Tagesarchiv für 28. Dezember 2019

RT im Kino

7500

Samstag, den 28. Dezember 2019

Alltag auf dem Flughafen in Berlin. Gleich wird die Maschine nach Paris starten. Alles verläuft in gewohnten Bahnen. Die Piloten Michael Lutzmann (Carlo Kitzlinger) und Tobias Ellis (Joseph Gordon-Levitt) bereiten sich auf den Start vor. Die A319 geht es dann zügig in die Luft, die Turbulenten, die angekündigt waren, fallen human aus.
Die Situation ändert sich binnen Sekunden: Als eine der Flugbegeleiterinnen etwas ins Cockpit bringt, dringt auch ein Unbekannter mit ein. Er sticht Pilot Lutzmann ab und will die Maschine unter seine Gewalt bringen.
Es ist eine ganze Gruppe von Terroristen, unter ihnen ist auch der 18-jährige Vedat (Omid Memar). Der Attentäter im Cockpit kann überwältigt werden, aber aus der Kabine hinten sind Schreie zu hören. Und auch Gökce (Aylin Tezel) ist in Gefahr. Die zweite Flugbegeleiterin ist die Freundin von Tobias.
Das Flugzeug soll nun in Hannover notlanden, doch das wollen die Terroristen verhindern.

“7500” ist der Notfallcode für eine Flugzeugentführung. Im gleichnamigen Film erlebt der Zuschauer einen wahren Albtraum. Wobei sich das Geschehen im Film einzig und allein auf das Cockpit bezieht. Was in der Kabine passiert, ist nur zu erahnen, immer wieder sind Schreie zu hören, und über einen Bildschirm kann man vom Cockpit aus auch nur ein kleines bisschen was sehen.
Lange kämpft Tobias darum, dass keine weiteren Terroristen ins Cockpit eindringen, aber auch er ist verletzt. Die Lage spitzt sich immer weiter zu, für den Zuschauer entstehen kaum Atempausen.
Wie der Film ausgeht, ist vollkommen unklar. Immerhin werden bald Tornados zum A319 geschickt, und ob eine Landung in Hannover möglich ist, scheint unsicher.
Man fiebert mit, man will es eigentlich gar nicht erleben. “7500” ist eine echte Herausforderung und er zeigt, dass solche Werke auch aus Deutschland kommen können und gut sind.

-> Trailer auf Youtube

7500
D 2019, Regie: Patrick Vollrath
Universumfilm, 92 Minuten, ab 12
8/10

Hits: 116

RTZapper

Das Traumschiff: Antigua

Samstag, den 28. Dezember 2019
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DO 26.12.2019 | 20.15 Uhr | ZDF

Achtung, an dieser Stelle wird es verdammt uncool!
Am 2. Weihnachtsfeiertag lief im ZDF “Das Traumschiff”, und es war der Einstand vom neuen Kapitän Maximilian Parger, gespielt von Florian Silbereisen.
Und wer ganz oben mitspielen will und cool ist, der hat sich noch während der Sendung, danach und bis zum Freitag am allgemeinen “Ach-wie-war-das-doch-Scheiße”-Bashing beteiligt.
Silbereisen doof. Traumschiff doof. Alles doof. Also bis auf den Der-Alles-Doof-Findende selbst, der ist nicht doof. Natürlich.
Aber, und das wird dich jetzt vielleicht überraschen: Ich fand’s gut.

Weil Sascha Hehn keinen Bock mehr hatte, “Traumschiff”-Kapitän zu spielen – er beschwerte sich vollkommen zu recht über miese Drehbücher, die noch mieser inszeniert wurden -, musste Ersatz her. Man fand Florian Silbereisen. Der ist zwar kein wirklicher Schauspieler, aber bei vielen Leuten durchaus beliebt. Zumal die schauspielerischen Leistungen auf dem “Traumschiff” ja noch nie besonders groß waren. Aber immerhin haben seine Schlagershows gute Quoten, und er hat sie in den vergangenen Jahren entstaubt.
In “Das Traumschiff: Antigua” steuerte erstmals Maximilian Parger das Schiff.

Parger steuerte das Schiff durch eine Untiefe und setzte sich damit gegen den Staff-Kapitän durch. Er rettet einen Jungen auf einem Schiff, das droht, gegen das Traumschiff zu donnern, weil der Vater des Jungen ohnmächtig wurde.
Florian Silbereisen macht das alles nicht hervorragend gut, aber durchaus solide. Zumal das Team eindeutig versucht, ein bisschen Pep in die Serie zu bringen. Parger ist jung und dynamischer, die Rolle hat durchaus Potenzial, und wenn Silbereisen es schafft, seine Rolle auch ein bisschen lockerer rüberzubringen, dann wird auch noch was draus. Dass Parger in einer Szene mit dem Fernglas aufs runtergelassene Rollo sieht, ist dagegen ein unverzeihlicher Regiefehler.
Dass Maximilian Pargers Bruder, gespielt von Joko Winterscheidt, ausgerechnet Moritz heißt, ist albern. Dass sie zwar tatsächlich ähnlich aussehen, aber vom Dialekt her nicht zusammenpassen, hätte man bedenken können, ist jetzt aber auch kein Drama.

Zudem ist versucht worden, das junge und das ältere Publikum zu vereinen. Uschi Glas und Michael Gwisdek spielen ein altes Ehepaar, das in Streit gerät. Andererseits gibt es die Geschichte eines 13-Jährigen, der auf dem Schiff seinen Vater kennenlernt. Einen schwulen Mann, der bald seinen Partner heiraten wird. Das macht den Jungen fertig, aber es am Ende wird alles gut. Interessanter Fakt am Rande: Auf Antigua steht Homosexualität oder das Küssen unter Männern unter Strafe – das Drehteam musste behutsam vorgehen, und da passt es auch, dass sich die beiden Männer dort nur einmal – mit vorherigem Umsehen – küssen.

Man sollte “Das Traumschiff” als das sehen, was es ist: sehr leichte Unterhaltung. Hier geht es nicht um hohe Kunst, schon gar nicht um hohe Schauspielkunst. Sondern um 90 Minuten mit netten Geschichten. Das hat die Serie geliefert.

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