Tagesarchiv für 19. August 2019

RT liest

OJ & ER: #ichwillihnberühren

Montag, den 19. August 2019

Zwei Jungs, sie sind Kumpel, sie verbringen gern Zeit miteinander. Fernsehabend, und es ist zu spät für den Aufbruch nach Hause. Und da liegt er nun, der Kumpel, in Boxershorts neben ihm. Er gibt sich entspannt, aber er ist alles andere als entspannt. Eigentlich will er was ganz anderes. Ihn ansehen, ihn anfassen. Er ist verliebt. In seinen Kumpel.
Das ist natürlich eine Katastrophe, denn er weiß nicht, was sein Kumpel darüber denkt. Stößt er auf Gegenliebe? Fände er es abstoßend, wenn er sich outen würde?
Er holt sich in der Jodel-Community im Internet Rat, und irgendwann wird dort ein regelrechter Hype draus, weil alle darauf warten, dass endlich etwas passiert…

Dies ist eine wahre Geschichte. Sie soll sich zumindest in dieser Online-Community genauso zugetragen haben. Daraus ist der Roman “#ichwillihnberühren” entstanden.
Der Clou allerdings: Irgendwann erfahren wir, was der andere eigentlich darüber denkt, und es tut regelrecht weh, wenn man liest, wie sich auf der Stelle treten, weil sich keiner aus der Deckung hervorwagt.
Zugegeben: Natürlich ist die Geschichte total simpel, und eigentlich kann man sich relativ schnell denken, wie sie ausgeht. Aber der Weg dahin ist dann doch spannend, und die Einblicke in die Gefühlswelt lassen erahnen, wie es schwulen Jungs geht, die sich verlieben und die, anders als Heteros, erst mal auschecken müssen, ob das Balzen überhaupt grundsätzlich sinnvoll ist.
Die Mischung aus eigenem Erzählen, Chatprotokollen und Community-Zitaten machen das alles abwechslungsreich und zu einer modernen Teenie-Liebesgeschichte.

OJ & ER: #ichwillihnberühren
Ach je Verlag, 167 Seiten
9/10

Hits: 243

RTelenovela

Rügen 2019 (9): Seele zu Meer

Montag, den 19. August 2019
Tags: , ,

(8) -> 18.8.2019

Zwar hat der Sassnitzer Hafen schon sehr lange seine Bedeutung verloren – die großen Fähren fahren von Neu-Mukran -, dennoch lohnt sich ein Besuch der Anlage. Zu Fuß nähert man sich vom Stadtzentrum aus am besten vom Rügen-Hotel aus. Denn am Ende des Platzes beginnt ein Weg, der auf eine lange Brücke mündet.4
Diese Brücke führt über das Hafengelände hinweg, man hat einen wunderbaren Blick auf die Anlage, auf die Mole, auf die Ostsee, und man kann dem Schiff zusehen, wenn es im Linienverkehr zwischen Sassnitz, Binz, Sellin und Göhren den Hafen verlässt.
Läuft man weiter über das Hafengelände, dann gelangt man zum Fabrikverkauf von Rügen-Fisch.

Ebenfalls unweit vom Hafen ist das Grundtvighaus, das Mehrgenerationenhaus von Sassnitz. Ein bisschen verlassen liegt es da, man muss sich fast schon überwinden, reinzugehen, weil es von außen geschlossen und dunkel wirkt. Als ich dort war, war es in der Tat auch merkwürdig leer und ruhig.
Im Caféraum kann man sich allerdings eine Ausstellung ansehen. Zu sehen sind momentan Bilder von Wolfgang Krüger, einem gebürtigem Stralsunder. “Seele zu Meer” heißt sein Projekt. Er malt Figuren und Menschen an und in Meereslandschaften. Ein Spiel mit Licht und Schatten.
Der Holzboden knarrt, wenn man durch das Café läuft, um die Bilder an den Wänden anzusehen. Fast wirkt es ein bisschen unheimlich. Allerdings gibt es nebenan einen größeren Saal mit einer Bühne. Dort finden offenbar manchmal Konzerte statt und einmal pro Woche eine Kinoveranstaltung. Dort mal vorzulesen, wäre sicherlich nett.

Wer Sassnitz über die B96 verlässt – die Bundesstraße, die auch an Oranienburg vorbeiführt, beginnt in Sassnitz -, der sollte übrigens immer an den Blitzer denken, der uns an Tempo 50 erinnert. Im letzten Winter habe ich dort schon was, nun ja, gespendet.

Hits: 164