Tagesarchiv für 12. Juni 2019

RTelenovela

Radtour (36): Radler haben den Beat

Mittwoch, den 12. Juni 2019
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(35) -> 31.5.2019

Nach dem Feierabend und vor dem angekündigten Unwetter noch schnell ein paar Kilometer auf dem Rad schrubben.
Entlang der Berliner Straße in Oranienburg geht es nach Süd, und ich gebe zu, dass ich zunächst ein konkretes Ziel hatte. Neben dem Südcenter befindet sich seit einiger Zeit ein Imbiss. Beim „Burger 96“ gibt es, das sollte nicht überraschen, Burger. Und die sind wirklich gut, wie ich nun erstmals feststellen konnte. Fleisch, Soßen, Zwiebeln, Tomaten, Speck, Spiegelei. Sehr, sehr lecker. Und da der Laden irgendwie zur „Sky Oase“ gehört, wäre es doch toll, wenn es diese Hammerburger auch dort gäbe. Sollte ich vielleicht mal vorschlagen.

Weiter ging es in Süd in der Jenaer Straße an der neuen Grundschule vorbei. Dort müssen die Lehrer gerade einen späten Feierabend gehabt haben. Vielleicht war es aber auch Reinigungspersonal. Jedenfalls wünschten sie sich einen schönen Feierabend und verabredeten sich für morgen.

Weiter geht zur Birkenallee, den Weg bin ich neulich schon gefahren. Diesmal ging es aber weiter über die Kanalbrücke, und erst dann nach links – auf den schönen Radweg entlang des Oranienburger Kanals. Der gehört zu den schönsten in Oranienburg. Er führt bis Borgsdorf, immer am Wasser entlang. Es herrscht Ruhe, es sind nicht viele Leute dort unterwegs. Man kommt nach Wilhelmsthal, wo noch mal ein paar Häuser stehen, und dann zur Schleuse Pinnow, von der man aber auf der anderen Kanalseite mehr sieht.
Dann geht es an Feldern vorbei, und es ist die pure, ruhige Natur, durch die man radelt.

In Borgsdorf biege ich auf die Landesstraße und bleibe auf der Brücke kurz stehen. Auf der Mittelinsel der beiden Flussarme sitzen Leute und picknicken, und das sieht sehr gemütlich aus.
Es geht weiter zur Borgsdorfer Kreuzung, wo man ziemlich lange warten muss, bis man endlich Grün bekommt.
Kleiner Hinweis für Fußgänger: Wenn man mit fetten Kopfhörern unterwegs ist, hört man nichts von seiner Umwelt. Da kann der Radler noch so oft bimmeln, durch die Musik dringt nichts durch. Gut, dass sich der Mann zufällig umgedreht hat.

Der Weg zwischen Borgsdorf und Lehnitz hat leider schon sehr gefährliche Tücken. Er führt am Wald entlang, und sehr viele Wurzeln lassen den Asphalt zu einer Buckelpiste werden. Stellenweise ist das sehr problematisch. Gerade wenn man im Dunkeln unterwegs sein sollte.

Am Bahnhof in Lehnitz lege ich wieder eine Pause ein. Im Schaukasten der Feuerwehr sind diverse MAZ-Artikel angepinnt. Hinter mir stoppt ein Paar, um auf die Wegweiser zu schauen. Er hat hinten auf seinem Rad einen Lautsprecher, und daraus schallt laute elektronische Musik. An sich ist die ganz gut, aber eigentlich will man ja auf seinem Rad ein bisschen Ruhe, und eigentlich will man die anderen Leute damit auch nicht belästigen. Also, eigentlich, ja.

Über die Brücke an der Lehnitzstraße geht es zurück nach Oranienburg. Auf der linken Seite steht immer noch die Strohmauer, denn direkt dahinter befinden sich die Bombenverdachtspunkte am Kanal. Man kann aber von der Straße aus nichts sehen, aber wenn es knallt, wird man das ganz sicher mitbekommen…

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Bereitschaft Dr. Federau

Mittwoch, den 12. Juni 2019
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MO 10.06.2019 | 10.00 Uhr | rbb

Eine Notärztin, die nach dem Tod ihres Mannes ihr Leben wieder anpackt. Die kein Hausmütterchen ist, in ihrem Job hochgeachtet ist. Die ihren pubertierenden Sohn erzieht. Die ihrem Sohn die Meinung geigt, wenn es in der Schule nicht gut läuft.
Der Fahrer des Krankenwagens, der schwer verunglückt und im Rollstuhl landet. Der deshalb verzweifelt ist, Hilfe braucht und bekommt. Der Gefühle zeigt und nach Auswegen sucht.
Das Paar, bei dem sie keine Kinder bekommen kann. Wo er Verständnis hat, und wo sie beide schauen, ob sie ein Pflegekind annehmen können.
Die Mitarbeiterin in der Rettungsstelle, dessen alte Mutter dement ist, die aber keine Zeit hat, sie zu pflegen und die deshalb verzweifelt ist, weil sie nicht weiß, wie sie das packen soll.

Klingt nach einer Serie mit Geschichten aus dem Leben, und das ist „Bereitschaft Dr. Federau“ auch. Besonders ist: Die Serie mit den nur sieben Folgen lief 1988 erstmals im Fernsehen der DDR. Und über Pfingsten mal wieder im rbb. Sie gehört, mehr als 30 Jahre danach, immer noch zu den beliebtesten DDR-Serien. Und das durchaus zurecht.

Sicherlich ist es so, dass sie manchmal bieder wirkt. Auch die technische Ausstattung ist hier und da ausbaufähig. Auch die Szenen im Rettungsdienst wirken nicht immer so professionell.
Aber dennoch: Auch 2019 kann man „Bereitschaft Dr. Federau“ immer noch gut ansehen. Denn der Parteidrill der SED spielt nur am Rande eine Rolle. Sohn Frank will keine Karriere machen, sondern Tierpfleger werden. Und auch der Rettungsdienst hat so seine Probleme, wenn Geisteranrufer für Ärger sorgen oder die Technik streikt. Oder wenn es darum geht, dass Brote schwer zu bekommen sind.
Wenn es in der Serie eine Ideologie gibt, dann gilt die in der Regel auch heute noch: Nächstenliebe, Achtsamkeit, Freundschaft.
Kein Wunder, dass die Leute immer wieder einschalten, wenn „Bereitschaft Dr. Federau“ im rbb oder im mdr läuft.

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