Tagesarchiv für 23. Oktober 2019

ORA aktuell

Bombe am Oranienburger Gewerbegebiet Nord gesprengt

Mittwoch, den 23. Oktober 2019

Am Oranienburg Gewerbegebiet Nord, in einem Wäldchen nahe des Klinkerhafens, ist am Mittwoch eine Bombe gesprengt worden. Es handelte sich um eine 250-Kilogramm-Bombe amerikanischer Bauart mit mechanischen Kopf- und Heckzündern. Es ist die 208. Bombe in Oranienburg seit Wende.
Eigentlich sollte sie um 12.30 Uhr gesprengt werden. Sie fand erst 14.45 Uhr statt. weil es eine Panne bei der beantragten Sperrung des Luftraums gab.

Kurios und gefährlich: Gefunden wurde die in zwei Metern Tiefe liegende Bombe offenbar von einem “Schatzsucher”. Der Unbekannte legte den Fund frei und entfernte sich, ohne Bescheid zu sagen. Ein Spaziergänger fand die freigelegte Bombe später. Entsprechende Funde sind der Polizei unmittelbar anzuzeigen, teilt die Stadt Oranienburg mit.

Hits: 49

RT im Kino

Joker

Mittwoch, den 23. Oktober 2019

Eines muss man Warner Bros. lassen: Mit “Joker” hat das Filmunternehmen seit längerer Zeit mal wieder ein Kino-Event geschaffen. Die Leute sind neugierig gemacht worden auf diesen “Joker”. Die PR-Maschine lief auf Hochtouren. So hieß es, es seien in Aufführungen Leute aus dem Kino gegangen, weil sie es einfach nicht mehr ausgehalten hätten.
Nun ja, vielleicht mussten sie aber auch einfach nur auf’s Klo, oder es war ein bisschen Langeweile dabei.
Was jetzt nicht heißen soll, dass “Joker” in Wirklichkeit schlecht ist.

Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) hat in kein einfaches Leben. Er schluckt haufenweise Psychopharmaka. Er hat den Reflex, in Stresssituationen unpassenderweise lachen zu müssen. Er neigt zu Depressionen, er ist krank. Zudem kümmert er sich um seine kranke Mutter (Frances Conroy). Er will Stand-Up-Comedian werden, was aber an nicht vorhandenen Gags und seiner Nervosität scheitert. Und er arbeitet bei einer Clownsagentur und ist als solcher als Werbefläche unterwegs – wird während des Jobs aber von Jugendlichen verprügelt.
Als er von seinem Kollegen Randall (Glenn Fleshler) einen Revolver geschenkt bekommt, kann sich Arthur plötzlich wehren: In der U-Bahn erschießt er drei Männer, die ihn hänselten. Arthur ist das egal, er will weiter Stand-Up-Comedian werden und hat dann tatsächlich einen Auftritt. Der ist so ungewöhnlich, dass er in einer bekannten Late-Night-Show gezeigt wird und von Moderator Murray Franklin (Robert De Niro) zerpflückt wird. Arthur will sich das nicht gefallen lassen.

Aus Arthur Fleck wird im Laufe der Zeit der Joker. Regisseur Todd Phillips erzählt in seinem Film, wie es dazu kommt. In der Hauptrolle glänzt Joaquin Phoenix. Er spielt einen Mann, der scheinbar permanent einstecken muss. Der von der Gesellschaft verhöhnt und verstoßen wird. Und der harte Konsequenzen zieht.
Der Film spielt irgendwann in den 80ern in Gotham City, der Comicstadt, die New York sehr ähnelt. Es heißt, die Menschen dort proben den Aufstand. Die Müllabfuhr arbeitet nicht, soziale Leistungen werden gekürzt. Vom Aufstand merkt man allerdings nicht so viel.
Gerade in der ersten Hälfte hat “Joker” deutliche Längen. Auch wenn Phoenix toll spielt, die Geschichte tritt lange auf der Stelle. Am Ende zieht die Spannung einerseits an, aber andererseits ist das Ende auch nicht sehr überraschend. Der Joker zieht halt das durch, was er vorher sich vorgenommen hat.
Die ganz große Gesellschaftskritik, die “Joker” teilweise zugeschrieben wird, ist der Film auch nur bedingt. Dazu ist Arthur zu wenig Sympathieträger, was er aber auch nicht sein soll. Es gibt eine Stelle, als Arthur einer Frau lachend einen Zettel zusteckt, der seine Krankheit erklärt. Das tut er später nicht, und ob man den Leuten ihre Irritation vorwerfen kann, ist eine interessante Frage.
“Joker” ist kein schlechter Film, aber das große Kino-Highlight 2019 nun wirklich nicht.

-> Trailer auf Youtube

Joker
USA 2019, Regie: Todd Phillips
Warner, 122 Minuten, ab 16
6/10

Hits: 118

RTelenovela

Tempolimit? Ja, bitte!

Mittwoch, den 23. Oktober 2019
Tags: , , ,

Großes Aufatmen in Deutschland: Im Bundestag gibt es eine große Mehrheit gegen ein Tempolimit auf den deutschen Autobahnen. Es darf weitergerast werden. Den Deutschen ist ein 130er-Tempolimit absolut nicht zuzumuten. Es wäre der Untergang des Autolandes.

Neulich verbrachte ich mal wieder einen Tag auf der Autobahn. Dieser Tag bestärkte mich mal wieder darin, dass wir ganz dringend ein Tempolimit brauchen, und wieso man eigentlich nur in Deutschland der Meinung ist, dass es sicher ist, die Raser weiter rasen zu lassen, erschließt sich mir einfach nicht.

Mit Tempo 140 überhole ich auf der linken Spur eine rechts fahrende Lkw-Kolonne, als sich von hinten ein sehr viel schneller fahrendes Autos nähert. Lichthupe. Blinken. Das sind schöne Signale, die mir da gegeben werden. Aber weder kann ich ausweichen, noch schneller fahren, weil vor mir ja auch noch jemand fährt. Ziemlich spät bremst der hinter mir ab, was ein wenig schweißtreibend ist.

Auf der A5 zwischen Frankfurt/Main und Darmstadt ist die Piste pro Richtung vierspurig. Da donnern dann einige Autos mit Tempo 200 an einem vorbei, und man hält die Luft an, wenn dann mal jemand nach links ausschert und den Hintermann nicht rechtzeitig sehen.

Mir kann einfach niemand erzählen, dass es sicher ist, auf einer Straße Autos in so unterschiedlichem Tempo fahren zu lassen. Lkw mit Tempo 90, Autos mit 110 oder 130 und daneben die Raser mit Tempo 200 und mehr. Dass es da nicht viel öfter knallt, ist eigentlich erstaunlich.

Ich habe es in Schweden erlebt, da gibt es auch auf Autobahnen immer ein Tempolimit, und die Leute sind das da gewöhnt. Da labert keiner etwas von der persönlichen Freiheit auf der Straße. Da ist das Fahren auf den Straßen dafür aber sehr viel entspannter, weil sich tempomäßig alle ungefähr auf derselben Ebene befinden.

Ich bin definitiv für ein Tempo-130-Limit auf Autobahnen. Was bedeutet, dass man locker auch Tempo 140 fahren kann. Meinetwegen kann dieses Limit auch nur von 6 bis 21 Uhr gelten. Danach ist die Autobahn eh leer. Wer nachts rasen will – bittesehr.

Hits: 141