Tagesarchiv für 28. Januar 2020

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Im Bann der Berge

Dienstag, den 28. Januar 2020
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Mehr als 200 Menschen kommen zum Reisevortrag von Torsten Weigel – auch sein Team ist dabei

MAZ Oranienburg, 28.1.2020

Oranienburg.
Zwei Jahre, drei Kontinente, vier Länder. Und das alles in 135 Minuten. Das heißt, eigentlich waren es zwei Jahre – aber die sind am Sonntagabend im Oranienburger Oranienwerk auf imposante Weise zusammengefasst worden: „Im Bann der Berge“ war das Motto.

2017 schon hielt Torsten Weigel dort erstmals einen Reisevortrag. Diesmal fand die Show im großen Saal statt – und war nahezu ausverkauft. Mehr als 200 Leute waren gekommen, um von seinem „Projekt 7000“ zu hören und zu sehen. „Ich bin ziemlich angespannt“, gab er zu Beginn zu. Der Vortrag sei neu, „und wenn ich dann auch noch einen Großteil des Publikums kenne“, dann mache ihn das nervös.
Auf drei große Berge sollte es gehen: in Georgien ein 5000er, in Südamerika einen 6000er, in Kirgisistan auf einen 7000er. Der 31-jährige Oranienburger hatte die Idee dazu schon auf seiner Südhalbkugeltour, die er 2017 schon im Vortrag im Oranienwerk präsentiert hatte. Klar war, diesmal sollte es aber nicht auf dem Fahrrad vorangehen. „Aktiv sterben“, sei das nämlich gewesen. Stattdessen eben die Berge. Er suchte sich ein Team zusammen, am Ende waren sie zu zwölft.

Der Vortrag war extrem abwechslungsreich und für das Publikum immer packend. Torsten Weigel plauderte über den Start der Tour, über die Strapazen des Bergsteigens. Auch darüber, wie schwierig es sei, erst mal als Team zusammenzufinden. Auf einer riesigen Leinwand – wie im Kino, sah das Publikum wunderbare Bilder.
Dazwischen immer mal wieder Videos, die einen Einblick und Eindrücke zuließen. Auf spannende Weise machte er den Trip erlebbar, manchmal sogar mit Gerüchen, die zwar nicht zu riechen waren, dafür aber gut vorstellbar. So ist es in den mehr als zwei Stunden nie langweilig geworden. Auch, weil nicht nur Torsten Weigel erzählte. Denn fast das komplette Bergsteigerteam war im Oranienwerk anwesend. Zu ihnen gehört auch Anne Israel.
Die Oranienburgerin erzählte am Sonntagabend davon, wie sie den Aufstieg auf den 7134 Meter hohen Pik Lenin in Kirgisistan erlebte. „Ich habe mir gedacht: Keine Ahnung, wie ich da jemals hochkommen soll.“ Ihr Rucksack sei zu voll und zu schwer gewesen. „Ich habe so geflucht.“ Sie habe jeden einzelnen Schritt gezählt. Immer wieder habe sie versucht, mit dem Handy ein Foto vom Berg zu machen, sie habe es aber nie komplett geschafft, „weil es eine so riesige Wand ist.“

Der Abend im Oranienwerk machte deutlich, welche Wucht diese Berge haben. „Demut ist der Schlüssel zum Überleben“, sagte Torsten Weigel. Aber es war auch zu sehen, dass diese Gruppe zu einer Familie zusammengewachsen ist. Eine, die viel erlebt hat, die große persönliche Erfolge zu verzeichnen hatte, großartige, überwältigende, aber auch niederschmetternde Momente erlebt hatte.
Denn nicht alles hat auf der Tour funktioniert. Nicht alle Berge konnten sie besteigen. „Ich habe gelernt, Berge zeigen einem knallhart, was man kann und was man nicht kann.“ So ging es schließlich auch um das Scheitern. Aber eben auch darum, dass Scheitern nicht immer negativ sein muss.
Für den Abend im Oranienwerk gab es vom Publikum für Torsten Weigel und seine Crew großen Applaus.

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Großstadtrevier: Das neue Revier

Dienstag, den 28. Januar 2020
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MO 27.01.2020 | 18.50 Uhr | Das Erste

Staffel 33, Folge 439. Folge 1 lief am 16. Dezember 1986 über den Bildschirm. Eine unglaublich lange Zeit. Am Montagabend begann im “Großstadtrevier” im Ersten eine neue Ära.

Besondere Aufmerksamkeit bekommt die Serie momentan durch den Tod von Hauptdarsteller Jan Fedder. In dieser 33. Staffel wird er seine letzten Auftritte haben.
Besonders ist aber auch, dass Staffel 33 erstmals in einer neuen Wache spielt. Ein neues Revier, aber eigentlich ein neues, größeres Studio.

Ich habe schon lange nicht mehr in die Serie reingeschaut, weil ich sie irgendwann nicht mehr so spannend fand. Außergewöhnlich und interessant war natürlich immer der Lokalkolorit. Die leicht schrulligen Geschichten aus dem Hamburger Kiez, aus St. Pauli, rund um die Reeperbahn. Das hatte Charme.
Jetzt also der Umzug, und zumindest am Montag in “Das neue Revier” war vom Charme nichts mehr übrig. Das große Revier wirkt leider eben wie das, was es ja ist: ein Fernsehstudio. Oder wie eine Art Fabriketage.
Jan Fedder spielt aus gesundheitlichen Gründen nur noch eine Nebenrolle. Mehr ging nicht.

Der Fall: Im neuen Revier finden die Polizisten eine Schnullerkette – es ging um eine 14 Jahre alte Geschichte, damals verschwand ein Kleinkind. Sollte es eine neue Spur geben?

Schade ist, dass fast die ganze Folge nur in Räumen spielte. Das sterile Polizeirevier. Ein Verhörraum. Ein Wohnzimmer. Von Hamburg war nichts zu sehen, nur als Fakebilder in den Fenstern des Reviers. Das “Großstadtrevier” wirkte wie ein Allerweltskrimi ohne Besonderheiten. Erst nach gut 40 Minuten gab es ein paar Schwenks über die Reeperbahn. Sie wirkten fast wie ein Alibi.
Vom echten Charme der St.-Pauli-Serie ist 2020 kaum noch was übrig.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 27. Juli 2020)

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ORA aktuell

75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz: Gedenken in Sachsenhausen

Dienstag, den 28. Januar 2020

Holocaust-Gedenktag: Mehr als 300 Besucher kamen am Montagnachmittag in die Gedenkstätte Sachsenhausen nach Oranienburg. Anlass war der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus sowie der 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

Gäste aus Russland, Polen, Großbritannien, Frankreich, den USA, Weißrussland und Tschechien kamen zur Feier, ebenso wie Vertreter aus der Region.

Axel Drecoll, Leiter der Gedenkstääte Sachsenhausen, sagte: „Das Gedenken und die Erinnerung an all jene, die nicht nur im Lager Sachsenhausen, sondern auch auf den Todesmärschen gelitten haben, ist gerade heute nach wie vor von immenser Bedeutung.“
„Wir müssen erinnern, vertiefen, gedenken und niemals vergessen”, so Brandenburgs Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD). “Die Geschichten, die wir heute gehört haben, sind kaum auszuhalten. Doch sie müssen erzählt werden, denn es ist unsere eigene Geschichte.“

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