Tagesarchiv für 15. Januar 2020

aRTikel

Ein fräsender Roboter

Mittwoch, den 15. Januar 2020
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An der Sommerfelder Klinik für operative Orthopädie kommt neuerdings während einiger Knie-OPs spezielle Technik zum Einsatz

MAZ Oranienburg, 15.1.2020

Sommerfeld.
Ungefähr 50-mal war er in Sommerfeld schon im Einsatz. An der Sana-Klinik für operative Orthopädie unterstützt seit einem halben Jahr ein Roboter die Ärzte bei den Knie-Operationen. „Wir robotern seit einiger Zeit“, sagt der ärztliche Direktor Andreas Halder und lächelt.
Wobei „robotern“ in diesem Fall nicht heißt, dass die Ärzte am OP-Tisch nur noch danebenstehen. Aber das Gerät namens „Navio“ weiß millimetergenau, wie das Gelenk des Patienten aussieht und wo die Fräse angesetzt werden muss. Dazu werden an den Knochen sogenannte Tracker befestigt. Über diese verschafft sich der Roboter einen Überblick über das zu operierende Areal. Er arbeitet nicht selbstständig. Der operierende Arzt hält das Gerät mit dem Fräskopf in der Hand und muss es auch führen. Der Unterschied: Der Apparat weiß, welche Stellen zu fräsen sind, wie tief und wie genau zu fräsen ist. Er weiß, wann er sich ein- und wann auszuschalten hat. „Das Gerät macht auch Vorschläge“, sagt Andreas Halder. Im Sinne von: Soll ich dieses oder jenes ausführen? Der Arzt kann den Vorschlag annehmen, aber eben auch ablehnen. „Der Roboter würde nicht autonom handeln“, stellt der ärztliche Direktor klar. „Ein erfahrener Operateur ist weiterhin notwendig.“ Und er ergänzt: „Ein Roboter macht nicht aus einem schlechten Chirurgen einen guten Chirurgen.“

Ob der Roboter bei der Operation überhaupt eingesetzt wird oder nicht, werde auch immer vorher mit dem Patienten besprochen. „Es gibt welche, die fragen ganz gezielt danach,und es gibt auch Patienten, die das ablehnen“, erzählt Andreas Halder, der seit 2001 in Sommerfeld an der Klinik arbeitet. Der Vorteil des Roboters bei der OP sei eine sehr hohe Präzision beim Fräsen während des Eingriffs am Knie. Aber die Methode habe auch Nachteile: Weil die Tracker im Knochen befestigt werden müssen, gebe es zwei Knochenlöcher mehr. „Und die OP dauert etwas länger“, so der leitende Oberarzt Daniel Schrednitzki. Wobei es da nur um einen Unterschied von gut 20 Minuten gehe.

Pro Woche werden an der Klinik für operative Orthopädie um die 100 Operationen durchgeführt – der Roboter kommt momentan noch bei den wenigsten zum Einsatz. „Vielleicht einmal am Tag“, so Daniel Schrednitzki. „Wir möchten Erfahrungen sammeln“, sagt der 40-Jährige. Die Ergebnisse der ersten Zeit seien recht gut. „Aber wir müssen das auf Dauer abwarten, wir wollen sehen: Geht es dem Patienten danach besser?“ Wenn es so gelänge, dass der Patient nach der OP schneller zurück ist im Beruf und Sport, dann sei das ein Erfolg. Aber ob sich die Arbeit mit dem Roboter langfristig auf die Haltbarkeit der Prothesen auswirke, sei noch nicht zu beweisen.

Die Sana-Klinik investiert in die neue Technik viel Geld. Eine gute Million Euro lässt sich das Unternehmen das kosten. „Aber wir können uns vor der Technik auch nicht verschließen“, erklärt Andreas Halder. Auch jede OP mit dem Roboter koste extra: Um die 600 Euro kostet der Einsatz der Tracker und des Fräskopfes, so der 54-Jährige weiter. „Das geht ins Klinikbudget.“ Aber er wolle am Puls der Zeit bleiben. „Auch wenn ich nicht sagen kann, ob in zehn Jahren flächendeckend mit Robotern gearbeitet wird. Aber wir können schauen, was es wirklich bringt.“
Ein gutes halbes Jahr wurde an und mit der Technik geprobt, bevor sie am Patienten eingesetzt wurde.

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RTZapper

No Body is perfect – Das Nacktexperiment

Mittwoch, den 15. Januar 2020
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MO 13.01.2020 | 20.15 Uhr | Sat.1

Einerseits scheint unsere Gesellschaft immer sexualisierter zu werden. Und alle müssen wir immer perfekter werden. Da ist es eigentlich kein Wunder, dass es auch immer mehr Menschen gibt, die, weil sie keinen perfekten Körper haben, sich nicht mal mehr selbst ansehen möchten.
Insofern betreibt Sat.1 mit der neuen Sendung am Montagabend fast schon einen sozialen Dienst.

Fast möchte man meinen, dass Sat.1 mit dem Stichwort “Nacktexperiment” Leute anziehen will, die eigentlich was ganz anderes erwarten. Aber in “No Body is perfect” sind die Nackten genau das: unperfekt. Das Besondere ist: Es geht nicht darum, sie perfekt(er) zu machen. Sondern darum, sich mit dem, was sie haben, anzufreunden und lockerer damit umzugehen.

Auch besonders ist, dass es nicht nur um Übergewicht geht: Patrick hat schon als Kind Krebs gehabt, die Bestrahlungen haben seine Haut zerstört. Mit seinen Narben mag er sich nicht zeigen, mal an den Strand zu gehen, ist unmöglich. Tatjana und Stephanie dagegen können sich mit ihren fülligen Körpern nicht anfreunden. Strand? Unmöglich! Sich nackt im Spiegel sehen? Geht gar nicht!
Niemals geht es in dieser Sendung darum, was sie an sich ändern müssen. Niemals geht es darum, ihnen zu sagen, ob an ihrem Körper was arbeiten sollen. Was im Fall von Patrick auch schwierig wäre. Immer nur geht es darum, am Selbstwertgefühl zu arbeiten. Mit sich umzugehen. Das ist ein gutes Anliegen.

Auch die vier Coaches haben keine perfekten Körper. Sexpertin Paula Lambert, Curvy-Model Silvana Denker, Tanzpädagogin Sandra Wurster und Plus-Size-Model Daniel Schneider sind da, um die beiden Frauen und den jungen Mann zu mehr Liebe zu sich selbst zu ermutigen.
Und das so ziemlich ohne Effekthascherei und sachlich. Da hat Sat.1 mal eine positive Überraschung abgeliefert.

-> Die Sendung bei Joyn

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RTelenovela

Kentucky schreit endlich wieder ficken!

Mittwoch, den 15. Januar 2020
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Gerade laufen spätabends bei RTLplus wieder die kurzen Clips aus “RTL Samstag Nacht”, wo es immer hieß: “Kentucky schreit ficken”. Und diesen Satz wird die Hühnchen-Imbiss-Kette Kentucky Fried Chicken auch so schnell nicht los. Jedenfalls nicht, so lange es Leute gibt, die 1993 schon ferngesehen haben.

Aber es gibt eine gute Nachricht. KFC gibt es auch wieder an der Prenzlauer Promenade in Berlin-Pankow. Viele Monate war der Laden geschlossen, wohl weil es irgendwelche Baumängel gab. Lange schien unklar, ob KFC dort überhaupt wieder öffnet, denn das Haus lag recht lange im Dornröschenschlaf.
Nun aber sieht drinnen alles schick aus, alles nach den aktuellen Standards.
Allerdings: Irgendwelche werden die Portionen kleiner. Wer ein Menü kauft, bekommt plötzlich nur noch einen 0,3-Liter-Becher statt eines 0,4- oder 0,5-Liter-Bechers. Zwar kann man sich das Getränk immer wieder nachfüllen, aber man muss halt öfter gehen, und das nervt.
Quasi um die Hälfte geschrumpft ist auch die Portion Kartoffelbrei. In Pankow liegt nur noch ein kleines Häuflein im Becher. Gleicher Preis, weniger Inhalt.
Ein Rätsel ist auch immer noch, warum es in Pankow und in Reinickendorf unterschiedliche Coleslaw-Salate gibt, also offenbar von unterschiedlichen Herstellern. Der in Reinickendorf schmeckt besser, er kommt dem früheren nicht abgepackten Salat sehr viel näher als der in Pankow.

Aber dass McDonald’s an der Prenzlauer Promenade nicht mehr alleine ist, kann nur gut sein. Und auch im alten Burger King scheint sich was zu tun. Zwar scheint Burger King dort weiterhin Geschichte zu sein, aber es scheint ein anderer Burgerladen einzuziehen.
Ich bin gespannt!

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