Tagesarchiv für 3. Dezember 2019

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Christian von Ditfurth: Ultimatum

Dienstag, den 3. Dezember 2019
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Der Terror erreicht Deutschland. Das Problem: Keiner weiß, wer für diesen Terror sorgt und was die Terroristen überhaupt wollen.
Erst wird in Berlin der Mann der Bundeskanzlerin entführt. Ein Schock für alle. Die Sicherheitsbehörden erscheinen ratlos. Hauptkommissar Eugen de Bodt wird von der Kanzlerin kontaktiert, er soll mehr oder weniger heimlich die Ermittlungen übernehmen. Denn es ist ernst: Einen Finger haben dem Terroristen dem Opfer schon abgeschnitten.
Doch es geht weiter: Die Terroristen drohen damit, ein Atomkraftwerk in Deutschland in die Luft zu jagen. Keiner weiß, welches, wann und überhaupt.
Und auch in Frankreich gibt es Unruhen: Die Frau des französischen Präsidenten wird ebenfalls entführt.

In seinem Roman “Ultimatum” zieht Christian von Ditfurth alle Register. Im Grunde ist sein Roman mehr ein Drehbuch für einen ganz großen Kinoknaller. Das ist schon am Schreibstil zu merken, die oft nur aus Dialogen mit kurzen Erklärungen bestehen.
Die Geschichte, die er sich ausgedacht hat, könnte an sich nicht spannender sein. Denn das Szenario, was passiert, wenn in Deutschland die öffentliche Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann, wie die Menschen reagieren, wie die Regierung, wie die Kanzlerin handelt, das ist eine sehr interessante Frage.
Doch leider ufert der Roman zwischendurch völlig aus. Der etwa 450 Seiten lange Roman tritt an einigen Stellen auf der Stelle und wird sehr langatmig. Viele Dialoge sind vollkommen ausgewalzt, da wird sich zeilenweise über Nichtigkeiten unterhalten. Problematisch ist die riesige Anzahl der Mitwirkenden. Man muss sich schon sehr konzentrieren, um immer mitzubekommen, wer da gerade agiert. Es wabern so viele Namen durch die Story, dass man da droht, den Überblick zu verlieren. Auch die Frankreich-Entführungsgeschichte hätte man sich besser sparen können, um noch mehr den Fokus auf das Chaos in Deutschland zu setzen. Dann hätte man vielleicht in Einschüben noch ausführlicher über das Chaos im Land berichten können.
Hochgradig albern ist es, dass jede Szene ein Kapitel darstellt. Dieser Roman hat mit Prolog und Epilog 228 (!) Kapitel. Ein bisschen mehr Konzept wäre schön gewesen.
Notiz am Rande: Die Bundeskanzlerin scheint als einzige im Buch keinen Namen zu haben. Alle anderen Minister haben einen, auch wenn sie erdacht sind. Vermutlich weil der Autor weiß: Die Leute haben da sowieso Angela Merkel im Kopf. Ein einziges Mal taucht im Roman plötzlich aber doch der Name Merkel auf…

Christian von Ditfurth: Ultimatum
C.Bertelsmann, 447 Seiten
5/10

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Du & Ich – Unverbesserlich!?

Dienstag, den 3. Dezember 2019
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MO 02.12.2019 | 18.35 Uhr | zdf neo

Wie läuft’s denn so bei den Nachbarn? Wer macht denn da den Haushalt? Und wer ist der dominante Part? Und gibt es auch mal Zoff?
Das sind doch die Dinge, die wir neugierigen Menschen gern mal von unseren Nachbarn wissen wollen. Und zdf neo liefert jetzt im Vorabendprogramm den Komplettservice: Wir dürfen bei einer Familie hinter die Kulissen schauen, und die Kommentare von anderen Leuten – und natürlich die Lästereien – werden gleich mitgeliefert.

“Du & Ich – Unverbesserlich!?” funktioniert so: fünf Paare, fünf Tage. Jeden Tag tauchen wir ins das Leben eines anderen Paares ein, während die anderen vier Paare das Ganze beobachten und kommentieren.
Das ist erstaunlich kurzweilig, vielleicht auch, weil man so schön voyeuristisch sein kann. Und manchmal schadenfroh.

Am Montagabend ließ das Polizisten-Paar Katja (40) und Markus (44) die Zuschauer in ihren Alltag blicken. Und es war ein – soweit man das beurteilen kann – sehr offener Blick, den sie zuließen.
Wir gingen mit ihnen einkaufen und erlebten mit, wie sie sich stritten, weil er für Gäste eine Flasche Cola kaufen wollte. Sie jedoch ist Ernährungsberaterin und findet Cola übel. Er durfte sie nicht kaufen. Auch beim Kochen sagt sie ihm, was zu tun ist – und wenn er blöd fährt.
Klingt ein bisschen, nun ja, einseitig. Aber die beiden führen ganz offenbar ein schönes Familienleben, sie treiben gemeinsam Sport, essen gemeinsam mit der Tochter ihr Abendbrot und genießen das Leben.
Am Ende räumen sie ein, dass jeder seine Macken hat, aber jeder von beiden könne damit leben.
Das ist ein schönes Fazit, und ist auch für den Zuschauer eine interessante Lektion: Man kann sich noch so sehr wundern oder rumlästern. Aber es kommt drauf an, dass die beiden glücklich sind.

Deshalb ist “Ich & Du – Unverbesserlich!?” ein sehr schöner Format. Wobei es natürlich sein kann, dass an anderen Tagen Paare dabei sind, bei denen das Ganze sehr viel kritischer ist.

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 2. März 2020)

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