Tagesarchiv für 21. September 2019

aRTikel

Yule Zebe liebt das Spiel mit dem Feuer

Samstag, den 21. September 2019
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Der 29-jährige Beetzer begeistert die Zuschauer mit Flammen – schon als Jugendlicher beginnt er zu üben – hauptberuflich arbeitet er mit dem Spargel

Beetz.
Seine Eltern sagen, er habe schon als Kind eine große Affinität zum Feuer gehabt. Yule Zebe lächelt, als er das erzählt. Denn das Spiel mit dem Feuer ist für den 29-Jährigen aus Beetz ein großes Hobby geworden.

Die Kremmener kennen ihn vermutlich vom Spargelhof. Dort arbeitet er als Betriebsleiter Spargel und kümmert sich um den Anbau und die Ernte des Gemüses. Ende Juli trat er allerdings in einer anderen Rolle auf – nämlich mit seiner Feuershow beim Festival „Feuer und Flamme für Kremmen“ im Scheunenviertel. Er zeigte seine Qualitäten als Feuerspucker, er wirbelte das Feuer an Kugeln durch die Luft und sorgte damit beim Publikum für Erstaunen und Freude.

„Ich hatte schon früh Lust, selber was damit zu machen“, erzählt er. „Feuer hat etwas sehr Urtümliches, Warmes, gleichzeitig auch was Mächtiges und Bedrohliches.“ Mit 14 Jahren kaufte er sich Pois. Ein Poi ist ein Ball am Ende einer Kette, den man herumschleudert. „Ich habe dann im Garten geübt. Da hat man ja eine steile Lernkurve, ansonsten verbrennt man sich.“ Später begann er mit Fackeln zu arbeiten. Und auch das Feuerspucken wollte er lernen. „Ich habe Texte dazu gelesen und geübt. Erst mit Wasser.“ Entweder verwenden Feuerspucker eine Flüssigkeit oder Pulver. „Ich arbeite mit Flüssigkeit“, sagt Yule Zebe. Das ergibt eine schönere Flamme.“ Man müsse diese Flüssigkeit, ein Feuerspuckfluid, stark ausstoßen, so dass sich eine große Wolke ergebe. „Das Zeug ist mehr oder weniger geschmacksneutral.“ Wichtig sei der Wind. Gegenwind könnte die Flamme zurückstoßen. „Und man sollte es nicht einatmen.“
Auch immer gern gesehen: die Funkenpois. „Die sind technisch nicht anspruchsvoll, dafür aber effektvoll“, sagt der 29-Jährige. „Die sollte man so schnell wie möglich drehen, sie sprühen Funken, das sieht aus wie ein Riesenrad.“
Seinen allerersten Auftritt als Feuerkünstler hatte er in Wunsiedel in Oberfranken. „Das war auf einer Chorfahrt, ich war da als Betreuer mit.“ Inzwischen tritt er 15 bis 20 Mal pro Jahr auf. „Oft zur Weihnachtszeit, aber auch bei Hochzeiten oder Firmenfeiern.“ Nicht immer ist alles glattgegangen. „Einmal hat sich eine heiße Kette ums Handgelenk gelegt.“ Auch bei einer Fackeljonglage hat er sich einmal verbrannt. „Da habe ich am falschen Ende zugegriffen.“ Bart und Haare sind auch schon mal angekokelt worden.

Yule Zebe stammt aus Berlin, seit 2016 lebt er mit seiner Frau in Beetz. Mit ihr hat er drei Kinder. Er studierte in Hessen ökologische Agrarwissenschaften, später absolvierte er eine Ausbildung auf einem Schulbauernhof. „Mein Ziel war eine eigene Landwirtschaft, ein eigener Hof.“ Davon hat er sich mittlerweile mehr oder weniger verabschiedet. „So was ist heute sehr schwierig“, sagt er. Nach Beetz kamen er und seine Frau, weil beide ihren Familien, er hat sechs Geschwister, nah sein wollten. In der Großstadt aber wollten sie nicht mehr leben.

Für Hobbys neben dem Job auf dem Spargelhof und der Feuershow bleibt nur wenig Zeit – zudem ist er erst kürzlich zum dritten Mal Vater geworden. Die beiden anderen Kinder sind sechs und drei. Ansonsten betreibt er modernes Survival: Buschcraften. Das ist das Handwerken in der Natur, aber auch das Handwerk in der Natur zu bestehen. „Draußen sein und leben können.“ Sehr selten bleibt noch Zeit zum Klettern. „Wobei das ja in Brandenburg eher schwierig ist.“ Während seine Frau in Beetz als Tagesmutter arbeiten will, arbeitet Yule Zebe seit 2016 auf dem Spargelhof in Kremmen. Er fing als Standbetreuer an und stieg recht schnell zum Spargel-Betriebsleiter auf. Jetzt, im Herbst, hat er da etwas mehr Freiräume als zur Hochsaison.

-> Im Internet: laubrausch.info

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Klimastreik: 580 Leute bei Demo in Oranienburg

Samstag, den 21. September 2019
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Weltweiter Klimastreik – und auch in Oranienburg. Nach Angaben der Veranstalter nahmen am Freitagmittag 580 Menschen an der Demonstration teil.
Die Bewegung “Fridays for Future” erreichte diesmal Menschen aller Altersklassen, die bei der Demo mitliefen. Sie führte vom Bahnhof über den Louise-Henriette-Steg zum Landratsamt, weiter zum Louise-Henriette-Gymnasium und zum Schloss.

Oranienburgs “Friday for Future”-Sprecher Tobias Fiedler forderte bei der Abschlusskundgebung die Abschaltung von einem Viertel aller Kohlekraftwerke bis Ende des Jahres und den kompletten Ausstieg bis 2030. Er sprach sich zudem für eine CO2-Steuer aus.

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Bundespolizei live: Großkontrolle an der Grenze

Samstag, den 21. September 2019
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MI 18.09.2019 | 20.15 Uhr | kabeleins

Verkehrskontrolle auf der Autobahn. Und man denkt: Habe ich was verbrochen? In Zukunft kommt wohl öfter noch dieser Gedanke hinzu: Hoffentlich ist das Fernsehen gerade nicht da.
Am Mittwochabend übertrug kabeleins live eine Polizeikontrolle an der Autobahn. Die Bundespolizei hatte sich an der Grenze zu Polen auf der A4 bei Görlitz postiert, und kabeleins war mit diversen Kamerateams vor Ort. Um mal zu zeigen, was die Bundespolizei denn da so macht. Und vermutlich um zu hoffen, dass ihnen ein großer Fang unterkommt. Live. Auf kabeleins. Ist das aufregend!

“Bundespolizei live: Großkontrolle an der Grenze” hieß die Live-Sendung am Mittwochabend zur Primetime. Der Moderator stand unter einem Zeltpavillon und sprach mit einem Herrn von der Bundespolizei, und zwischendurch wurde immer wieder da hingeschaltet, wo etwas, ähm, passierte.
Die zwei Männer im Porsche zum Beispiel. Verdächtig? Weil Porsche? Und weil: zwei Männer? Die Kamera schwenkte auf den Porsche, und einer der Männer machte erst mal ein Handyfoto davon, dass er gerade vom Fernsehen live ins Fernsehen gebracht wird. Und, worum handelt es sich hier, fragte der Reporter. Die Antwort schien enttäuschend zu sein: Es seien zwei Geschäftsmänner, und eigentlich sei alles in Ordnung. Schönen Abend noch.
Kurz war ich gespannt.

Immer wieder wurden Kofferräume geöffnet, und erstaunlich viele Reisende in Richtung Polen hatten Großpackungen Waschmittel dabei. Von Dash mit zum Weißen Riesen. Die waren offenbar nicht zu beanstanden.
Aber dann: Spannung! Auf einem Transporter war ein Auto, dessen Fahrer keine Papiere dazu hatte. Eine Überführung – oder doch geklaut? Der Fahrer erklärte, die Polizei habe ihm erklärt, dass… ach, egal. Jedenfalls soll es sich eher um einen Irrtum als um einen Raub gehandelt haben. War aber trotzdem sehr aufregend, da, live auf kabeleins.

Der Moderator sprach gerade mal wieder mit dem Polizei, als er aufschreckte: Acht! Und acht soll der interne Code für eine Festnahme sein. Sollte es also doch noch sehr, sehr aufregend werden in dieser Live-Übertragung? Die, ähm, Entwarnung kam schnell: Nicht Acht, sondern A8. Audi A8. Ein Audi A8 war gerade in einer Kontrolle. Keine Festnahme. In der Regie hat man vermutlich wegen des Spannungsabfalls eine Runde geweint.

Falls übrigens doch jemand live abgeknallt worden wäre oder wenn wirklich ein Dieb aufgetaucht wäre oder wenn einfach nur jemand keinen Bock hatte, live im Fernsehen von der Polizei kontrolliert zu werden – der wurde verpixelt. Denn ganz live war die Übertragung nicht, sondern leicht zeitversetzt, um die Bilder schnell noch bearbeiten zu können. Falls Herr Meier nicht will, dass er schon wieder Pornos geschmuggelt hat.

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