Tagesarchiv für 2. Juli 2019

aRTikel

Bildmacher mit eigenem Studio

Dienstag, den 2. Juli 2019
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Rüdiger Tesch-Zapp baut in Staffelde eine Scheune in ein Atelier um

MAZ Oberhavel, 2.7.2019

Staffelde.
Mit eigener kleiner Firma macht er schon seit 2015 Fotos. Aber seit April dieses Jahres betreibt Rüdiger Tesch-Zapp in Staffelde ein Fotostudio. Es befindet sich in einer Scheune an der Nauener Chaussee. „Ich hatte Ansprüche, die bisher nicht umsetzbar waren“, sagt der 41-Jährige, der direkt um die Ecke wohnt. Dass er die Scheune mieten konnte, sei reiner Zufall gewesen. „Ich hatte mal gegenüber jemandem erwähnt, dass ich einen Raum suche.“

In seinem neuen Studio kann „Der Bildmacher“, wie er sich und seine Firma nennt, mehr umsetzen als bisher – und einfacher. „Schon bei Passfotos hatte ich zu Hause immer einen gewissen Aufwand, ich musste immer erst rund 30 Minuten aufbauen. Hier habe ich nun ein dauerhaftes Setting zu stehen.“ Im neuen Studio könne er sich künstlerisch ausleben. „Ich kann hier mehr machen, auch mit verschiedenen Hintergründen.“
Es sieht gemütlich aus in seinem Studio. Es gibt verschiedenfarbige Leinwände oder auch eine Steinwand. Es ist zudem genügend Platz, um vielleicht auch Szenen zu bauen. „So ein Studio muss Flair haben und ansprechend sein.“ Der Wiedererkennungseffekt sollte hoch sein. „Die Leute sollen gerne wiederkommen wollen.“ Er macht Familienfotos, Porträts oder unterwegs auch Hochzeits- und Abiturfotos. Die Bandbreite ist groß. Er arbeitet allgemein gern mit Menschen, sagt er. „Am liebsten habe ich die Menschen, die sagen, dass sie doof aussehen würden. In der Regel stimmt das aber gar nicht, weil sie ein falsches Bild von sich haben“, sagt Rüdiger Tesch-Zapp. Es sei ein Fotografentrick, den Menschen die Scheu zu nehmen. „Da kommen dann in der Regel tolle Fotos bei raus.“

Er fotografiert seit fast 30 Jahren. „Mit 14 hatte ich meine erste Kamera. Mit der habe ich viel probiert.“ Schon vor langer Zeit hat er erstmals eine Hochzeit fotografiert. „Damals noch unentgeltlich.“ Aber da habe er gemerkt, dass das Fotografieren seine Passion sei – und dass man damit auch Geld verdienen könne.
Aber auch in seiner Freizeit fotografiert er. „Auch auf Reisen. Wir reisen viel um die Welt.“ Er fotografiert aber nicht nur, sondern ist auch Mediendesigner, kümmert sich um Visitenkarten oder Flyer.

Sein Credo: „Ich bin den Leuten gegenüber verbindlich, auch locker und ehrlich aufrichtig. Ich sage, was geht und was nicht geht.“ Bei der Hochzeitsfotografie gehe es darum, „das Flair dieses Tages zu dokumentieren.“ Er mache bei Hochzeiten auch mal Fotos aus der zweiten oder dritten Reihe, „wenn die Leute es nicht merken. Dabei kommen oft interessante Fotos bei raus.“ Sein größte Motivation sei es, wenn die Leute am Ende seine Bilder loben, sagt er.
Als es um einen Namen für seine kleine Firma ging, sollte ein eingängiger Slogan gefunden werden. Es wurde „Der Bildmacher“. „Das ist kurz, prägnant und wiedererkennbar“, sagt der Fotograf, der inzwischen seit 15 Jahren in Staffelde lebt.

„Ich bin ursprünglich aus Berlin“, erzählt Rüdiger Tesch-Zapp. Er mag das Bürgerliche im Dorf und die Übersichtlichkeit. „Dass fast jeder jeden kennt.“ Er ist verheiratet und hat zwei Kinder: „Wir wohnen sehr gerne hier.“

Der Fotograf im Internet: www.derbildmacher.de

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ORA aktuell

Waldbrand bei Lübtheen: Qualm zieht über Oranienburg

Dienstag, den 2. Juli 2019
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Der große Waldbrand bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern hat auch Auswirkungen auf Oranienburg. Am Montagmorgen zog über das Gebiet eine Rauchwolke. Der Qualm zog durch den Wind in südöstlicher Richtung über Brandenburg und Berlin hinweg. Auch in der Nacht zum Dienstag war Brandgeruch über der Stadt zu spüren.

Die Feuerwehr-Regionalleitstelle Nordwest warnte vor dem Rauch und bat Anwohner in den betroffenen Gebieten Türen und Fenster geschlossen zu halten. Experten warnen zudem vor einer sehr hohen Feinstaub-Konzentration.

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RTZapper

ZAPPER VOR ORT: WDR-Studios in Köln-Bocklemünd

Dienstag, den 2. Juli 2019
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SA 29.06.2019 | Köln, WDR-Produktionsgelände Bocklemünd

WDR oder DDR? Manchmal haben wir uns diese Frage gestellt, als wir am Sonnabend in Köln-Bocklemünd das Produktionsgelände des WDR besucht haben.
Wer dort eine Führung mitmachen will, muss sich anmelden.

Momentan scheint das Pförtnerhaus umgebaut zu werden. Es ist eine Baustelle. Und es wirkt wie ein Museum. Der “Schalter” scheint ein Relikt aus den 70ern zu sein. Ein uralter Monitor steht dort, fehlt nur noch ein Telefon mit Wählscheibe.
Als wir mit der Besuchergruppe auf das Gelände laufen, wundern wir uns, wie abgewirtschaftet es dort aussieht. Das Gebäude gegenüber des Eingangs wirkt wie in der DDR. Wir laufen nach links in Richtung Werkstätten. Wir stoppen an einer Arena. Unten ist eine Bühne, drumherum eine Art Treppenbereich, auf der mal Zuschauerbänke gestanden haben müssen. Bis zu den frühen 90ern wurde hier regelmäßig “Hollymünd” aufgezeichnet, eine Sonntagnachmittagshow im damaligen West 3 und späteren WDR-Fernsehen. Heute ist es ein ziemlich verwitterter Platz.

Weiter geht es in die Werkstätten. Dort werden Requisiten für die Shows in Bocklemünd, aber auch für das WDR-Haus in der Kölner Innenstadt gebaut. Am Rande stehen sogar noch Kulissen von “Geld oder Liebe” rum, das ja schon Ewigkeiten nicht mehr produziert wird. In einem Zeitschriftenständer liegen verstaubte WDR-Magazine rum, die schon einige Jahre alt sind.
In einer der Werkstätten erklärt uns ein Mitarbeiter, dass er gerade an einem neuen Fußboden für die “Aktuelle Stunde” arbeitet, die demnächst von Düsseldorf nach Köln ziehen soll.

Weiter geht es in die Außenkulisse der “Lindenstraße” – aber davon demnächst mehr.
Es ist brütend heiß. Deshalb freuen wir uns, als wir in einer der klimatisierten Hallen ankommen. Noch am Vortag ist dort der “Kölner Treff” aufgezeichnet worden. Das Studio macht was her. Die Kulissen sollen eine alte Lagerhalle suggerieren, was im Fernsehen sicherlich gut rüberkommt.
Auf dem Tisch in der Mitte liegen noch die Moderationskarten von Bettina Böttinger. Aufgezeichnet wird immer um 18 Uhr, gesendet erst um 22 Uhr – allerdings als Live-Aufzeichnung. Was bedeutet, dass im Nachhinein nichts mehr an der Sendung geändert wird. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass nach einem gravierenden Fehler nicht an der Aufzeichnung geschnitten wird…

Weiter geht’s ins Nebenstudio. Das ist noch größer. Dort werden auch die Hirschhausen-Shows aufgezeichnet. Gerade standen die Kulissen von “Für immer Kult”, einer neuen, wohl noch nicht ausgestrahlten WDR-Show. Lauter alter Kultkram stand im Hintergrund rum, und alle wollten mal am Ratepult Platz nehmen.
Warum das Studio offenbar permanent so kühl gehalten wird, wollte jemand wissen. Eine Antwort gab es nicht, aber man wolle mal nachfragen, hieß es.

Alles andere als kühl war es dafür im Studio von “Tiere suchen ein Zuhause”. Da roch es ein wenig nach Zirkus, und man kann nur hoffen, dass dort nicht so eine Demse herrscht, wenn aufgezeichnet wird.

Auf dem Weg zurück kommen wir noch am Gebäude des ARD/ZDF-Beitragsservice vorbei. Da werden also unsere Gebühren hingebracht. In eine vernünftige Architektur ist es jedenfalls nicht geflossen.
Es ist immer wieder spannend, zu sehen, wie es im Hintergrund der Fernsehwelt aussieht. Die Studios sind interessant und wirken modern. Aber alles in allem macht das Gelände in Bocklemünd einen erschreckend ramschigen Eindruck.

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RTelenovela

Köln (4): Hohenzollernring

Dienstag, den 2. Juli 2019
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(3) -> 20.3.2013

Der letzte Freitagabend im Juni. Köln ist voller feiernder Jugendlicher – vermutlich feiern die alle ihr hoffentlich gutes Abi. Der Hohenzollernring ist zur Partymeile geworden. Vor einem der Club stehen sie und warten. Irgendwer meint gerade, er müsse schnell noch was auf Insta posten. Sie alle haben sich schick gemacht, und plötzlich fühle ich mich ziemlich alt.
Ich suche unterdessen die Location, in der vor fast 25 Jahren “Die Harald Schmidt Show” aufgezeichnet worden ist. Bevor er nach Mülheim gezogen war, wurde die Show in einem ehemaligen Kino am Hohenzollernring aufgezeichnet. Wir finden es nicht, und erst später finde ich das “Capitol” im Internet, das heute nicht mehr wiederzuerkennen ist.

Wenn man am Vormittag über den Hohenzollernring spaziert, dann zeigt sich ein ganz anderes Bild, und das ist ziemlich erschreckend. Viele scheinbar Obdachlose laufen die Wege entlang. Auch Kranke, Humpelnde. Eine blasse Frau schiebt mit gebücktem Rücken ihren Koffer den Weg entlang. Es wirkt fast wie eine Zombie-Apokalypse im Film. Das mag gehässig sein, aber dieser Gedanke kommt einem tatsächlich.

Eigentlich wollen wir im Kamps-Bäcker frühstücken, aber es gibt beim besten Willen nichts, was ich irgendwie ansprechend finde. Alles, was in der Auslage liegt, sieht seltsam künstlich aus. Ich kaufe ein trockenes Brötchen, und das ist nichts anderes als pappig.
Beim späteren Bummel entdecken wir eine bessere Frühstückslocation – für den nächsten Tag.

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