Monatsarchiv für Oktober 2019

ORA aktuell

Otto Brückner: Ältestes Geschäft Oranienburgs schließt

Donnerstag, den 31. Oktober 2019
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Das Haushaltswarengeschäft Otto Brückner ist der älteste Laden in Oranienburg. Es gibt ihn seit 1840. Nach fast 180 Jahren ist Schluss – am 30. Dezember öffnet das Geschäft zum letzten Mal.
Wie Stephan Merz dem Oranienburger Generalanzeiger sagte, höre er aus gesundheitlichen Gründen auf und habe keinen Nachfolger gefunden. Es gebe in der Oranienburger Innenstadt kaum noch Laufkundschaft, die Kunden bleiben zunehmend aus.

Schon seit 1740 wurde die Schlosserei Brückner eröffnet, 1840 wurde daraus ein Eisenwarenladen. 1935 kamen Waren für den Haushalt hinzu, später übernahm Familie Merz das Geschäft.

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RTelenovela

Countdown: Gesprächsrunde zu 30 Jahren Mauerfall

Mittwoch, den 30. Oktober 2019
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Heute mal wieder Werbung in eigener Sache. Am heutigen Mittwoch, 30. Oktober 2019, moderiere ich für den Heimatverein Vehlefanz eine Gesprächsrunde zu 30 Jahren Mauerfall. Los geht es um 19 Uhr im “Haus der Generationen” in der Vehlefanzer Lindenallee 11.

Es geht um die Fragen, was uns der Mauerfall gebracht hat, was vielleicht schief gelaufen ist, was vielleicht noch zu tun ist – und es gibt auch die Perspektive aus Sicht einer jungen Frau, die lange nach dem Mauerfall geboren worden ist.
In der Gesprächsrunde zu Gast sind Hubert Gediga, der heutige Vehlefanzer Ortsvorsteher, Wolfgang Krüger, 1989 Chefredakteur von Rias-TV in West-Berlin, und Luisa Plentz, die die Wende nur aus Erzählungen kennt, aber gerade an einer Ausstellung dazu beteiligt war.

Der Eintritt kostet nichts. Ich bin sehr auf diese Runde gespannt.

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RT im Kino

Polaroid

Mittwoch, den 30. Oktober 2019

Bird Fitcher (Kathryn Prescott) bekommt eine Polaroid-Kamera geschenkt bekommen. Das passt, denn Fotografieren ist ihr großes Hobby. Sie beginnt auch gleich, mit ihrer Sofortbildkamera zu arbeiten. Sie macht auch ein Foto von einer Freundin. Wenig später kommt die unter mysteriösen Umständen ums Leben.
Es dauert ein bisschen, bis sie rausfindet, dass auf dieser Kamera offenbar ein ganz böser Fluch liegt. Sie findet auf allen Fotos im Hintergrund immer eine Art Geist. Und dieser Geist taucht bald auf, um die Fotografierten zu holen – zu töten.
Weil auch Bird auf einem der Gruppenfotos selbst zu sehen ist – als Schatten im Hintergrund -, beginnt auch für sie der Kampf um Leben und Tod.

Ursprünglich war “Polaroid” ein Kurzfilm. Der Norweger Lars Klevberg hat aus seinem Werk nun einen 88-minütigen Thriller geschaffen. Das aber funktioniert nur bedingt, “Polaroid” wirkt auf irgendeine Art simpel.
Denn das Schema ist bekannt und wird hier konsequent durchgezogen: Etwas passiert, etwas passiert noch mal, irgendwann wird der Grund für das Geschehen rausgefunden, es gibt eine frühere Geschichte dazu, und dann beginnt die Jagd.
Das ist grundsätzlich erst mal interessant, aber daraus hätte man wesentlich mehr machen können. In diesem Film fehlen spannende Wendungen oder irgendwelche Höhepunkte. Zudem ist die Story um einen früheren Besitzer der Kamera ist ganz schlüssig.
Am Ende bleibt dann nur ein wohlwollendes “Na ja, geht so.”

-> Trailer auf Youtube

Polaroid
USA/Norwegen 2018, Regie: Lars Klevberg
Wild Bunch Germany, 88 Minuten, ab 16
5/10

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RT liest

Stefan Keller: Schabowskis Zettel

Mittwoch, den 30. Oktober 2019
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Berlin, Hauptstadt der DDR, Anfang November 1989: Die Menschen demonstrieren für ihre Rechte, dem Staat entgleiten seine Jünger.
Ins Haus von Volkspolizist Juri Hoffmann zieht eine junge Frau. Das Merkwürdige: Sie hat keinen entsprechenden Nachweis, dass sie die Wohnung überhaupt beziehen darf, und eigentlich dachte er, da könne keiner wohnen, weil sie zu marode ist.
Hinzu kommt: Nadja Worzin ist eine Oppositionelle. Sie arbeitet bei einer Zeitschrift im Untergrund mit. Sie will Veränderung in der DDR und hat schmutzige Machenschaften der Stasi rausbekommen. Als Unbekannte – die Stasi? – sie direkt vor dem Haus zusammenschlagen und sie überfahren wollen, scheint auch Juri zu begreifen, dass in diesem Land etwas ganz gewaltig schief läuft. Er beschließt, Nadja zu helfen.

“Schabowskis Zettel” spielt in diesem Krimi auch eine sehr wichtige Rolle. Und welchen Anteil der Volkspolizist Juri Hoffmann hat, dass Günter Schabowski in der bekannten Pressekonferenz am 9. November 1989 den Inhalt des Zettel, die Reiseregelungen vorliest, auch davon handelt dieser spannende Roman von Stefan Keller.
Er hat sich für seinen Krimi ein extrem interessantes Umfeld ausgesucht. Denn er beschreibt die Geschehnisse in Ost-Berlin zwischen dem 3. und 9. November 1989. Proteste in den Kirchen, die große Demo auf dem Alex, das letzte Aufbäumen der Staatssicherheit. All das nutzt er als Rahmen für eine Story um den Polizisten, seine Mutter und die Oppositionelle.
Das liest sich aus diesem beiden Gründen spannend. Stefan Keller gelingt es sehr gut, die aufgeheizte Stimmung zu beschreiben und seine fiktive Geschichte darin zu platzieren.
Der richtige Roman zum Mauerfall-Jubiläum.

Stefan Keller: Schabowskis Zettel
Gmeiner, 280 Seiten
8/10

Hits: 143

RT im Kino

Dem Horizont so nah

Dienstag, den 29. Oktober 2019

Jessica (Luna Wedler) hat ihre Zukunft noch vor sich. Sie hat das Abi, und das soll auf einer Party gefeiert werden. Dort lernt die 18-Jährige Danny (Jannik Schümann) kennen. Er sieht verdammt gut aus, ist nett und selbstbewusst. Es funkt.
Aber Danny hat ein Geheimnis. Er gesteht Jessica, dass er HIV-positiv ist. Und nicht nur das: Als Kind ist er misshandelt worden, war lange in einem Heim. Als Model verdient er sich nun sein Geld. Wie lange er noch zu leben hat, weiß er nicht.
Jessica beschließt, zu Danny zu stehen und auch zu ihm zu ziehen. Sie glaubt an ihre Liebet – muss sich aber dann doch mit großen Problemen auseinandersetzen.

Die beiden sind “Dem Horizont so nah”. So heißt der Film von Tim Trachte nach dem Buch von Jessica Koch, das auf wahren Begebenheiten beruht.
Man sieht Jessica und Danny durchaus gern zu, doch der wirkliche Funke springt nur selten rüber. Denn die richtige Balance aus Komödie, Drama und Tränendrüse ist dem Film nicht so richtig gelungen.
Das größte Problem ist der Umgang mit dem Thema HIV an sich. Der Film spielt 1999, und damals war in Sachen HIV noch vieles ganz anders. Die Krankheit ist auch heute nicht heilbar, aber therapiebar und kontrollierbar. Deshalb muss die Frage erlaubt sein, was diese Handlung von 1999 heutigen Jugendlichen sagen soll. Dabei hätte ein Film wie dieser auch heute noch die große Chance, der jungen Generation zu sagen, dass HIV auch heute noch gefährlich ist, der Umgang damit aber ein anderer ist. Deshalb wirkt die im Film gezeigte Panik mitunter etwas seltsam – aus heutiger Sicht, zumal das Jahr 1999 für den Film eigentlich gar nicht relevant.
Schade ist auch, dass das Ende – ohne zu viel zu verraten – seltsam lapidar ist.

-> Trailer auf Youtube

Dem Horizont so nah
D 2019, Regie: Tim Trachte
Studiocanal, 117 Minuten, ab 12
6/10

Hits: 136

RTZapper

Wahl 19: Thüringen

Dienstag, den 29. Oktober 2019
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SO 27.10.2019 | 17.30 Uhr | Das Erste

Es gibt Momente, da sieht man einen Politiker, man hört ihm zu, und fragt sich, ob er noch ganz bei Trost ist.
Thüringen hat gewählt. Die Linke ist stärkste Kraft, gleich dahinter folgt die rechte AfD mit Björn Höcke an der Spitze, der laut Gerichtsurteil Faschist genannt werden darf. Die CDU folgt auf Platz 3.
Das Problem für die Linke: Es ist völlig unklar, mit wem sie eigentlich regieren soll. Linke und CDU scheint eine undenkbare Mischung zu sein.

Dietmar Bartsch, dem Fraktionschef der Linken im Bundestag, scheint das alles wurscht zu sein. Hauptsache gewinnen. Er war am Sonntagabend ziemlich schnell nach der ersten Prognose im Wahlstudio der ARD.
Richtigerweise fragte ihn die Moderatorin Wiebke Binder, wie denn das nun sei, wenn so unklare Verhältnisse herrschen. Dietmar Bartsch hat die Frage entweder nicht verstanden oder den Ernst der Lage nicht begriffen, denn er lächelte nur selig. Es fühle sich “heute wunderbar an”, es sei ein klarer Regierungsauftrag. Das sagte er auch noch mal, als Wiebke Binder die Frage wiederholte. Alles tutti, und es lief ja auch in den vergangenen fünf Jahren richtig toll, so Bartsch sinngemäß. Er wirkte wie vom anderen Stern.
Als Christian Hirthe von der CDU darüber sprach, wie kompliziert nun alles sei, da lächelte Bartsch immer noch so, als sei die Regierung längst gebildet.
Mit diesem Auftreten, der jegliches Gefühl für der Situation angemessene Worte und Gesten vermissen lässt, befördert der Linke die Politikerverdrossenheit weiter.

Außerdem muss wohl mal über den Begriff “bürgerlich” gesprochen werden. Denn Alexander Gauland von der AfD sprach im ARD-Interview davon, dass es ja eine bürgerliche Mehrheit mit seiner Partei gebe. Schaut man bei Wikipedia nach, was eine bürgerliche Partei ist, dann könnte das auf die AfD sogar mitunter zutreffen. Aber eben nur mitunter: Björn Höcke ist aber bei weitem nicht der einzige AfD-Politiker, der rassistische Äußerungen tätigt, dessen Jargon stark an die Nationalsozialisten in den 1930ern erinnert. Ob das dann noch bürgerlich ist, sei dahingestellt. Die “Mitte” ist die AfD jedenfalls nicht. Sie steht rechts, und sie rückt immer weiter nach rechtsaußen. Und wer in Thüringen einen Mann wie Höcke mitgewählt hat, kann nicht sagen, man habe von nichts gewusst.

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ORA aktuell

Aus für die Oranienburger Escobar

Dienstag, den 29. Oktober 2019
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Die “Escobar” am Oranienburger Filmpalast ist geschlossen. Die Kneipennacht am Sonnabend war gleichzeitig die letzte Veranstaltung, die in der Cocktailbar stattgefunden hat.
Die Schließung habe, so die Märkische Allgemeine, wirtschaftliche Gründe.

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