Tagesarchiv für 20. September 2019

RTZapper

Grüne Hochzeit

Freitag, den 20. September 2019
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MO 16.09.2019 | 23.05 Uhr | mdr-Fernsehen

Susanne und Robert verlieben sich, sie werden ein Paar. Als sie schwanger ist, beschließen sie, zu heiraten. Das ist nicht ganz einfach, denn Robert ist 18, Susanne ist 17. Aber sie können sich durchsetzen, und sie heiraten tatsächlich. Sie richten sich eine Wohnung ein, es ist die große Liebe. Es sind Zwillinge. Erst ist Robert geschockt, dann beginnt das Paar, sich um die Kleinen zu kümmern. Das ist nicht immer einfach, oft zermürbend. Und irgendwann geht es los: Susanne und Robert zoffen sich, sie haben sich nur noch wenig zu sagen, und Robert lernt eines Tages eine andere kennen. Ist die junge Ehe noch zu retten?

Der mdr zeigte am Montagabend “Grüne Hochzeit”, gedreht 1988 in der DDR, im Mai 1989 hatte er seine Premiere im Kino. “Grüne Hochzeit” gehört auch 30 Jahre danach noch immer zu den sehr sehenswerten DDR-Spielfilmen.
Ziemlich ideologiefrei und erstaunlich offen erzählt der Film die Geschichte eines Paares. Davon, wie sie kämpfen müssen. Wie sie mit ihren beiden Kindern erstaunlich alleine gelassen werden. Es geht um Schwarzarbeit, wie sie in der DDR immer wieder üblich war, aber eher selten in Filmen thematisiert worden ist. Und ums Fremdgehen und um Freiheit, wobei man sich als Zuschauer nie sicher ist, auf wessen Seite man eigentlich stehen soll.

Anja Kling spielte Susanne, und heute weiß man, dass sie bis heute eine vielbeschäftigte Schauspielerin ist. Marc Lubosch spielte Robert, er ist heute nicht mehr als Schauspieler tätig. Das fällt übrigens oft auf in DDR-Filmen – dass junge Leute auf tolle Weise eine Hauptrolle verkörpert haben, später aber nie mehr im Film auftauchten. Lubosch spielte wohl ab und zu noch kleinere Sachen, arbeitet jetzt aber hinter den Kulissen.

“Grüne Hochzeit” ist 31 Jahre alt, aber eigentlich ist er immer noch aktuell. Sehenswert ist er, weil er auch 2019 noch erstaunlich modern wirkt.

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RTelenovela

Knatter sie doch mal so richtig durch!

Freitag, den 20. September 2019
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Beleidigungen sind im unsozialen Netzwerk an der Tagesordnung. Auf Facebook oder Twitter wird gehasst, gedisst, da werden Leute niedergemacht und übel beschimpft.
Was aber kann man dagegen tun? Diese Menschen anzeigen.
Die Politikerin Renate Künast hat sich gegen solche Beleidigungen gewehrt. Aber was der Richter da entschieden hat, das ist ein Witz, das ist erschreckend, das ist beschämend.

„Knatter sie doch mal so richtig durch, bis sie wieder normal wird“, schrieb jemand. Das Gericht sagt, das sei „mit dem Stilmittel der Polemik geäußerte Kritik“.
Künast sei “vielleicht als Kind ein wenig zu viel gef…“ worden, schrieb jemand. Das sei, so das Gericht, „überspitzt, aber nicht unzulässig“.
“Sondermüll”, schrieb jemand. Das Gericht sagt, das habe „Sachbezug“.
„Stück Scheiße“, schrieb jemand. „Schlampe“, schrieb jemand. „Geisteskranke“, schrieb jemand. Das Gericht sagt, dass man Renate Künast damit nicht beleidige, es sei eine „Auseinandersetzung in der Sache“.
“Drecks Fotze”, schrieb jemand. Das Gericht sagt, der Kommentar “bewegt sich haarscharf an der Grenze des von der Antragsstellerin noch Hinnehmbaren.“

Unsere Sprache verroht. Oder eigentlich sind es die Menschen, die verrohen. Die keine Manieren mehr haben, kein Taktgefühl, dafür aber viel Hass, viel Gram.
Wenn ein Gericht nun sagt, das sei alles vollkommen okay, dann ist das bedenklich. Denn es gibt den Hatern recht. Ein Recht, das man ihnen nicht geben darf.

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RTZapper

Survivor

Freitag, den 20. September 2019
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MO 16.09.2019 | 20.15 Uhr | VOX

In den USA ist “Survivor” sehr erfolgreich, dort läuft die 39. Staffel. Eine Gruppe Menschen kämpft auf einer einsamen Insel ums Überleben und um 500.000 Euro.
In Deutschland hat das bislang nicht funktioniert. Schon vor längerer Zeit – 2001 – lief die Reihe bei RTL II, 2007 dann bei ProSieben. Und das so schlecht, dass die Folgen aus dem Abendprogramm verbannt und am Vormittag versendet wurden.

Nun also VOX. Am Montagabend lief dort die erste Folge der neuen Staffel. 18 Kandidaten sind 39 Tage auf einer unbewohnten Insel. VOX will alles besser machen. Hochwertiger gefilmt und geschnitten.
Dass “Survivor” dennoch langweilig ist und in Deutschland nicht funktioniert, hat mehrere Gründe. “Survivor” wirkt, da kann alles noch so edel sein, wie eine x-beliebige Doku-Soap. Damit nerven uns die Privatsender schon den ganzen Tag über, “Survivor” unterscheidet sich kaum. Aber auch im Segment der Abenteuershows ist Deutschland ziemlich gesättigt, zumal die meisten auch nicht sonderlich gut funktionieren.
Am Montagabend ging es los, die 18 standen auf Pfählen und muss dort ausharren. Bis zu zwei Stunden hielten welche aus. Danach stapften sie durch den Urwald, und irgendwie war das so schrecklich egal, weil das Leute sind, die man nicht kennt und irgendwie auch nicht kennenlernen will.

“Survivor” fehlt ein Rahmen, eine Art Moderation. Die Show muss sich in irgendeiner Art und Weise absetzen vom Doku-Einerlei, das uns sowieso schon geboten wird. Die erste Folge schubste die Zuschauer mitten ins Geschehen, aber das war nach dem Pfahlstehen einfach nicht mehr interessant.
Deshalb wird es übrigens auch die normale Version von “Big Brother” 2020 bei Sat.1 sehr schwer haben. Außer es gelingt Sat.1, die Bewohner vernünftig einzuführen.

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