Tagesarchiv für 30. Oktober 2019

RTelenovela

Countdown: Gesprächsrunde zu 30 Jahren Mauerfall

Mittwoch, den 30. Oktober 2019
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Heute mal wieder Werbung in eigener Sache. Am heutigen Mittwoch, 30. Oktober 2019, moderiere ich für den Heimatverein Vehlefanz eine Gesprächsrunde zu 30 Jahren Mauerfall. Los geht es um 19 Uhr im “Haus der Generationen” in der Vehlefanzer Lindenallee 11.

Es geht um die Fragen, was uns der Mauerfall gebracht hat, was vielleicht schief gelaufen ist, was vielleicht noch zu tun ist – und es gibt auch die Perspektive aus Sicht einer jungen Frau, die lange nach dem Mauerfall geboren worden ist.
In der Gesprächsrunde zu Gast sind Hubert Gediga, der heutige Vehlefanzer Ortsvorsteher, Wolfgang Krüger, 1989 Chefredakteur von Rias-TV in West-Berlin, und Luisa Plentz, die die Wende nur aus Erzählungen kennt, aber gerade an einer Ausstellung dazu beteiligt war.

Der Eintritt kostet nichts. Ich bin sehr auf diese Runde gespannt.

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RT im Kino

Polaroid

Mittwoch, den 30. Oktober 2019

Bird Fitcher (Kathryn Prescott) bekommt eine Polaroid-Kamera geschenkt bekommen. Das passt, denn Fotografieren ist ihr großes Hobby. Sie beginnt auch gleich, mit ihrer Sofortbildkamera zu arbeiten. Sie macht auch ein Foto von einer Freundin. Wenig später kommt die unter mysteriösen Umständen ums Leben.
Es dauert ein bisschen, bis sie rausfindet, dass auf dieser Kamera offenbar ein ganz böser Fluch liegt. Sie findet auf allen Fotos im Hintergrund immer eine Art Geist. Und dieser Geist taucht bald auf, um die Fotografierten zu holen – zu töten.
Weil auch Bird auf einem der Gruppenfotos selbst zu sehen ist – als Schatten im Hintergrund -, beginnt auch für sie der Kampf um Leben und Tod.

Ursprünglich war “Polaroid” ein Kurzfilm. Der Norweger Lars Klevberg hat aus seinem Werk nun einen 88-minütigen Thriller geschaffen. Das aber funktioniert nur bedingt, “Polaroid” wirkt auf irgendeine Art simpel.
Denn das Schema ist bekannt und wird hier konsequent durchgezogen: Etwas passiert, etwas passiert noch mal, irgendwann wird der Grund für das Geschehen rausgefunden, es gibt eine frühere Geschichte dazu, und dann beginnt die Jagd.
Das ist grundsätzlich erst mal interessant, aber daraus hätte man wesentlich mehr machen können. In diesem Film fehlen spannende Wendungen oder irgendwelche Höhepunkte. Zudem ist die Story um einen früheren Besitzer der Kamera ist ganz schlüssig.
Am Ende bleibt dann nur ein wohlwollendes “Na ja, geht so.”

-> Trailer auf Youtube

Polaroid
USA/Norwegen 2018, Regie: Lars Klevberg
Wild Bunch Germany, 88 Minuten, ab 16
5/10

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RT liest

Stefan Keller: Schabowskis Zettel

Mittwoch, den 30. Oktober 2019
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Berlin, Hauptstadt der DDR, Anfang November 1989: Die Menschen demonstrieren für ihre Rechte, dem Staat entgleiten seine Jünger.
Ins Haus von Volkspolizist Juri Hoffmann zieht eine junge Frau. Das Merkwürdige: Sie hat keinen entsprechenden Nachweis, dass sie die Wohnung überhaupt beziehen darf, und eigentlich dachte er, da könne keiner wohnen, weil sie zu marode ist.
Hinzu kommt: Nadja Worzin ist eine Oppositionelle. Sie arbeitet bei einer Zeitschrift im Untergrund mit. Sie will Veränderung in der DDR und hat schmutzige Machenschaften der Stasi rausbekommen. Als Unbekannte – die Stasi? – sie direkt vor dem Haus zusammenschlagen und sie überfahren wollen, scheint auch Juri zu begreifen, dass in diesem Land etwas ganz gewaltig schief läuft. Er beschließt, Nadja zu helfen.

“Schabowskis Zettel” spielt in diesem Krimi auch eine sehr wichtige Rolle. Und welchen Anteil der Volkspolizist Juri Hoffmann hat, dass Günter Schabowski in der bekannten Pressekonferenz am 9. November 1989 den Inhalt des Zettel, die Reiseregelungen vorliest, auch davon handelt dieser spannende Roman von Stefan Keller.
Er hat sich für seinen Krimi ein extrem interessantes Umfeld ausgesucht. Denn er beschreibt die Geschehnisse in Ost-Berlin zwischen dem 3. und 9. November 1989. Proteste in den Kirchen, die große Demo auf dem Alex, das letzte Aufbäumen der Staatssicherheit. All das nutzt er als Rahmen für eine Story um den Polizisten, seine Mutter und die Oppositionelle.
Das liest sich aus diesem beiden Gründen spannend. Stefan Keller gelingt es sehr gut, die aufgeheizte Stimmung zu beschreiben und seine fiktive Geschichte darin zu platzieren.
Der richtige Roman zum Mauerfall-Jubiläum.

Stefan Keller: Schabowskis Zettel
Gmeiner, 280 Seiten
8/10

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