Tagesarchiv für 6. Oktober 2019

KeineWochenShow

#144 – Ekelhaft! Der Bier-Eklat!

Sonntag, den 6. Oktober 2019
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Neulich war Paul Aurin bei uns zu Gast und erzählte uns u.a. von seiner Show “Wer besiegt Paul?” in Hohen Neuendorf. Die ging am Sonnabend, 28. September, zum sechsten Mal über die Bühne, und bei uns gibt es Ausschnitte und ein Rückblick.

Außerdem geht es um die hitzige Leichtathletik-WM und um Kameras, die die Starter und Starterinnen von untern zeigen. Wir feiern 50 Jahre Fernsehturm und 25 Jahre Louise-Henriette-Gymnasium in Oranienburg.
Feiert ihr mit? KeineWochenShow #144 auf Youtube!

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RT im Kino

Zwischen uns die Mauer

Sonntag, den 6. Oktober 2019

Die Liebe wird ein Politikum. Ein Fall für die Stasi. Bis 1989 trennte eine Mauer Ost und West. Für heutige Jugendliche vermutlich kaum noch vorstellbar. 1984 war das Realität.

Anna (Lea Freund) reist aus Westdeutschland mit einer kirchlichen Jugendgruppe nach Berlin. Dazu gehört auch und vor allem ein Ausflug nach Ost-Berlin, um dort andere kirchliche Jugendliche zu treffen. Ein Ost-West-Austausch. Philipp (Tim Bülow) hat es ihr gleich angetan. Sie kommen ins Gespräch, und schnell ist klar: Da ist mehr.,
Sie schreiben sich Briefe, und bald reist sie wieder nach Berlin und wieder in den Osten zu Philipp. Es ist Liebe.
Doch die Mauer macht eine gemeinsame Zukunft unmöglich, aber Philipp beginnt, Fluchtpläne zu schmieden. Doch die Stasi hat sie längst im Visier.

“Zwischen uns die Mauer” erzählt die wahre Geschichte einer Liebe zwischen den deutschen Systemen. Das sind Storys, die auch heute noch funktionieren und vor allem auch erzählt werden müssen. Immer wieder. Denn diese Geschichten erzählen auch von der Freiheit, die es in den 80ern nicht in dem Maße gab, die wir heute erleben.
Der Zuschauer fiebert mit Anna und Philipp mit. Wobei es durchaus erstaunlich ist, wie schnell die Liebe um sich greift – aber es ist eben die erste Liebe, und sie scheint umfassend.
Dass Anna aber dermaßen naiv ist, ständig bei Philipp anrufen zu wollen, wo er ihr doch erzählt hat, dass das Telefon der Pfarrersfamilie von der Stasi abgehört wird, ist verwunderlich.
So stark die Story auch ist, so schwach sind leider die Bilder des Films. Zu sehen ist immer dieselbe runtergekommene Straße in Ost-Berlin. Hinzu kommt der Konsum, in dem drei Waren traurig im Schaufenster lagen – das ist ein doch recht billiges Klischee. Ebenso die sächselnden Grenzleute.
Ärgerlich ist an zwei Punkten die Schlampigkeit der Filmemacher. Ganz am Anfang reist die Jugendgruppe zunächst nach West-Berlin, und wir sehen eine Einstellung vom Zoopalast mit dem Bikini-Haus daneben. Da geht ein Raunen durchs Kinopublikum, denn dieses Bild ist leider sehr eindeutig 2019, und das wäre absolut unnötig gewesen, es macht die Atmosphäre vollkommen kaputt. Auch klang die S-Bahn am Tränenpalast in der Friedrichstraße 1984 nicht wie 2019, und das fällt leider auch auf.
Dennoch: Trotz der Klischees und kleinen Fehler – die Geschichte selbst funktioniert, sie ist packend, und sie erfüllt auch ihren Zweck.

-> Trailer auf Youtube

Zwischen uns die Mauer
D 2019, Regie: Norbert Lechner
Alpenrepublik, 110 Minuten, ab 6
7/10

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RTZapper

Hier spricht Berlin

Sonntag, den 6. Oktober 2019
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FR 04.10.2019 | 22.00 Uhr | rbb

Huijuijui, fast wäre in einer Promi-Talkshow noch ein wirklich relevantes Thema länger diskutiert worden. Leider war aber dafür keine Zeit, weil Sidos Promovideo eingespielt werden musste. Denn deshalb war er ja da. Eigentlich.
Am Dienstagabend lief im Ersten die Premiere der neuen rbb-Talkshow “Hier spricht Berlin”. Am Freitagabend zeigte der rbb die Wiederholung und hat damit auch wieder so etwas wie einen eigenen Freitagtalk im Programm.

Damit war man bislang nie erfolgreich. Zuletzt versuchte man es mit “Dickes B”, einem Showtalk, der aber zum Langweiler geriet.
“Hier spricht Berlin” machte sich gleich mal einen Namen mit etwas, das es dort nicht gibt. Rauchen nämlich darf man auch beim rbb nicht. Das sollte nämlich das total aufregende Alleinstellungsmerkmal von “Hier spricht Berlin” sein. Dass, wer will, auch qualmen darf. Dabei ist das erstens uncool, zweitens widerlich anzusehen und drittens schlicht nicht erlaubt. Denn Rauchverbote gelten auch für Fernsehstudios.

Die Kulisse ist seltsam steril und ungemütlich. Alle sitzen um einen Tisch herum. Was bei “Schulz & Böhmermann” stylisch war, wirkte hier nur hemmend. Zumal sich die ein bisschen sehr aufgekratzte Moderatorin Eva-Maria Lemke in ihre schickste Kleid geschmissen hat, das hinterm Tisch aber nicht zur Geltung kam und deplatziert wirkte.

Und ganz am Ende kam Sido dran. Das Gespräch kam schnell auf die deutsche Geschichte und auf Sidos Ansicht, man solle den 9. November nicht feiern, weil man damit auch an die Mauer erinnere. Das solle man nicht mehr tun. Überhaupt solle niemand gezwungen werden, sich mit deutscher Geschichte zu befassen.
Das sah Günther Jauch völlig zurecht ganz anders und konnte das auch gut begründen in dem sagte, das Wissen über die Geschichte führe auch dazu, dass man heutige Errungenschaften wie die Demokratie oder das Wahlrecht zu würdigen wisse.
Aber an dem Punkt musste dann eben leider doch der Ausschnitt von Sidos neuestem Videoclip gezeigt werden, und das zeigte ein wenig das Dilemma von solchen Sendungen: Sie liegen zu sehr im Korsett, sind zu sehr auf PR für die Gäste ausgelegt, und wenn es wirklich mal spannend wird, muss man leider leider leider das Ganze abwürgen. Da gilt dann halt nicht mehr: “Hier spricht Berlin”.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 1. Oktober 2020)

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