleinen Buletten, Currywurst, Matjeshäckerle, Brathering und Shrimps-Cocktailsalat, Lachs und Müritz-Forelle. Außerdem Kartoffelsuppe mit Schinkenknacker.
Als Hauptgang: Spanferkeleisbein, Zwiebelrostbraten, Königsberger Klopse, Lachsforelle oder vegetarisches Hoppel Poppel.
Als Dessert Berliner Luft (Zitronencreme), Mini-Pfannkuchen, Obstsalat, Rote und grüne Grütze, Apfelkuchen und Käse.

Meine Tops: die Currywurst in einem kleinen Glas, der Shrimps-Cocktailsalat (zum Reinlegen), die Kartoffelsuppe, die Klopse, die Lachsforelle.

Und wir haben dazugelernt: Hoppel Poppel. Ich habe den Begriff schon mal gehört, aber dass sich dahinter ein schlichtes Bauernfrühstück verbirgt, hätte ich so nicht gedacht.
Am Ende waren wir seeeehr satt. Nach drei Stunden ging es mit dem Fahrstuhl wieder nach unten. Vielleicht kehren wir im November oder Dezember noch mal zurück – zum Advents- und Weihnachtsbuffet.

Hits: 104

KeineWochenShow

#164 – Kassel, Halle, Hanau

Sonntag, den 23. Februar 2020
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Diese Sendung war ganz anders geplant. Denn eigentlich ist es zur Tradition geworden, dass wir am Sonntag vor Rosenmontag einen Karnevalsumzug übertragen. Und auch in diesem Jahr hatten wir schon etwas vorbereitet, ein Dreh außerhalb von Oranienburg mit einem Gast war bereits terminiert.
Aber dann kam der späte Mittwochabend. Hanau. Und im Laufe des Donnerstags war für uns klar, dass wir keine Lust auf lustigen Fasching haben. Fasching fällt 2020 für uns also aus.

Stattdessen reden wir über Hanau. Über rechtsextreme Gewalt. Über die Reaktionen und Folgen. Und darüber, wie sehr die Grenzen zwischen den Parteien im kleinen, regionalen Bereich schon verschwimmen.

Ansonsten sprechen wir über die Fällung eines uralten Baumes, über den Tesla-Wald und über einen Musical-Rechte-Streit in Neuruppin. Das und noch mehr in KeineWochenShow #164 auf Youtube.

Hits: 84

RTelenovela

Überraschungsevent (37): Viel Tunnel am Ende des Lichts

Sonntag, den 23. Februar 2020
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(36) -> 14.1.2020

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte ich das Event planen, im nächsten Monat ist sie dran.

Diesmal waren wir in Charlottenburg, und wenn man vor dem Europacenter steht, dann kann man das alte West-Berlin-Gefühl erahnen. Das Europacenter war ja immer das Prestigeding der damaligen Zeit, und als wir in das Einkaufszentrum gingen, ging mir im Kopf herum: Warum denke ich immer, das Ding sei tot? Es herrscht durchaus Leben im Europacenter. Es gibt viele Läden, unten diverse Bars. Und die Stachelschweine.
Das Kabarett-Theater ist in Berlin eine echte Institution. Hier traten Legenden wie Wolfgang Gruner auf. Im vergangenen Jahr feierte es das 70. Jubiläum.

Wir sahen einen Kabarettabend unter dem Motto “Viel Tunnel am Ende des Lichts”. Es geht um eine Frau und einen Mann, die vom Dach des Europacenters springen wollen. Er, weil seine Firma scheinbar ruiniert ist – er stellte Sülze in Dosen her -, und sie, Lehrerin, weil sie auch am Ende ist. Ein Dritter kommt dazu, er will das Center in die Luft jagen. Die anderen denken aber, dass auch er springen wollte.
Und so kommen sie ins Gespräch und besprechen die gesellschaftliche und politische Lage.

Dachte ich am Anfang noch, ob es spannend sein könnte, über Selbstmordgedanken zu reden und ob das den Abend tragen könnte, ging es dann ordentlich zur Sache.
Die Parteien – und zwar alle – kriegten ihr Fett weg, die Politiker, die Gesellschaft. Es ging um die allgemeine Hysterie. Um den Umstand, dass wir nicht mehr miteinander diskutieren können. Darum, was in den Schulen abgeht und wie sehr es mit der Bildung abwärts geht. Um die drohende Spaltung der Gesellschaft, und um die Umwelt ging es auch.

Das Stück ist sehr sehenswert und ein gesellschaftlicher Rundumschlag. Es appelliert, dass wir wieder mehr miteinander ins Gespräch kommen müssen. Um zu erörtern, was ist. Und um Lösungen zu finden.
So spannend der Abend auch war, solche Kabarettprogramme sind auch immer ein Stückweit deprimierend, weil man im Laufe von zwei Stunden gezeigt bekommt, was alles im Argen liegt. Das Kabarett zeigt ein sehr düsteres Bild von der Gesellschaft. Lustig zwar, aber eben eigentlich düster.
Das entspricht der Zeit, und ich fand es auch gut. Aber so mit ein bisschen Abstand frage ich mich auch, ob man so einen Abend so dermaßen düster gestalten muss. Andererseits komme ich dann auch immer zur Antwort, dass ein Kabarettabend keine bunte Gala zur Zerstreuung ist. Es handelt sich dabei auch immer um geistige, manchmal anstrengende Arbeit. Das Stück ist im Idealfall der Beginn für eine längere Unterhaltung darüber auf dem Rückweg.

Hits: 93