Tagesarchiv für 19. September 2019

RTZapper

Hirschhausen im Hospiz

Donnerstag, den 19. September 2019
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MO 16.09.2019 | 20.15 Uhr | Das Erste

Das passiert viel zu selten. Zur Primetime beschäftigt sich das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen mit den ganz elementaren Fragen der Menschheit.
“Stellen Sie sich vor, Sie sind weg, es gibt Sie nicht mehr. Sie sind tot. Für wen ist das eigentlich schlimm? Für Sie selber oder für alle, die noch weiterleben?”
Diese Frage stellte uns Eckart von Hirschhausen am Montagabend im Ersten. 45 Minuten lang drehte sich alles um das Sterben und um den Tod. Und das auf eine nachdenkliche, aber auch erfreulich lockere Art und Weise.

Es ging darum: “Wie gelingt ein Leben, wenn einem die Endlichkeit bewusst ist, wenn man nur noch wenige Tage zu leben hat? Was verschiebt sich da an Prioritäten und müssen wir eigentlich Angst vor dem Sterben haben?”
“Hirschhausen im Hospiz” hieß die Doku, und Hirschhausen ging dahin, wo die Menschen sterben. Wir sehen einen Ort, an dem aber keine gedrückte Stimmung herrscht. Den Sterbenden sollen die letzten Tage so schön wie möglich gemacht werden. Der Tod ist traurig genug, da muss man im Hospiz nicht noch traurige Stimmung verbreiten.

Auch wurde gezeigt, woran die Menschen eigentlich sterben. Der Gedanke, dass jedes Jahr in Deutschland eine Million Menschen sterben – oft einfach so sterben, weil sie alt sind – das ist ein so erstaunlicher, wie schlimmer. Denn uns wird vor Augen geführt: Wir sind alle mal dran.

In der Doku lernen wir Menschen kennen, die sterben. Aber auch Menschen, die Abschied nehmen müssen, und die am Ende sagen: Die Zeit, als der Angehörige starb, war die intensivste des bisherigen Lebens.
Dieser Film machte uns klar, das Beste aus dem Leben zu machen. Und auch das Beste aus dem Sterben. Eine wichtige Doku.

-> Die Doku in der ARD-Mediathek (bis 16. September 2020)

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RTelenovela

Guckt mal, was ich gestern im Wald erlebt habe

Donnerstag, den 19. September 2019
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Birkenwerder hat ein Wildschwein-Problem. Die Viecher rennen durch den Ort und durchpflügen die Gärten. Die Leute machen sich Sorgen und fordern, dass die Gemeindeverwaltung endlich handelt.

Da passte am Mittwochmittag ein Post in der Birkenwerder-Facebook-Gruppe. Jemand hat ein Video gepostet. Zu sehen ist ein Lkw im Wald. Hinten öffnet sich die Klappe und Dutzende junge Wildschweinchen rennen raus. Gefilmt von einer Person mit Handy, zu sehen ist auch der Fahrer, der die Tiere seelenruhig rausrennen lässt.
Unter dem Video auf Facebook stand: “Der Wahnsinn…… Guckt mal was ich gestern im Wald erlebt habe. Deutscher LKW. Kein Wunder, daß wir so ein Problem mit den borstigen Freunden haben….” Dahinter ein Smily.

“Und da hast du nicht die Polizei gerufen?”, fragt jemand, und der Mann, der das Video eingestellt hat, antwortet: “Ich war so überrumpelt… Ich habe nicht daran gedacht.”
Vielleicht weil er gar nicht im Wald war, das Video nicht gemacht hat, das Video nicht in Birkenwerder entstand, und die ganze Sache überhaupt eine Lüge war.

Das sieht derjenige ganz anders. Ein Scherz sei es gewesen, und auch ein paar andere Kommentatoren fanden, dass das ja ganz harmlos gewesen sei.
Mag sein. Aber es ist ein schlechter Scherz. Stellt jemand ein Video rein und behauptet, er habe es gemacht, ist es ein Scherz. Ist es auch ein Scherz, wenn jemand sagt, er habe ein Video gemacht, wie ein Asylbewerber irgendwas angeblich Schlimmes tut und sich rausstellt, das Video ist uralt und zeigt was ganz anderes? Ist es auch ein Scherz, wenn jemand sagt, Herr XY habe ein Kind unfein angefasst – was sich dann aber auch als unwahr rausstellt.
Alles nur Scherze?

In Wirklichkeit sorgen genau solche “Scherze” für die Spaltung der Gesellschaft. Dafür dass die einen Angst haben, die anderen sich drüber lustig machen und beide Seiten darüber streiten. So machen das übrigens auch extremistische Parteien: Einfach mal was behaupten, um dann zu sagen, man habe das ganz anders gemeint oder es sei Satire gewesen. Die Behauptung aber ist in der Welt und lässt sich nicht mehr einfangen. Gerüchte oder Fakenews lassen sich schwer aufhalten.
So was sollten wir wirklich lassen.

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RTZapper

SOKO München

Donnerstag, den 19. September 2019
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MO 16.09.2019 | 18.05 Uhr | ZDF

2020 ist Schluss – nach dann unglaublichen 42 Jahren. Da kann nicht mal die “Lindenstraße” mithalten. Bis dahin sind fast 650 Folgen in 44 Staffeln gelaufen.
Die Rede ist von “SOKO München”, der Ur-Mutter der vielen SOKO-Reihen im ZDF. Sie startete Anfang 1978 unter dem Namen “SOKO 5113”. Am Montagabend lief die vorerst letzte Folge, und wenn die nächste Staffel beginnt, dann wird es die letzte sein.

Das ZDF setzt die Reihe ab. Nicht wegen schlechter Quoten, sondern… ähm…. nun ja, man weiß es nicht so genau. “Zur Modernisierung des Programmangebots gehört die Entwicklung von Neuem, aber auch der Abschied von liebgewonnenen Formaten”, hieß es dazu vom ZDF. Da hätten sie auch sagen können, dass sie aus einer etwas merkwürdigen Laune heraus die Serie absetzen.

Auf dem Sendeplatz von “SOKO München” wird der SOKO-gewöhnte ZDF-Zuschauer auch weiterhin SOKOs erleben, dann aber abwechselnd aus Potsdam und aus Hamburg. Inzwischen zeigt das Zweite neun verschiedene SOKO-Serien, und am liebsten wäre es dem ZDF vermutlich, wenn die Leute die Unterschiede gar nicht merken – Hauptsache SOKO.
Dass man beim ZDF eine Serie absetzt, weil man mal von einem liebgewonnenen Format Abschied nehmen wolle, dann ist das ein echtes Luxusproblem.

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