Tagesarchiv für 13. Oktober 2019

KeineWochenShow

#145 – Christin Schilling. Lehrerin auf einem Segelschulschiff

Sonntag, den 13. Oktober 2019
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Zum dritten Mal in diesem Jahr begrüßen wir einen Gast in unserem gemütlichen Keller. Diesmal ist Christin Schilling bei uns. Die 32-Jährige Oranienburgerin ist Lehrerin. Sie arbeitete nach ihrem Referendariat ein halbes Jahr auf einem Segelschulschiff. Sie lehrte Deutsch und Geografie auf der “Pelican of London”. Das Schiff startete in Dublin, über den Atlantik ging es auf den amerikanischen Kontinent und zurück.
In unserer Sendung erzählt sie von den Jugendlichen, mit denen sie unterwegs war. Wie man sich auf so eine Tour vorbereitet. Über ihren Unterricht, die Seekrankheit und Weihnachten in der Ferne.
Ein Gespräch, das uns wirklich Spaß gemacht hat.

Aus aktuellem Anlass sprechen wir aber auch kurz über das aktuelle Thema der Woche – nämlich über den versuchten Anschlag auf die Synagoge in Halle.
Ein Bier testen wir auch, und eine CD ist auch im Angebot.
Alles das in KeineWochenShow #145 auf Youtube.

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RTZapper

Die Liveshow bei dir Zuhause

Sonntag, den 13. Oktober 2019
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SA 12.10.2019 | 20.15 Uhr | ProSieben

Diese Show war ein riesiger Fake! Den ganzen Abend habe ich aus dem Fenster geschaut. Ich habe gewartet, aber es ist keiner gekommen. Dabei war das Versprechen groß: “Die Liveshow bei dir Zuhause” heiß die (nicht ganz so) neue Show am Sonnabend auf ProSieben.
Aber bei mir zu Hause war nichts los. Nur der Fernseher mit der “Liveshow bei dir Zuhause”, die bei anderen Leuten zu Hause stattfand. In Bochum nämlich.
So eine Lüge! Ich bin echt sauer!

2016 gab es auf ProSieben das “Auswärtsspiel”. Eine Live-Show, die nicht in einem Studio stattfand, sondern bei Leuten in der Wohnung und im Garten. Das war mal mehr, mal weniger spannend, aber offenbar nicht so erfolgreich, als dass es zügig fortgesetzt worden ist. Drei Jahre danach kehrt die Show mit neuem Namen und leicht verändertem Konzept zurück.
Diesmal saßen zwei Familien in ihrem jeweiligen Wohnzimmer, um gegeneinander zu spielen. Es ging um Murmeln, um Radfahren in einer Rotationsmaschine um Schuhe auf einer Wäscheleine.

Besonders aufregend war es, als wir zusahen, wie Butter in der Pfanne schmolz. Welcher Stab in der zerlaufenden Butter fiel zuerst um? Oder welcher Wasserkocher erreichte zuerst die 100-Grad-Marke!
Das ist so spannend wie die Panoramabilder aus den Alpen morgens auf 3sat.

Aber ernsthaft: “Die Liveshow bei den anderen Zuhause” ist eine nette Idee. Andererseits aber auf eine Weise unspektakulär, dass man sich fragt, wieso es mich eigentlich interessieren könnte, dass irgendwelche Leute in ihrer Wohnung ein Spiel gewinnen könnten. Die Spiele waren alle so, dass man sie auch im Studio hätte spielen können, es fehlte irgendwie das Besondere, wirklich Aufregende – ohne zu wissen, was denn das sein könnte.
So ist diese Show ein ganz gut nebenbei zu schauendes Fernsehprogramm. Aber eben keines, das wirklich fesselt.

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RT liest

Ines Geipel: Umkämpfte Zone – Mein Bruder, der Osten und der Hass

Sonntag, den 13. Oktober 2019
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Seit einigen Jahren rückt Deutschland wieder stärker nach rechts. Vor allem Ostdeutschland rückt nach rechts. Dabei geht es um die Frage: wieso? Wieso wählen ein viertel der ostdeutschen Wähler eine Partei, die ganz klar rechtsextremistische Züge aufweist.

Ines Geipel schreibt in ihrem Buch über die “Umkämpfte Zone”, über ihren Bruder, den Osten und den Hass. Sie berichtet von ihrer Familie. Von ihrem Vater, der für die Stasi arbeitete, vom Schweigen, das ansonsten darüber in der Familie herrschte, Sie erzählt von ihrem Bruder, von seinem Tod und den vielen Erinnerungen an damals.
Sie arbeitet sich aber vor allem an der Art und Weise, wie in der DDR erinnert worden ist. Daran, dass vor allem geschwiegen worden ist. Eine richtige Aufarbeitung der Nazizeit habe im Osten kaum stattgefunden. Selbst als die Gefangenen aus den russischen Lagern zurückkehrten, hatten die ihren Mund zu halten. Rechtsradikale Vorfälle, wie es sie schon zu DDR-Zeiten in Sachsen gab, sind totgeschwiegen worden. So wird auch an einen Prozess in den späten 80ern in Oranienburg erinnert, als Neonazis vor Gericht standen.

Es geht um Verdrängung und Verleugnung. Darum, dass die Wiedervereinigung ja “nur” ein Beitritt der DDR an die Bundesrepublik war und für die “Wessis” kaum Veränderungen brachte – stattdessen fielen viele Ostdeutsche durchs Netz. Und erneut diese Sprachlosigkeit, das Nichtansprechen von bestimmten Themen , das Nichtdiskutieren von wichtigen gesellschaftlichen Entwicklungen.
Das Buch beginnt ganz stark, als Ines Geipel die letzten Momente mit ihrem Bruder beschreibt. Danach kommt ein schreiberischer Bruch, wenn der Dokumentarstil angenommen wird. An einigen Stellen ist die geschichtliche Betrachtung ein wenig langatmig geworden, die Analyse am Ende ist dann aber wieder sehr spannend.
Ein wichtiges Buch, wenn auch kein erfreuliches.

PS: Ein Satz im Beschreibungstext auf dem Buchrücken irritiert sehr: “Verlieren wir den Osten Deutschlands?”
Wer sagt den? Ines Geipel? Wer ist “wir”? Und wie soll ich diesen Satz als Ostdeutscher bewerten? Er klingt, als habe ihn ein Lektor in Westdeutschland geschrieben, und er ist an dieser Stelle aus vielen Gründen falsch und unpassend.

Ines Geipel: Umkämpfte Zone – Mein Bruder, der Osten und der Hass
Klett-Cotta, 277 Seiten
7/10

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RTelenovela

21-mal Hustensaft

Sonntag, den 13. Oktober 2019
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Es hat mich mal wieder erwischt: Erst war es ein Kratzen im Hals, dann kam der starke Husten, und erst ganz zum Schluss der Husten und die komplette Erkältung. Ich habe vermutlich den Herbst nicht allzu ernst genommen und bin zu luftig rumgelaufen.
In der Oranienburger Apotheke meines Vertrauens wollte ich mir dementsprechend Hustensaft kaufen. Ich bin ja da eher ahnungslos, und so empfahl mir die Verkäuferin etwas, und ich kaufte das Zeug.

Zu Hause die Überraschung. In der Verpackung war gar keine Flasche. Normalerweise kenne ich Hustensaft in der Flasche, und dazu gibt es immer eine Kappe, in die man den Saft füllt.
Diesmal war alles anders: In der Verpackung befanden sich 21 (!) weitere Verpackungen. Der Hustensaft befand sich in 21 Portionen in ebenso vielen Plastikverpackungen.

Das ist natürlich einerseits gut, weil die Hustensaft-Portionen genau feststehen. Aber andererseits ist es der Wahnsinn. Sobald man das Zeug auspackt und die 21 Packungen steht, meldet sich dann doch das Umweltgewissen. Wenn man so was kauft und unterstützt, muss man sich nicht über den Plastikmüll überall wundern. Nächstes Mal frage ich explizit nach Saft in Flaschen. Gibt es nämlich auch noch.

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