Tagesarchiv für 14. August 2019

RT liest

Matthew Quick: Schildkrötenwege oder Wie ich beschloss, alles anders zu machen

Mittwoch, den 14. August 2019

Nanette schreibt Einsen in der Schule, und auch im Fußballteam ist sie extrem erfolgreich. Eine bessere Torjägerin wie sie gibt es nicht. Sie ist beliebt, aber ist sie auch zufrieden und glücklich?
Eines Tages liest sie den Kultroman “Der Kaugummikiller”. Sie ist begeistert. Und das Aufregende: Der Autor wohnt ganz in der Nähe. Sie sucht Booker auf, um sich mit ihm über den Roman zu unterhalten. Der hat darauf aber überhaupt keine Lust, stellt ihr aber Alex vor. Die beiden verstehen sich blendend, können sich viel und lange über den Roman unterhalten, und bald verlieben sie sich.
Alex hat ein Lebensmotto: nie anpassen. Ganz anders als Nanette, die aber auch mehr und mehr ihr altes Leben aufgibt. Aber auch ihr neues Leben gerät bald völlig aus den Fugen.

“Schildkrötenwege oder Wie ich beschloss, alles anders zu machen” heißt der Roman von Matthew Quick. Er handelt von mehreren jungen Leuten, die versuchen, einen Jahrzehnte alten Roman zu ergründen. Und die – völlig unbemerkt – den selben Weg gehen wie die Figuren im Roman.
Die Verquickung des Romans mit der Geschichte im eigenen Roman ist dem Autor sehr gelungen. Wir erleben die Selbstfindung, die für Nanette extrem schwierig ist – und nicht nur für sie. Auch der Autor Booker muss viel aufarbeiten, ebenso wie Alex und auch Nanettes Eltern.
Die Geschichte nimmt mehrere spannende Wendungen, sie ist lustig, macht nachdenklich und ist auch spannend.

Matthew Quick: Schildkrötenwege oder Wie ich beschloss, alles anders zu machen
dtv, 298 Seiten
9/10

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RTelenovela

Rügen 2019 (5): Salat und Huhn

Mittwoch, den 14. August 2019
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(4) -> 4.3.2019

Manchmal fragt man sich ja, was die Namen von Restaurants zu bedeuten haben. Strandlücke zum Beispiel. So heißt ein Restaurant direkt am Binzer Strand. Der dort allerdings keine Lücke aufweist. Strandlücke klingt irgendwie seltsam negativ, wie eine kleine Enttäuschung.
Dabei sitzt man man sehr schön in diesem Lokal. Gerade auf der Terrasse hat man einen wunderschönen Blick auf den lückenlosen Strand, und im Hintergrund ist die Ostsee.
Heißt natürlich auch, dass man als Kunde für diesen Blick zahlt.

Und ich war auch ein bisschen blauäugig. Ich bestellte einen Caesarsalat für 12,90 Euro, was ja schon mal ein ordentlicher Preis ist, und die Kellnerin fragte, ob ich denn auch Hühnchen dazu haben wolle. Ich wollte.
Als der Salat dann kam, herrschte meinerseits ein bisschen Ernüchterung. Die Croutons waren getoastete Schwarzbrot-Ecken. Die waren allerdings viel zu groß und einfach nur trocken. Vertrocknete Brotwürfel kann man schlicht vergessen. Die Hühnchenbrocken war auch ziemlich groß, irgendwie muss da ein ganzes Hühnchenteil reingeraten sein. Wie einfach noch reingeschmissen, ohne dass der Koch damit was gemacht hat.
Der Salat selbst war gut, aber die Zusätze sehr mau.

Und kennst du diesen Moment, wo es auf einmal einen Moment ja vollkommen still ist und dir die Spucke wegbliebt? Das passierte, als die Rechnung kam: Der Salat mit dem Hühnchen kostet knapp 20 Euro.
Für die wirklich maue Qualität ist das ein unverschämter Preis, der durch nichts zu rechtfertigen ist. Immerhin bekomme ich für das Geld ein gutes Fischgericht – Scholle oder so. Aber richtige Fleischgerichte gibt es für die 20 Euro auch in Binz.
Salat esse ich wohl künftig woanders.

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RTZapper

Max Herre: Nachts

Mittwoch, den 14. August 2019
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DI 13.08.2019 | Youtube

Max Herre sei Dank! Denn durch ihn habe ich im großen Archiv der DDR-Songs etwas Neues entdeckt. Einen Song, der scheinbar bislang vollkommen unbeachtet blieb, der in keine Hitliste auftaucht.

“Nachts” heißt der aktuelle Song von Max Herre. Er selber rappt, das macht er ganz okay. Aber der Knaller ist der Refrain: Darin singt nämlich Veronika Fischer.
Die war 1973 Sängerin in der Band Panta Rhei. In ihrem Song sang sie: “Die Nacht streckt ihre Hände aus. Deckt alles ringsum zu. Ich bin allein in meinem Haus und finde keine Ruh’.”
Ein toller Text, eine wahnsinnig schöne Melodie, und dass das bislang in der DDR-Nostalgie nicht vorkam, ist schade. Dafür hat Max Herre für eine 2019er-Nostalgie-Entdeckung gesorgt.

Veronika Fischer schrieb auf ihrer Facebook-Seite, dass Herre sie gefragt habe, ob er ihr Lied verwenden dürfe.
Was ärgerlich ist: Dass Max Herre weder Veronika Fischer noch Panta Rhei nennt. Eigentlich hätte der Youtube-Clip als Max Herre feat. Veronika Fischer betitelt werden müssen. Dass sie es ist, sieht man im Videoclip in einer Namenseinblendung, die aber zudem schlecht zu erkennen ist.
Das ist schäbig. Denn ohne Veronika Fischer gäbe es auch den Herre-Song nicht.
Schade ist übrigens auch, dass er im Clip gleich zwei Songs verwurstet. “Diebesgut” wird hinten rangeklatscht. Eine echte Verschwendung.

-> Der Clip auf Youtube.
-> Das Original auf Youtube.

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