Tagesarchiv für 6. Juli 2019

RT im Kino

Traumfabrik

Samstag, den 6. Juli 2019
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Dies ist vermutlich der bislang unwahrscheinlichste und kitschigste Film-Beitrag, der sich in irgendeiner Art und Weise um den Mauerbau 1961 in Berlin dreht. Aber es handelt sich ja um genau das, eine “Traumfabrik”.

August 1961 in Potsdam. Emil (Dennis Mojen) bittet seinen Bruder Alex (Ken Duken), der als Kulissenbauer im DEFA-Studio Babelsberg arbeitet, um einen Job. Tatsächlich kann Alex ihn irgendwie unterbringen. Emil ist Komparse.
Das aber geht fürchterlich schief. So schief, dass er rausgeschmissen wird. Allerdings verliebt er sich während der Arbeiten unsterblich in die Tänzerin Milou (Emilia Schüle). Das scheint sogar auf Gegenseitigkeit zu stoßen.
Die Tänzerin, die in Paris lebt, fährt jeden Tag nach der Arbeit ins Hotel nach West-Berlin.
Doch dann kommt der 13. August 1961 – Mauerbau. Milou kommt nicht mehr nach Potsdam – und Emil ist unglücklich.
Da der Mauerbau auch in den DEFA-Studios zum Chaos führt, gelingt es Emil sich ein eigenes Büro zu ergaunern. Sein Plan: Er will für Milou einen Film erschaffen. Sie muss nach Babelsberg zurückkommen.

Das alles wird in einer Rahmenhandlung von Opa Emil (Michael Gwisdek) erzählt, und der Enkel lauscht der Geschichte. Und selbst Opa sagt, er könne oder wolle gar nicht so genau sagen, was denn an der Story ausgedacht sein könnte.
Der Film “Traumfabrik” erzählt nicht nur von der Traumfabrik Babelsberg – er ist es selbst auch ein bisschen. Erzählt wird sowohl von der DEFA, als auch von der Liebe. Letzteres wirkt ziemlich dick aufgetragen, und am Anfang wirkt das auf eine seltsame Art aufgesetzt und unglaubwürdig – und auch ein bisschen schlecht gespielt. Doch das wandelt sich glücklicherweise. Dann kann man sich mit dem Kitsch ganz gut anfreunden.
Was aber auch an den großen Bildern liegt – den Dreharbeiten in Babelsberg, den Blicken durch die Studios. Der Mauerbau wirkt zwar in diesem Film erstaunlich harmlos und geht im Kitsch auch fast ein bisschen unter, aber letztlich ist das in einer Traumfabrik durchaus hinzunehmen.
Dennis Mojen ist in seiner ersten Hauptrolle zu sehen – das macht er, der aussieht wie der junge Leonardo DiCaprio, echt gut. Die mit der Liebe zaudernde Emila Schüle spielt den Kitsch eben so, wie er ist: kitschig.
Eigentlich könnte sich das wie das Grauen lesen, aber auf eine Weise fesselt die “Traumfabrik”, bei der von allem irgendwie immer zu viel zu sehen ist. Aber entziehen kann man sich dem am Ende nicht.

Traumfabrik
D 2018, Regie: Martin Schreier
Tobis, 128 Minuten, ab 6
7/10

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ORA aktuell

Fridays for Future: Klimademo in Oranienburg

Samstag, den 6. Juli 2019
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Etwa 370 Teilnehmer kamen am Freitagvormittag zur ersten offiziellen “Fridays for Future”-Demonstration in Oranienburg. Neuerdings gibt es eine Ortsgruppe der Bewegung.
Bei der Demo handelt es sich um den Auftakt für den Ferienstreik. Er solls freitags immer in einer anderen Stadt in Brandenburg stattfinden – immer auch unterstützt von anderen Ortsvereinen aus Brandenburg und Berlin.

Tobias Fiedler, der zur „Fridays for future“-Ortsgruppe in Oranienburg gehört, sagte: „Konstruktiv und effektiv, dass niemand drunter leiden muss, so wollen wir die Klimakrise abwenden. Alle Interessengruppen müssen miteinander reden. Wir dürfen uns aber auch nicht alle Kommentare in den sozialen Netzwerken gefallen lassen.“

Der Demonstrationszug führte danach vom Bahnhof durch die Innenstadt zum Schlossplatz. Dort sprach die bundesweit bekannte Aktivistin Luisa Neubauer. „Alle demokratischen Parteien müssen die Veränderungen im Sinne der Menschen gestalten. Statt Ressentiments anzuführen. Denn diese Veränderungen werden kommen, so oder so. Und es ist die Aufgabe aller demokratischen Parteien, die Menschen einzubeziehen.“

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RTZapper

Laura Karasek – Zart am Limit

Samstag, den 6. Juli 2019
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DO 04.07.2019 | 22.15 Uhr | zdf neo

Was versteht man bei zdf neo eigentlich unter einem experimentellen Talk? Worin könnte das Experiment bestehen? Eine spannende Location? Eine ungewöhnliche Gästemischung? Keiner sagt was? Die Moderatorin macht nebenher was anderes? Alle reden durcheinander?

Am Donnerstagabend startete auf dem Sendeplatz vom “NeoMagazin Royale” die neue Sendung “Laura Karasek – Zart am Limit”. Angeblich handelt es sich um eine experimentelle Talkshow.
Das Wort “experimentell” kann man aber getrost streichen. Die Wörter “Zart” und “Limit” übrigens auch.

Laura Karasek setzt sich in einer Bar an einen Tisch und redet mit drei Gästen. Eine Talkshow eben. Tut nicht weh, plätschert aber eben nur dahin. Ein bisschen Schnickschnack hätte der Sendung durchaus gut getan. Wenn man schon die Sommerpause von Böhmermann nutzen will, dann darf es gern etwas Einfallsreicheres sein, als die x-te Gesprächsrunde, die alles, aber nicht experimentell oder irgendwie anders ist.

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