Tagesarchiv für 21. November 2019

RTZapper

London Calling – Briefe aus dem Kalten Krieg

Donnerstag, den 21. November 2019
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MO 18.11.2019 | 23.30 Uhr | Das Erste

In den ersten Jahren der DDR hörten viele Leute dort die britische BBC. Sie durften das nicht, es stand wohl sogar unter Strafe, wenn sie dabei erwischt worden wären. Aber es war ein Stück Freiheit, das sich die Leute nahmen. Der Blick von außen und die Möglichkeit, Nachrichten zu hören, die nicht von der SED diktiert worden sind.
Viele schrieben sogar Briefe an die BBC. Von dieser erstaunlichen und mir weitgehend unbekannten Geschichte berichtete am späten Montagabend eine Doku im Ersten: “London Calling – Briefe aus dem Kalten Krieg”.

Bei der BBC gab es eine Sendung namens “Briefe ohne Unterschrift”. Dort sind Hörerbriefe aus der DDR verlesen worden, die aus guten Gründen nicht unterschrieben waren. Ein Stichwort reichte, und die Hörer wussten, wenn ihr Brief dran war. Denn er wurde nicht nur verlesen, sondern auch von der BBC kommentiert.
Die Briefe sind aber nicht nach London geschickt worden, sondern nach West-Berlin. Die BBC gab immer wieder andere Tarnadressen an, an die die DDR-Bürger ihre Briefe schicken konnten.

Verwunderlich daran ist, dass man davon ausging, dass die DDR-Stasi das nicht mitbekommt. Natürlich notierten die die West-Berliner Adressen ebenfalls, und viele Briefe sind schon in den Briefzentren rausgefischt worden.
Akribisch ging man in der DDR den Briefschreibern auf den Grund. Als ob es nichts Schlimmeres gäbe, untersuchte man die Schrift, das Piper nach Spuren, sogar Speichelproben vom Umschlag nahm man – was für ein wahnsinniger Aufwand! Ein Jugendlicher, der an die BBC schrieb und erwischt worden ist, musste jahrelang in den Knast. Dieser junge Mann ist es, der ein Lied von nicht vorhandener Meinungsfreiheit singen kann – im Gegensatz zu heute.

In den 70ern stellte die BBC ihre Briefesendung ein – weil kaum noch was ankam, weil die DDR die Briefe zurückhielt.
Später gab es auch beim RIAS in West-Berlin Tarnadressen, auch dorthin gingen immer wieder Briefe.
Die Doku am Montagabend erinnerte an den Kontrollwahn in der DDR, in der nun wirklich längst nicht alles besser war als heute.

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RTelenovela

Rügen 2019 (14): Kino in Bergen – bald ist Schluss

Donnerstag, den 21. November 2019
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(13) -> 20.11.2019

Und noch eine schlimme Nachricht für die Insel Rügen. Im März 2020 schließt das einzige Multiplex-Kino auf der Insel. Das UC-Kino in Bergen könnte es dann nicht mehr geben.
Der Betreiber hat zwar noch Hoffnung, dass ein Nachfolger gefunden wird, aber davon ist noch nichts zu hören.

Im Sommer gibt es auch anderswo Kino. In Göhren zum Beispiel, auf dem Zeltplatz. Allerdings laufen dort nicht die ganz aktuellen Filme, und richtig gemütlich ist es auch nicht. Und nach dem Sommer ist in Göhren immer Schluss.

Doch die Besucherzahlen in Bergen reichen wohl nicht mehr. Die heißen Sommer könnten dem Kino den Rest gegeben haben, auch die Baustelle in Bergen, durch die man nur noch schwer zum Kino gekommen ist.
Neulich habe ich dort einen Film gesehen – nach 20 Uhr, und es waren nur sieben Leute im Saal.
Wenn das Kino in Bergen schließt, dann haben es die Rügener richtig weit – dann müssen sie nach Stralsund, und das ist dann schon ein ordentlicher Weg aus manchen Regionen der weitläufigen Insel.
Hoffentlich tut sich noch was bei der Nachfolgersuche.

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