Tagesarchiv für 4. Oktober 2019

RTZapper

Hoch soll er leben – Der Fernsehturm wird 50!

Freitag, den 4. Oktober 2019
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DO 03.10.2019 | 20.15 Uhr | rbb

Der hat das verdient! Der Fernsehturm in Berlin ist am 3. Oktober 1969 eröffnet worden, und weil das jetzt 50 Jahre her ist, widmete der rbb ihm eine Primetime-Show, die auch noch volle 90 Minuten dauern sollte.
Gute Idee, dachte die sich beim rbb, aber gleich danach scheinen sie ins Schwitzen gekommen zu sein. Wie sollen wir denn bitteschön 90 Minuten füllen? Die Antwort: Ach, irgendwas werden wir da schon finden.

In “Hoch soll er leben – Der Fernsehturm wird 50!” am Abend des Tages der Deutschen Einheit stand Maximilian arland auf dem Alexanderplatz, um über den Fernsehturm zu reden.
Das heißt, zunächst zeigte er einen Musikclip aus den 80ern: Helga Hahnemanns “Berlin”-Lied. Das passte, zumal es historische Aufnahmen von damals zu sehen gab.

Es blieb nicht bei diesem einen Clip. Die Sendung war durchzogen von Clips, die meist unter dem Fernsehturm aufgenommen worden sind. Weil man damit aber offenbar immer noch nciht die ganze Sendung füllen konnte, griff man beim rbb auch noch zu Archivausschnitten aus dem “Kessel Buntes”. Der wurde zwar im Friedrichstadtpalast aufgenommen, hat also wenig bis nichts mit dem Jubilar zu tun, aber mit viel Glück kann man von dort aus ja auch den Fernsehturm sehen.

Maximilian Arland durfte dann mit dem Fahrstuhl nach oben. Wir erfuhren, dass das Panoramacafé nicht mehr Panoramacafé heißt, sondern Café Sphere. Dass man bleiben kann, so lange man will. Dass man es mieten kann. Fast gar keine Schleichwerbung. Das Café, dass – haben wir es schon erwähnt – nicht mehr Panoramacafé heißt, hat jedenfalls eine gute Promotion vom rbb bekommen.
Wir durften aber auch ins Innere des Turmes blicken, Maxi auf eine besondere Plattform begleiten – spannend war das alles schon.
Leider fehlte jedoch völlig ein Rückblick auf die Bauzeit, denn es wäre ja schon mal interessant gewesen, wie man einen 365 Meter hohen Turm baut, noch dazu 1969 in der DDR.
Und dass da ständig irgendwelche Musikclips laufen mussten, die teilweise nicht mal was mit dem Fernsehturm zu tun hatten, wirkte dann leider doch wie der verzweifelte Versuch, um mit wahllosem Füllmaterial auf die 90 Minuten zu kommen.

Hits: 104

RT im Kino

Deutschstunde

Freitag, den 4. Oktober 2019

Es gibt Romanstoffe, die zwar schon mal verfilmt worden sind, die man durch Neuinterpretationen aber wieder ins Gedächtnis holen kann. “Deutschstunde” ist so ein Film, der zu einem neuem Nachdenken über deutsche Geschichte führen kann.

Ein paar Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in Norddeutschland. Siggi Jepsen (Tom Gronau) ist in einer Anstalt für schwer erziehbare Jugendliche. Er hat die Aufgabe, einen Aufsatz zu schreiben. Thema: „Die Freuden der Pflicht“. Aber er gibt leere Seiten ab. Er weiß nicht, was er schreiben soll. Er wird in eine Zelle gesperrt – er soll sich Gedanken machen. Und er macht sich Gedanken, und er schreibt die Erinnerungen an die letzten Kriegstage zu Hause nieder.
Siggis Vater Jens Ole Jepsen (Ulrich Noethen) ist durch und durch Nazi, er ist der Polizist im kleinen Ort an der Nordseeküste. Er hat den Auftrag aus der Hauptstadt, das Verbot, Bilder zu malen durchzusetzen. Seinem Freund, dem Maler Ludwig Nansen (Tobias Moretti) spricht er ein Berufsverbot aus. Eigentlich soll Siggi (als Kind: Levi Eisenblätter) helfen, ihn zu überwachen. Aber Ludwig bringt seinem Patensohn das Malen bei.

Christian Schwochow hat Siegfried Lenz’ Roman „Deutschstunde“ von 1968 neu verfilmt. Er beginnt erst ein wenig unentschlossen und gemächlich, erreicht dann aber eine Spannung und eine Wucht, die fesselt. Diese Literaturverfilmung ist gelungen.
Das liegt nicht nur an der dann doch spannenden Umsetzung des Stoffes, sondern auch an den sehr guten Darstellern. Allen voran Levi Eisenblätter, der den jungen Siggi spielt. Er fühlt, dass sein Vater ein mieser Hund ist, aber er fühlt auch, dass er sich in Gefahr begibt, wenn er Ludwig beisteht. Seine Augen sprechen Bände. Sie zeigen die Schüchternheit, aber auch die Wachheit, die Wachsamkeit, die Angst.
Ulrich Noethen spielt den Vater, der scheinbar nur manchmal an dem zweifelt, was er da tut. Der dann aber seinen Willen mit aller Härte durchsetzt. Auch nach Kriegende.
“Deutschstunde” zeigt aber noch was ganz anderes: Wie ein Einzelner mit einer Ideologie Terror verbreiten kann. Aber auch noch was anderes, was für die deutsche Geschichte Spannendes: Gerade in den ländlichen Gebieten schien nach Kriegsende alles weiter seinen Gang zu gehen. Das Personal blieb das Gleiche, wer unter den Nazis Polizist war, war es danach auch. Eine Entnazifizierung fand nicht statt – mit welchem Personal hätte man das auch machen sollen? Ein Thema, das heute kaum noch im Blickpunkt steht – indirekt aber doch, wenn auch heute noch über die Stasi in der damaligen DDR und den Leuten in Ostdeutschland geredet wird.
“Deutschstunde” wirkt nach. Ein wichtiger, sehenswerter Film.

-> Trailer auf Youtube

Deutschstunde
D 2019, Regie: Christian Schwochow
Wild Bunch, 125 Minuten, ab 12
8/10

Hits: 100

RTelenovela

25! Glückwunsch, Louise!

Freitag, den 4. Oktober 2019
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Am 22. August 1994 war unser erster Tag am Neuen Gymnasium in Oranienburg. Mit der Klasse 10 wechselten wir vom Runge-Gymnasium in die neu eröffnete Schule. Im Jahr danach bekam sie den Namen Louise-Henriette-Gymnasium. 1998 machten wir dort unser Abitur.
Jetzt, 2019, feiert das LHG den 25. Geburtstag.

Zu so einem Geburtstag gehört natürlich auch ein anständiger Ehemaligenball, eine Jubiläumsgala. Beides haben wir am Mittwochabend gefeiert, und es war eine gute Sause.
Als wir mit der Planung begonnen haben, war noch vollkommen unklar, ob wir überhaupt genug Stoff beisammen haben, um eine Stunde Programm zu bieten. Am Ende hatten wir mehrere sehr schöne Musikacts – auch von Ehemaligen der Schule.

Die eigentliche Idee kam mir aber beim Schreiben und Zusammenstellen des Ablaufs der Gala. Eine Zeitreise. Wir gingen im Laufe des Abends einfach sämtliche Abijahrgänge durch. Die entsprechenden Fotos wurden an die Wand geworfen. Und immer fragten wir: Wer aus dem Jahrgang ist da? Und erstaunlicherweise gab es nur einen oder zwei Jahrgänge, die gar nicht vertreten waren. Wir gingen spontan zu den Leuten, die sich meldeten und pickten uns jemanden raus, der uns kurz erzählte, was aus ihm/ihr geworden ist.
Das Schöne ist: Es hat funktioniert, weil niemand ein kurzes Gespräch ins Mikro abgelehnt hat. Viele Lehrer sind dabei, Biochemiker, PR-Fachleute und vieles mehr. Spannende Lebensläufe.

So war der Abend für alle interessant, auch für uns, die die Gala gestaltet haben. Da wir nichts geprobt hatten, kannten wir die Musikstücke nicht, und was bei der Zeitreise rauskommen würde, war sowieso unklar.
Und das alles ohne technische Pannen. Das muss man erst mal hinkriegen.
Danke allen, die an diesem Abend mitgearbeitet haben, dass es schön wurde.

Hits: 90