Monatsarchiv für August 2019

RTZapper

ZDF-Fernsehgarten: Luke Mockridge

Sonntag, den 18. August 2019
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SO 18.08.2019 | 11.50 Uhr | ZDF

Auftritt Luke Mockridge im “ZDF-Fernsehgarten”. An sich ist das ein Grund zur Freude, denn Luke Mockridge ist eine coole Sau. Aber am Sonntagmittag war schnell zu merken: Dieser Auftritt ist… nun ja, anders.

Mockridge steht auf der Bühne und stottert ein paar billige Witzchen runter. Das Publikum lacht vereinzelt. Er macht sich über die Leute lustig und erzählt dann noch Pipi-Kacka-Witze. Schwer auszuhalten.
Bald ist klar: Luke Mockridge ist in den Fernsehgarten gekommen, um die Show und die Leute dort zu verarschen. Ziemlich sicher werden wir im Herbst sehen, was er vorhatte. Dann startet seine neue Primetime-Show auf Sat.1, und da wird es garantiert einen Beitrag aus dem Fernsehgarten geben.

Andrea Kiewel jedenfalls würgte Luke Mockridge ab, sie war sichtlich irritiert und sauer. Das hat es vermutlich in 33 Jahren Fernsehgarten nicht gegeben, dass ein Comedy-Beitrag von der Regie abgebrochen worden ist.
Ein paar Minuten später machte Kiwi ihrem Ärger Luft. Sie erklärte, dass Luke Mockridge die Probe geschwänzt habe und sie davon ausgehe, dass keiner wissen sollte, was er da auf der Bühne vorhatte. Das sei unkollegial, und sie erteilte ihm Sendungsverbot – “Shame on you!”
Das sind selten offene Worte, die Andrea Kiewel da an den Komiker richtete.

Nun kann es ja in der Tat sehr lustig sein, wenn jemand in die Show kommt, um einen Prank über die Bühne zu bringen. Und man muss auch sagen, dass man das an Lukes Stelle auch erst mal aushalten und sich trauen muss, sich auf die Bühne zu stellen und mit miesen Gags den Hass auf sich zu ziehen. Aber wenn die Verarsche aber nur darin besteht, die Leute vor Ort zu beleidigen und andere in den Schmutz zu ziehen oder auch ein Stück Selbstironie zu zeigen, dann ist das eigentlich eher billig. Da gibt es ganz sicher bessere Pranks.

Deshalb bin ich auf die Auflösung in Lukes neuer Sat.1-Show gespannt – aber aus heutiger Sicht ist zu sagen: Das war einfach nur kindisch.

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KeineWochenShow

#137: Die Sassnitzer BMX-Bande

Sonntag, den 18. August 2019
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Es wird Zeit für das Urlaubsspecial von KeineWochenShow! Es gibt wieder einiges von und über die Insel Rügen zu erzählen. Moderationsstandort ist Moritzdorf. Von der Moritzburg aus hat man einen schönen Blick auf die Having und den Hafen von Baabe.
Außerdem geht es um Sassnitz. 1989 lief dort in den Stubnitz-Lichtspielen der Film “Die BMX-Bande”, der in der DDR Kult war. Auch einen Abstecher zum Hafen gibt es.
Zudem gibt es einen Ausschnitt des Konzertes der Band Wiesner auf dem Kurplatz in Göhren.

Außerdem sprechen wir über den Klimanotstand, der in Hennigsdorf ausfällt, über einen teuren Ausflug nach Berlin-Spandau, teuren Salat in Binz, und Musik, Bier und Promi-Geburtstage haben wir auch.
Das alles in KeineWochenShow #137 auf Youtube.

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RTelenovela

Rügen 2019 (8): Bitte umfahren Sie Bergen!

Sonntag, den 18. August 2019
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(7) -> 17.8.2019

Wer nach Bergen ins Kino oder in den Real-Einkaufsmarkt will, muss weiterhin große Umwege einplanen. Schon im Herbst 2018 musste ich mich in den Stau einreihen und habe es nicht mal pünktlich zum Film geschafft.
Von Binz kommend müsste man eigentlich auf der B196 bis zum Bergener Dreieck fahren, und dann auf die B96 Richtung Sassnitz, um dort an der nächsten großen Kreuzung ins Bergener Gewerbegebiet zu fahren.
Vor Bergen gibt es auf der B196 kein Schild, das auf die Baustelle hinweist, und so stand ich wieder vor der Baustelle, wo der Verkehr durch ein Wohngebiet geführt wird. Mehrere Kreuzungen ohne Ampeln sorgen dann für lange Staus und Wartezeiten. In Höhe des Einkaufszentrums staut sich der Verkehr in alle Richtungen, und das Chaos im Feierabendverkehr ist perfekt.

Aber auch der Marktplatz in Bergen ist für Ortsfremde echt schwierig. Denn dort fehlen vernünfige Markerungen und Beschilderungen. Einerseits macht die Straße einen Bogen, und im Bogen geht es rechts raus nach Sassnitz. Wer da irgendwie und irgendwo Vorfahrt hat, ist schlecht ersichtlich. Wer fremd ist, muss dort echt aufpassen.
Aber vielleicht haben ja die Denkmalschützer mal wieder ein Veto gegen erklärende Linien eingelegt…

Hits: 60

RTelenovela

Rügen 2019 (7): Torten!

Samstag, den 17. August 2019
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(6) -> 16.8.2019

Wenn ich in Binz bin, ist mein Bewegungsradius ja an sich relativ klein. Er befindet sich in der Regel zwischen der Wylichstraße und der Kirche. Dort weiß ich, was es alles gibt und registriere, was es Neues gibt.
Dann aber gibt es glücklicherweise Menschen, die einem auch mal was Neues zeigen. Das “Torteneck” zum Beispiel.

Das “Torteneck” befindet sich in der Proraer Straße, wo ich tatsächlich sonst nie bin. Kommt man in das Café, erblickt man einen sehr freundlich eingerichten Raum. Schöne Bilder und Malereien an der Wand, dazu Tische und Stühle in dem hellen Raum.

Entsprechend dem Namen gibt es viele verschiedene Torten, und wenn man vor dem Tresen steht, und die Kellnerin fragt, was für eine Torte es denn sein soll – dann müsste man eigentlich “alle” antworten. Ich entschied mich dann aber doch für eine Zitronensahnetorte, die sich als sehr lecker herausstellte.

Das “Torteneck” gibt es – wie ich scjon vorher festgestellt hatte – neuerdings auch an der Hauptstraße. Dort stand ziemlich lange Zeit eines der Bäckergeschäfte leer und ist nun wieder mit Leben gefüllt worden.

Hits: 53

RTelenovela

Rügen 2019 (6): Fernlüttkevitz

Freitag, den 16. August 2019
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(5) -> 14.8.2019

Im Norden von Rügen geht alles ein bisschen gemächlicher zu. Ein Ausflug führte mich nach Fernlüttkevitz. Der Ort gehört zu Putgarten, und Putgarten wiederum gehört zum Amt Nord-Rügen in Sagard.
Wenn man durch das Dorf fährt, dann kann man ahnen, dass dort früher ein bisschen mehr los war als heute. Das flache Haus, in dem sich früher die Gemeindeverwaltung befand, steht leer. Das Gutshaus dahinter ist verwunschen und fast vollkommen zugewachsen. Wobei ich weiß, dass sich da irgendwann was tun könnte.

Am Ortsausgang befindet sich ein landwirtschaftlicher Hof, auf dem tatsächlich noch was los ist. Mir wird erzählt, dass gerade die Ernte laufe, aber dass darüber hinaus auch dort nicht mehr allzu viel los sei.

Das Dorf hat einen Vorteil. Von dort sind es vielleicht 1500 Meter bis zur Ostsee. Ein Plattenweg führt zu einem Parkplatz. Von dort aus geht es eine lange Treppe runter, und dort angekommen ist ein sehr schöner, relativ ruhiger Strand. Im Gegensatz zu den überlaufenen Orten herrscht hier eine wunderschöne Idylle.
Wer es ruhig mag und wirklich mal raus will und abschalten will, für den könnte das alles genau das richtige sein.

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RT im Kino

Berlin, I love you

Freitag, den 16. August 2019
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Ein Film über Berlin. Und über die Leute, dir dort leben. Über die Berliner und die Gäste. Und über die Liebe. “Berlin, I love you” hat sich hohe Ziele gesetzt – und ist so ziemlich gescheitert. Und das vor allem daran, dass sich fast keiner der Filmemacher wirklich auf Berlin eingelassen, sondern oberflächlich auf die Hotspots gesetzt hat.

Wir lernen einen jungen Mann kennen, der sich als Engel Geld verdienen will (Robert Stadlober). Als sich direkt neben ihn eine Musikerin platziert, ist er sauer. Aber das ist nur der Anfang der Geschichte.
Diese Geschichte wird immer wieder von in sich abgeschlossenen Kurzgeschichten unterbrochen. Eine Taxifahrerin (Sibel Kekilli), die einen geheimnisvollen Fahrgast hat. Die Besitzerin eines Waschsalons (Veronica Ferres), die merkwürdige Kunden hat. Ein älterer Herr (Mickey Rourke), der an einer Bar eine junge Frau anbaggert.

Was schade ist: Die meisten Storys könnten überall spielen. An einer Stelle im Film heißt es, dass nichts typisch für Berlin sei. Das ist ärgerlicher Unsinn, und das zeigt eigentlich nur, dass man sich mit der Stadt nicht beschäftigt hat.
Die Geschichten sind unterschiedlich gut. Am niedlichsten und schönsten ist die eigentlich einfachste Story. Ein Junge – er ist an dem Tag 16 geworden – sitzt am Spreeufer und wartet auf seinen Vater. Eine Dragqueen setzt sich neben ein nach einer Feiernacht. Sie kommen ins Gespräch, und der 16-Jährige sagt, er wisse nicht, worauf er steht, und er wolle mal das Küssen üben. Niedlich!
Ziemlich unangenehm ist dagegen die Story um den lüsternen alten Typen, der eine junge Frau aufreißt und sie auch willig mitgeht. Das ist nicht nur schlecht gespielt, sondern auch widerlich – noch wunderlicher ist die Auflösung.
Diesem Film fehlt echter Lokalkolorit. Viele der Storys sind seltsam abgehoben, nur selten sind sie herzlich.
Dieser Berlin-Film ist leider nicht wirklich ein Berlin-Film…

Berlin, I love you
D 2018, Regie: Dianna Agron, Peter Chelsom, Fernando Eimbcke, Justin Franklin, Dennis Gansel, Dani Levy, Daniel Lwowski, Josef Rusnak, Til Schweiger, Massy Tadjedin, Gabriela Tscherniak
Warner, 120 Minuten, ab 6
4/10

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RT liest

Matthew Quick: Schildkrötenwege oder Wie ich beschloss, alles anders zu machen

Mittwoch, den 14. August 2019

Nanette schreibt Einsen in der Schule, und auch im Fußballteam ist sie extrem erfolgreich. Eine bessere Torjägerin wie sie gibt es nicht. Sie ist beliebt, aber ist sie auch zufrieden und glücklich?
Eines Tages liest sie den Kultroman “Der Kaugummikiller”. Sie ist begeistert. Und das Aufregende: Der Autor wohnt ganz in der Nähe. Sie sucht Booker auf, um sich mit ihm über den Roman zu unterhalten. Der hat darauf aber überhaupt keine Lust, stellt ihr aber Alex vor. Die beiden verstehen sich blendend, können sich viel und lange über den Roman unterhalten, und bald verlieben sie sich.
Alex hat ein Lebensmotto: nie anpassen. Ganz anders als Nanette, die aber auch mehr und mehr ihr altes Leben aufgibt. Aber auch ihr neues Leben gerät bald völlig aus den Fugen.

“Schildkrötenwege oder Wie ich beschloss, alles anders zu machen” heißt der Roman von Matthew Quick. Er handelt von mehreren jungen Leuten, die versuchen, einen Jahrzehnte alten Roman zu ergründen. Und die – völlig unbemerkt – den selben Weg gehen wie die Figuren im Roman.
Die Verquickung des Romans mit der Geschichte im eigenen Roman ist dem Autor sehr gelungen. Wir erleben die Selbstfindung, die für Nanette extrem schwierig ist – und nicht nur für sie. Auch der Autor Booker muss viel aufarbeiten, ebenso wie Alex und auch Nanettes Eltern.
Die Geschichte nimmt mehrere spannende Wendungen, sie ist lustig, macht nachdenklich und ist auch spannend.

Matthew Quick: Schildkrötenwege oder Wie ich beschloss, alles anders zu machen
dtv, 298 Seiten
9/10

Hits: 99