Tagesarchiv für 25. September 2019

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Thomas Gottschalk: Herbstbunt – Wer nur alt wird, aber nicht klüger, ist schön blöd

Mittwoch, den 25. September 2019

(1) -> 18.6.2015

Vier Jahre nach seiner Autobiografie legt Thomas Gottschalk nach. Nach “Herbstblond” heißt sein zweites Buch “Herbstbunt”. Es ist keine zweite Autobiografie, sondern eher eine Anreihung von Erzählungen über dies und das.
Inzwischen geht er auf die 70 zu, und deshalb geht es diesmal um das Älterwerden und Altsein. Und warum, was das Leben immer noch bringen kann. Motto: “Wer nur alt wird, aber nicht klüger, ist schön blöd”.

So berichtet Thomas Gottschalk über den verheerenden Brand, die in Malibu sein Haus zerstört hat. Er war gerade in Deutschland, und hat die Brände erst gar nicht so ernst genommen.
Auch erzählt er von seiner neuen Liebe und der Trennung von seiner Thea. Allerdings bleibt er da eher im Ungefähren, ganz klar wird nicht, was da eigentlich genau los war. Da steckt Gottschalk in einem Dilemma, denn eigentlich plaudert er ja munter aus seinem Leben – in diesem Fall bleibt aber vieles im Dunkeln.
Ansonsten berichtet er von seiner Familie, davon, wie er mit Twitter und Co. Erfahrungen gesammelt hat, von seinen ersten Wehwehchen.

Einerseits ist Gottschalk ein wunderbarer Plauderer. Liest man sein Buch, hört man auch seine Stimme, die einem das Gelesene erzählt. Seine Geschichten sind mal heiter, mal nachdenklich. Auch als Schreiber ist er ein guter Unterhalter.
Dennoch wirkt es ein wenig wie eine Resterampe mit den Kapiteln, die im ersten Buch rausgeflogen sind. Die Kapitel wirken wie wahllos aneinandergereihte Kolumnen-Texte. Er muss auch schon vor der Trennung mit Thea daran gearbeitet haben, denn in den meisten Kapiteln schreibt er, als sei noch alles in Ordnung.
Schön ist, dass er an sein Leben mit Humor geht, er blickt meist fröhlich zurück und nach vorn und versucht immer das Positive zu sehen. Das ist dann keine hohe Literatur, aber das Buch macht ein gutes Gefühl. Das ist doch auch schon was.

Thomas Gottschalk: Herbstbunt – Wer nur alt wird, aber nicht klüger, ist schön blöd
Heyne, 272 Seiten
7/10

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RTZapper

HAMBI – Der Kampf um den Hambacher Wald

Mittwoch, den 25. September 2019
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MO 23.09.2019 | 0.00 Uhr (Di.) | ZDF

Der Hambacher Forst hatte mal eine Größe von mehr als 4000 Hektar. Inzwischen sind es nur noch etwa 500. Der Wald ging für den Braunkohletagebau drauf. Und der Energieversorger RWE will noch mehr abholzen lassen, aber das lassen sich die Menschen dort nicht mehr bieten.
2018 war der Kampf um den Hambacher Forst ganz groß in den Nachrichten.

Am sehr späten Montagabend zeigte das ZDF die Doku “HAMBI – Der Kampf um den Hambacher Wald”. Sie zeigte, wie die Menschen kämpfen. Wie sie sich den Arsch für diesen Wald aufreißen. Die sich gegen die Polizei stemmen – und eigentlich eher gegen das Energieunternehmen, das ihnen den Wald wegnehmen will.

Die Doku blieb komplett unkommentiert, der Zuschauer konnte sich ein eigenes Bild machen, und das war nun wirklich nicht immer pro Umweltschützer. Denn wenn Polizisten als Nazis beschimpft werden, dann wird eine Grenze überschritten. Dass die Polizisten, die da auch nur ihren Job machen und sich vermutlich auch nicht immer wohl in ihrer Haut fühlen, pauschal Nazis und Rechts oder Rechtsextrem sein sollen, ist unsinnig und zeigt, dass auch unter den Umweltaktivisten Leute waren, die ordentlich übers Ziel hinausgeschossen sind. Dass auch unter Polizisten solche sind, die den Einsatz für Gewalt nutzen, sei mal dahingestellt.

Bezeichnend war eine Szene, in eine Aktivisten all ihren Frust in die Filmkamera spricht, bestimmt zwei Minuten dauert das, und es ist sehr emotional, und irgendwann zommt die Kamera zurück. Man sieht, dass rechts und links von ihr zwei Polizisten stehen. Sie wirken teilnahmslos, einer dreht sich irgendwann zur Seite, und man merkt, dass sie nicht genau wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen.

“HAMBI” war eine oft interessante Doku, die einen tieferen Einblick in den Protest zuließ, mit all seinen Widersprüchen.

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RTelenovela

Mega-X

Mittwoch, den 25. September 2019
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Ein riesiges weißes X ziert neuerdings den Gehweg an der Oranienburger Schulstraße. Dieser Gehweg wurde nämlich sehr gern von Autofahrern zum Parken genutzt – das war Volkssport. Auch das Nörgeln, wenn es da mal ein Knöllchen gab. Das falsche Argument der Autofahrer war, dass der Gehweg wie ein Parkplatz aussieht. Keine Ahnung, wie die darauf kommen.
Das Problem jedoch: Die Schulstraße liegt in einer Parkzone, dort sind Parkplätze speziell gekennzeichnet. Auf der linken Seite sind das Kopfsteinpflaster-Parkbuchten. Rechts nicht, somit ist an sich das Parken schon mal nicht erlaubt. Da hilft auch keine Diskussion.

Lange wollte die Verwaltung an der Situation nichts ändern. Man wollte keine Linien ziehen und keine spezielle Kennzeichnung. Nun hat man sich anders entschieden, und an zwei Stellen sind weiße Linien gezogen worden, je mit einem riesigen X in der Mitte.
Nun muss es auch der letzte erkennen.
Warum aber so viel Farbe verbraucht werden musste, wo doch vielleicht zwei bis drei Fußgänger-Piktogramme ausgereicht hätten… Nun ja, manchmal fasst man sich echt an den Kopf.

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