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Noch lange kein Ruhestand

In dem Buch „Sternstunden unterm Fernsehturm“ beschreibt Katrin Schrader aus Glienicke ihre Erlebnisse als Sprachlehrerin

MAZ Oranienburg, 18.12.2019

Glienicke.
Als Katrin Schrader pensioniert worden ist, war für die Lehrerin klar: „Ich wollte weitermachen.“ Die Glienickerin hatte sich überlegt, was sie nun machen wollte. Sie ist nun Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache und arbeitet an der Deutschakademie am Berliner Alexanderplatz. „Ich habe mich dort beworben und dann dort angefangen.“

Sie lehrt Deutsch für Leute, die nach Deutschland und Berlin gezogen sind, um dort zu leben und zu arbeiten. Darunter sind Italiener, Brasilianer, Spanier, US-Amerikaner, Koreaner, Australier und viele Nationalitäten mehr. „Sie kommen aus allen möglichen Berufen, die nun eine Arbeit in Berlin haben. Psychologen, Architekten und vieles mehr.“ Andere wollen ihren Doktor in der Stadt machen und müssen dafür Deutsch können. Oder es sind Frauen, die mit ihren Männern und der Familie nach Berlin gekommen sind, und nun auch die deutsche Sprache lernen möchten.
Seit vier Jahren ist Katrin Schrader nun schon Lehrerin an der Deutschakademie. Bereits nach dem ersten Jahr hatte sie ein Buch über ihre Erfahrungen als Lehrerin dort geschrieben. „Aber das war mehr für den Privatgebrauch.“ 50 Exemplare hatte sie sich drucken lassen und an die Familie und Freunde verschenkt.

„Sternstunden unterm Fernsehturm“ heißt das zweite Buch, das kürzlich erschienen ist. „Ich erlebe dort jeden Tag viele interessante Sachen und mache mir immer Notizen.“ Sie erzählt in dem Buch von den Mühen und vom Spaß, den es mache, gemeinsam an einer Sprachschule dieses schwierige Unternehmen zu starten – nämlich eine ganz neue Sprache zu lernen. So berichtet sie von einem Mann aus Syrien, der von sich sagte, er sei nicht teamfähig. Er hielt sich von den Aktivitäten des Kurses immer fern. Zum Geburtstag aber, von dem er selbst sagte, er habe ihn vergessen, kaufte Katrin Schrader ihm eine Karte, ließ sie von den anderen Kursteilnehmern unterschreiben. Es wurde gesungen und gelacht, und später schrieb der Mann in die WhatsApp-Gruppe des Kurses: „Es war ein ganz erstaunlicher Tag für mich.“ und für Katrin Schrader eine Sternstunde, die dann auch namensgebend für ihr Buch geworden ist.

In der Regel gibt sie in Berlin einen Sprachkurs, montags bis donnerstags immer drei Stunden am Morgen. Das will sie auch noch so lange wie möglich machen. An Ruhestand denkt sie noch lange nicht.

„Sternstunden unterm Fernsehturm“ von Katrin Schrader ist im Selbstverlag „Books on Demand“ erschienen und kostet 11 Euro. Im normalen Buchhandel oder unter www.bod.de.

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