Tagesarchiv für 10. September 2019

RT im Kino

Es – Kapitel zwei

Dienstag, den 10. September 2019

(1) -> 4.10.2017

27 Jahre später.
1989 haben Bill (Jaeden Lieberher) und seine Freunde geschworen, sich in Derry wieder zu treffen – nämlich, dann wenn Es wiederkehrt. Wenn der Horrorclown wieder für Unruhe sorgt, wenn er Kinder tötet.
27 Jahre später kommt der Anruf. Alle aus der Gruppe bekommen sie einen Anruf. Es ist Mike (Isaiah Mustafa), der sie alle nach Derry zurückruft. Und schon der Anruf sorgt bei ihnen für Panik, denn sie wissen ganz genau, dass dieser Anruf Unheil bedeutet.
Sie alle treffen sich in einem Restaurant, und da geht es auch schon los – denn alle werden von ihren Erinnerungen an damals eingeholt. Und von den Visionen und Ängste, für die der Clown (Bill Skarsgård) gesorgt hat.
Es ist klar: Sie müssen den Kampf gegen den Clown wieder aufnehmen, und sie wissen auch: Es wird noch härter als damals, als sie schon mal an ihre Grenzen kamen.

“Es – Kapitel zwei” ist härter als Teil 1. Regisseur Andy Muschietti spielt diesmal sehr viel stärker mit Horrorelementen. Immer wieder gibt es Szenen, die für Unbehagen sorgen. Das Spannende und Interessante daran: Es sind Visionen, die wir sehen, und auch die Männer und Frauen müssen sich immer wieder vor Augen führen, dass es eben nur Visionen sind. Der Zuschauer und die Leute im Film machen gewissermaßen dasselbe durch.
Alle werden sie nach und nach mit ihren Ängsten beschäftigt. Dabei geht es einerseits in diesem Film um den Zusammenhalt unter Freunden, und das auch als Erwachsene. Aber es geht auch darum, allein gegen seine Ängste zu kämpfen – um dann aber auch zu wissen, dass man Ende nicht allein sein wird.
Sehr schön ist, dass der Film stark mit Rückblenden arbeitet. Wir sehen genau, welcher der Erwachsenen damals welches Kind war – wir tauchen ein in die damaligen Zeiten, um Rückschlüsse auf das Heute zu ziehen. So ist das Kapitel 2 eine runde Sache.
Dennoch hat die Geschichten Längen und dann auch nicht ganz mit Teil 1 mithalten – und 170 Minuten wären nun wirklich nicht nötig gewesen.
PS: Stephen King, der Autor der Romanvorlage, hat auch einen Auftritt in diesem Film.

Es – Kapitel zwei
USA 2019, Regie: Andy Muschietti
Warner, 170 Minuten, ab 16
7/10

Hits: 166

RT liest

Christopher Schacht: Mit 50 Euro um die Welt – Wie ich mit wenig in der Tasche loszog und als reicher Mensch zurückkam

Dienstag, den 10. September 2019

19 Jahre, Abi, und was kommt jetzt?
Christopher Schacht hat darauf eine spannende Antwort gefunden: um die Welt reisen. Noch spannender: Er hat nur 50 Euro dabei. Das Geld, das er für seine Weltreise braucht, will er sich entweder unterwegs mit Jobs verdienen, oder er setzt auf die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen, die er trifft.
Insgesamt ist er vier Jahre unterwegs. Vom Juli 2013 bis August 2017.
Er startet in Sahms in Schleswig-Holstein, es geht über Frankreich, Spanien und Portugal gen Westen, er ist in Südamerika, weiter nach Japan und China, Indien, Iran und wieder nach Deutschland.
100.000 Kilometer zu Fuß, per Anhalter, auf einem Segelboot. Er lernt viele Menschen kennen, er ist Fotomodell, er lenkt ein Schiff übers Meer, sogar als Trauerredner arbeitet er – wenn auch eher aus Versehen.

“Mit 50 Euro um die Welt – Wie ich mit wenig in der Tasche loszog und als reicher Mensch zurückkam” – in diesem Buch schildert Christopher Schacht, was er auf seiner Reise erlebt hat – auf fast 300 Seiten. Was viel klingt, ist für eine vierjährige Tour eigentlich wenig. So reißt er viele seiner Geschichten nur an, kann sie nur anreißen.
Aber man bekommt durchaus einen guten Eindruck von Land und Leuten, auch wenn die 50-Euro-Aktion letztlich nur auf Aufhänger ist, der im Buch aber eigentlich keine Rolle spielt.
Christopher Schacht berichtet aber sehr gut, worauf man bei solchen Reisen achten sollte, was passieren kann – und auch davon, dass man manchmal in Situationen gerät, die vielleicht nicht ganz so angenehm sind.
Ein bisschen schade ist, dass die Druckqualität der Bilder im Buch nicht allzu gut ist. Sie sind zwar farbig, aber leider nicht sehr klar.
Aber dennoch: Vielleicht animiert das Buch den einen oder anderen auch, mal etwas ganz Großes zu wagen…

Christopher Schacht: Mit 50 Euro um die Welt – Wie ich mit wenig in der Tasche loszog und als reicher Mensch zurückkam
adeo, 299 Seiten
7/10

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RTZapper

Live: Abstimmung über Neuwahlen

Dienstag, den 10. September 2019
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MO 09.09.2019 | 20.15 Uhr | tagesschau24

Der Nachrichtensender tagesschau24 hatte am Montagabend ein echtes Programmhighlight. Nach der 20-Uhr-Tagesschau wurde sehr spontan das Programm geändert, und man schaltete live nach London – ins britische Parlament. Pünktlich um 20.16 Uhr kamen wir noch rechtzeitig – um das fast leere Parlament zu sehen. tagesschau24 übertrug zur Primetime gute 15 Minuten lang die Debattenpause.

Wenn am Abend das britische Parlament rund um den Brexit-Zoff tagt, dann ist auch tagesschau24 live mit dabei. Zwar gibt es im Tagesprogramm solche Übertragungen nicht, und eigentlich ist sie auch am Abend völlig unnötig, denn auch phoenix hat live übertragen. Auf tagesschau24 gibt es allerdings keine Überstzung, die zeigen die Debatte im englischen Original – aber auch das ist bei phoenix möglich.

Der Sinn dieser abendlichen Live-Übertragungen auf tagesschau24 ist also vollkommen unklar. Laut Videotext sollte um 20.15 Uhr eigentlich “Anne Will” beginnen, stattdessen gab es nach der 20-Uhr-Tagesschau eine offenbar vorher aufgezeichnete Moderation, in der der Moderator angekündigte, dass man nun ins Parlament schalte, um zu übertragen, ob denn eine Entscheidung für Neuwahlen falle.
Nur leider war gerade im Parlament nichts los. Pause. Der Saal war fast leer. Das hinderte bei tagesschau24 niemanden daran, trotzdem nach London zu schalten – und auch drauf zu bleiben. 15 Minuten lang zeigte man die Pause. Es war niemand da, der mal hätte einen Beitrag einspielen können oder für Einschätzungen aus dem Studio. Stattdessen: schweigen.
Andererseits: Im ganzen Brexit-Stress ist die Live-Übertragung einer Pause ja auch mal was Beruhigendes.

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RTelenovela

Zuzügler

Dienstag, den 10. September 2019
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Streitigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten können immer auch etwas Gutes haben. Man kommt ins Gespräch, man lernt sich kennen.
Das haben die neuen Besitzer des Schlosses in Schwante in den vergangenen Monaten in Schwante erlebt. Inzwischen sind sie auch wirklich nach Schwante gezogen.

In den vergangenen Monaten gab es einen längeren Disput über die Frage, wo denn künftig der Weg durch den Schlosspark langführt. Am Montagmittag traf ich die beiden zufällig in der Schwantener Bäckerei. Die Umbauarbeiten im Schloss haben begonnen, und irgendwann startet auch der Bau des neuen Weges.
Und sie haben es erlebt: Durch die vielen Gespräche, die sie geführt haben, haben sie gleich einen Zugang ins dörfliche Leben gefunden. Viele Leute haben sie kennengelernt, schon viele Hürden überwunden, die Zuzügler immer haben. Dafür sind sie dankbar, und man kann die Familie dafür eigentlich nur beglückwünschen.

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