Tagesarchiv für 24. Oktober 2019

RT liest

Dennis Bartz: Flankengott

Donnerstag, den 24. Oktober 2019

Ein Baby? Um Gottes Willen!
Paul will kein Baby.
Das ist blöd, denn Tina will eins, und Tina ist Pauls Freundin.
Alle Leute im Umfeld von Tina und Paul haben schon ein Baby oder sind offensiv dabei, es zu planen. Und immer wieder taucht die Frage auf, wann es denn bei den beiden so weit ist. Doch Paul will nicht, vielleicht im nächsten Jahr, jetzt will er noch… nun ja, einfach noch kein Baby.
Als Tina aber aus der Wohnung auszieht, muss Paul die ganze Sache doch noch mal überdenken.

“Flankengott” ist kein Fußballroman. Man könnte auf die Idee kommen, denn auf dem Buchcover ist (vermutlich) Paul zu sehen in einem Sporttrikot. Deshalb hat der Verlag vorsorglich noch den Hinweis “Kein Fußball-Roman” draufgedruckt.
“Flankengott” von Dennis Bartz ist vielmehr ein Unterhaltungsroman. Wirklichen Tiefgang muss man nicht erwarten. Bartz scheint sich darauf spezialisiert zu haben, Nicht-Situationen ewig auszuwalzen. Begebenheiten, die eigentlich kaum der Rede wert sind, werden mitunter seitenlang abgehandelt. Auch ist Paul anfangs ein ziemlich Widerling, u d man fragt sich, ob dieser Roman eine große Luftnummer ist.
Ist er glücklicherweise nicht, als es dann wirklich um den Babystreit geht, wird auch die Story auch bisschen interessanter.
“Flankengott” ist kein großer Roman, eher eine Nebenbei-Lektüre, die man mal schnell wegkonsumieren kann – aber nun wirklich auch nicht muss.

Dennis Bartz: Flankengott
Blanvalet, 382 Seiten
6/10

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RTZapper

Die Ungewollten – Die Irrfahrt der St. Louis

Donnerstag, den 24. Oktober 2019
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MO 21.10.2019 | 20.15 Uhr | Das Erste

Die Meldungen hören wir in dieser Zeit immer wieder. Schiffe mit aufgenommenen Flüchtlingen an Bord dürfen keinen Hafen anlaufen, weil die Regierungen der entsprechenden Länder das verbieten.
Das ist kein neues Phänomen. 1939 gab es das schon mal.
Das Erste zeigte am Montagabend das Dokudrama “Die Ungewollten – Die Irrfahrt der St. Louis”.

Im Mai 1939 verlässt das Schiff “St. Louis” den Hamburger Hafen. An Bord sind 907 jüdische Flüchtlinge. Sie sollen nach Kuba gebracht werden. Doch als das Schif Havanna erreicht, wird bekannt, dass Kuba die Einreisepapiere für ungültig erklärt.
An Bord herrscht Frust. Und Wut auch. Und Angst. Das Schiff soll zurück nach Deutschland, aber in Deutschland haben die Nazis die Macht. Die Menschen an Bord haben dort alle Zelte abgebrochen, und sie müssen damit rechnen, ins KZ zu kommen.
Kapitän Gustav Schröder (Ulrich Noethen) erfährt auch erst in Havanna, dass auch er getäuscht worden ist. Er kämpft für seine Passagiere. Doch auch die USA und Kanada sagen ab. Schließlich geht es doch zurück nach Europa.

Dass Gustav Schröder in Deutschland weitgehend unbekannt ist, ist durchaus bemerkenswert. In der jüdischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem wird ihm seit 1993 gedankt.

Erstaunlich sind die Parallelen zu heute, und das 80 Jahre später. Auch wenn der Film selbst auf diese Parallelen nicht eingeht. Aber auch heute wollen viele Länder keine Flüchtlinge aufnehmen. Aus Angst vor Fremden, aus Angst, es gebe zu wenige Arbeitsplätze, auch aus rassistischen Gründen. Genau das erleben wir heute auch wieder, Flüchtlinge sind auf dem Mittelmeer, und es ist unklar, wo sie hinsollen. Das war damals beschämend, und das ist es heute auch wieder.

-> Das Dokudrama in der ARD-Mediathek (bis 20. November 2019)

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RTelenovela

Zu Fuß über den Rhein

Donnerstag, den 24. Oktober 2019
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Oranienburg ächzt seit mehr als einem Jahr wegen des Brückenbaus über der Havel, die lange Umleitungen erforderlich macht. Ende Januar 2020 soll endlich alles fertig sein.

Das ist aber nichts gegen die Sanierung der Salierbrücke. Die führt über den Rhein und verbindet Rheinland-Pfalz mit Baden-Württemberg, Speyer mit Altlußheim, Hochenheim und Lußhof. Seit Januar ist sie gesperrt, und das bis zum Frühjahr 2021. Die B39 ist gekappt. Nur kleinere Busse dürfen rüberfahren, ein Shuttlebus bringt die Pendler von Lußhof nach Speyer. Man kann aber auch rüberlaufen, Radfahrer müssen ihr Rad schieben – was sie allerdings eher selten auch wirklich machen.

Von Altlußheim wollten wir neulich zur Herbstmesse nach Speyer. So fuhren wir also auch nach Lußhof. Dort ist extra ein Parkplatz gebaut worden. Über eine Rampe geht es hoch zur B39, und zu Fuß spazierten wir dann über den Rhein.
Scheinbar nutzten an diesem Sonntag viele Menschen diesen Weg, ist er doch immerhin ein netter Ausflugsweg.
Aber für die täglichen Pendler ist die Sperrung der Salierbrücke die Hölle, sie müssen große Umwege fahren. Zumal auch wieder gespart worden ist. Die zweispurige Straße müsste eigentlich vierspurig ausgebaut werden, der Bedarf wäre da. Man hätte also eine zweite Brücke bauen können mit den zwei neuen Spuren und den Verkehr so lange laufen lassen. Aber nein, das ging nicht, weil… Ja, wer weiß.

Als wir über die Salierbrücke liefen, da herrschte gutes Wetter. Bei Regen verzichten die Badener vermutlich öfter mal auf einen Ausflug auf die andere Rheinseite.

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