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Theater in Angst: Magier droht mit Show-Abbruch!

Es ist immer der kritische Augenblick für jeden Bühnenkünstler oder Moderator: Wenn er jemanden aus dem Publikum braucht, der irgendwas auf der Bühne mitmachen soll. Wenn ein Freiwilliger gesucht wird. Was ist, wenn die Leute keinen Bock haben? Was ist, wenn Leute Nein sagen, wenn man sie fragt, ob sie mal nach vorn kommen wollen?

Ich habe das selbst schon erlebt. Bei einer Moderation wollte ich mit zwei Leuten aus dem Publikum ein kleines Quiz machen. Aber es wollte einfach niemand mit nach vorn kommen und mitmachen. Auch ansprechen hat nicht geholfen. Das ist immer ein ziemlich blöder Moment, aber ich habe damals einfach irgendwie weiter und was anderes gemacht. Muss man irgendwie überspielen.

Wirklich angewiesen auf das Publikum sind Zauberer. Wir waren am Montagabend in den Wuhlmäusen in Berlin-Westend, da gab es den Augenblick, wo der Zauberer drei Leute aus dem Publikum brauchte. Er kam von der Bühne runter. Nummer 1 fand er schnell. Dann stand er vor einem Mann, der ablehnte mitzukommen. Der Mann daneben wollte auch nicht.
Es wäre doch schade, wenn wir die Show jetzt abbrechen müssten, sagte der Zauberer daraufhin. Der Showabbruch scheint sein Drohmittel zu sein, wenn ihm Ablehnung entgegenschlägt. Es ging allerdings nicht wirklich ein Ruck durchs Theater, aber immerhin wollte dann doch jemand.
Später passierte Ähnliches, und wieder redete er davoon, dass es ja schade wäre, wenn er hier abbrechen müsste.
Wäre ja spannend, mal zu beobachten, ob er wirklich den Saal räumen lässt, weil er mal keinen Freiwilligen für die Bühne findet. Ich würde es mal drauf ankommen lassen…

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2 Kommentare zu “Theater in Angst: Magier droht mit Show-Abbruch!”

  1. ThomasS

    Du hast nicht unrecht. So eine Abbruchdrohung wirkt extrem unsympathisch und läuft der Interntion einer lockerern Veranstaltung zuwider. Besonders ärgerlich ist es, wenn das Publikum dann vorzeitig gehen muss, weil es sich bei der betreffenden Show um das Kernprogramm des Abends gehandelt hat.

    Es ist aber doch so: Alle Besucher komen in solche Veranstaltungen, um irgendwie ihren Spaß zu haben, aber wer möchte sich schon auf offener Bühne blamieren bzw. blamiert werden. Besonders beim Thema Show-Hypnose ist das ein heikles Thema. Da hätte ich ehrlich gesagt, auch keinen Bock drauf, mich vor Publikum zur Lachnummer machen zu lassen. Oder wenn Kandidaten auf die Bühne geholt werden, um als lebende Kasperlepuppen zu agieren und sich irgendeinen Nonsense in den Mund legen zu lassen. Das wirkt nicht nur unsypathisch, das ist es auch. Und zwar nicht nur die Nummer an sich, sondern auch der Mensch, der sie präsentiert.

    Letztlch erfordert es nicht nur Mut, sondern auch extremes Vertrauen, sich unter die Regie des eigentlich Fremden da oben am Mikrofon zu begeben.
    Diese Hemmschwelle ist nicht zu unterschätzen und mitunter besteht sie auch zu Recht. Eine meisterhafte Technik, Kandidaten auf die Bühne zu holen, muss seinerzeit Hape Kerkeling entwickelt haben. Der hat ja das Publikum in seinen Shows oft geradezu angeblafft, während er “on character” war. In einer Rückschau hat er aber erzählt, dass er zugleich per Blickkontakt signalisiert hat: Keine Sorge … dir passiert nichts Schlimmes!

    Bei so einem Quiz, wie du es geplant hattest, kann man sich natürlich auch blamieren und das wäre nicht jedermanns Sache. Meine wahrscheinlich auch nicht. Aber so eine große Sache ist das ja auch wieder nicht. Du strahlst ja eine gewisse Routine aus, und ich denke auch, dass du gestesgegenwärtig genug wärst, etwaige peinliche Momente souverän abzufedern Leute mit entsprechend gesundem Selbstbewusstsein gibt es wahrscheinlich in jedem Publikum. Aber velleicht hatten die grad keinen Bock oder waren an dem Abend zu müde. Was hättest du tun können?
    Paar Kollegen im Publikum patzieren, die notfalls eingesprungen wären? Das hätte nach Schiebung ausgesehen. Oder vorher in der Crew fragen, ob ggfs. jemand Lust hätte? Dann wären idealerweise die Requisiteurin und der Tonassistent sozusagen als “Plan B” in den Startlöchern gestanden.

    Wie du die Situation gelöst hast, ist aber natürlich auch legitim: Kurz ein lockerer Spruch und weiter im Programm! 🙂

  2. RT

    Ja, wobei das in einem Moment war, wo schon klar war, dass sich da oben niemand lächerlich macht.

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