Tagesarchiv für 23. Mai 2019

RT im Kino

Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu

Donnerstag, den 23. Mai 2019

Versicherungsvertreter Tim (Justice Smith) bekommt schlechte Nachrichten. Sein Vater ist tot. Tim fährt nun nach Ryme City, um den Haushalt seines Vaters aufzulösen.
Ryme City ist eine besondere Stadt. In der Metropole leben Menschen und Pokémon friedlich miteinander. Das bemerkt Tim vor allem, als er in der Wohnung seines Vaters ein Pikachu (Stimme: Dennis Schmidt-Voß) entdeckt. Ungewöhnlich: Beide können sich verstehen, sich miteinander unterhalten. Pikachu nennt sich Meisterdetektiv, und er glaubt, dass Tims Vater, ein Polizist, noch lebt. Sie begeben sich auf die Suche.

Das hätte ein guter Film werden können. Denn an sich ist es ja eine interessante Mischung, wenn ein Mensch und eine Trickfigur zusammenarbeiten. Das hat im Fall von “Ted” schon mal gut funktioniert. Zumal in Deutschland Ted und Pikachu dieselbe Stimme haben.
Streckenweise ist “Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu” tatsächlich mal schmunzelig. Aber der Humor hätte gern noch ausgeprägter sein können. Und nicht nur das: Die Geschichte ist zäh, die Dialoge oftmals mäßig und oberflächlich. Momente, die ans Herz gehen sollen, wirken zu sehr gewollt.
Als die Story dann noch weiter ins Science-Fiction-Genre abgleitet und die bösen Monster immer größer werden, wird es vollkommen abstrus und blöd.

Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu
USA 2018, Regie Rob Letterman
Warner, 104 Minuten, ab 6
2/10

Hits: 150

RT liest

Ulrike Herwig: Das Leben ist manchmal woanders

Donnerstag, den 23. Mai 2019

Wohnst du in einem Mehrfamilienhaus? In einem Wohnblock? Und kennst du deine Nachbarn? Sprichst du ab und zu mit denen? Weißt du was über sie?
Immer öfter leben die Menschen anonym nebeneinander.

So ist das auch im Haus, in dem Judith und Achim leben. Die beiden sind fast 30 Jahre verheiratet. Ihr Sohn ist längst ausgezogen, sie haben keinen Kontakt mehr.
Aber kommt kommt Gregor. Der Junge ist 14, und er ist anders. Speziell. Er trägt auffällige Klamotten, ist sehr ordentlich, er studiert immer genauestens den Wetterbericht, und er ist immer sehr direkt.
Seine Mutter hatte einen schweren Unfall, sie liegt im Koma. So kommt er zu seiner Tante Judith, und die sind erst mal mit ihm überfordert.
Aber Gregor geht seinen Weg. Er quatscht die Nachbarn an, klingelt, will wissen, was sie so tun. Und plötzlich lächelt der griesgrämige Alte. Plötzlich interessiert sich die zurückgezogene Dame für die anderen Nachbarn, und überhaupt: Es ändert sich viel im Haus.

“Das Leben ist manchmal woanders”, sagt Gregor an einer Stelle, und so heißt auch der Roman von Ulrike Herwig. Sie erzählt, wie ein Junge ein ganzes Haus aufmischt. Er geht ganz offen auf die Leute zu. Etwas, was viele Menschen heute nicht mehr machen.
Gregor schafft es, dass neue Beziehungen entstehen, ein neuer Zusammenhalt. Das zu lesen, ist einfach wundervoll. Fast erscheint die Geschichte wie ein Märchen, aber eigentlich muss es das ja nicht sein. Vielmehr könnte man sich diesen Roman zum Vorbild nehmen.
Eine wunderbare Geschichte mit sehr viel Herz und Humor, die man sehr gerne liest.

Ulrike Herwig: Das Leben ist manchmal woanders
dtv premium
10/10

Hits: 209

RTZapper

phoenix vor Ort: 70 Jahre Grundgesetz – Rede des Bundespräsidenten

Donnerstag, den 23. Mai 2019
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MI 22.05.2019 | 19.20 Uhr | phoenix

Herzlichen Glückwunsch! Die Bundesrepublik Deutschland feiert ihren 70. Geburtstag! Was für eine Party! Also, wenn sie denn stattfindet. Vielleicht sagt uns ja noch jemand Bescheid.
Findet es eigentlich niemand merkwürdig, dass unser Land ein wichtiges, großes Jubiläum feiert und es eigentlich nicht wirklich eine Rolle spielt?

Am Mittwochabend übertrug phoenix live aus Karlsruhe eine Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Dort wird 70 Jahre Grundgesetzt gefeiert, und ich habe den Eindruck, dass wirklich nur in Karlsruhe… ja, nicht mal gefeiert wird, sondern zusammengesessen und gesprochen wird. Die Steinmeier-Rede in der Stadt des Bundesverfassungsgerichtes kann doch wohl nicht ernsthaft der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag unseres Landes sein?

In der DDR ist der Republikgeburtstag nicht nur ein Feiertag gewesen, es gab Paraden, und irgendwie haben viele Menschen – mehr oder weniger freiwillig – wirklich irgendwas gefeiert. Nun will heute natürlich (hoffentlich) niemand mehr Paraden. Aber wieso feiert man eigentlich den Geburtstag der Bundesrebublik so gar nicht? Vermutlich wissen am 23. Mai die allermeisten Deutschen nicht mal, dass die Deutschen einen wichtigen Tag begehen.
Ja, richtig, wir feiern den 3. Oktober jedes Jahr. Die deutsche Einheit, der ja eigentlich der Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des 1949 geschaffenen Grundgesetzes war. Aber 1990 entstand ja kein vollkommen neuerfundenes Land, und in der heutigen Zeit, in der vor allem rechte Populisten ganz andere Dinge mit uns vorhaben, ist die Erinnerung an ein solches Jubiläum sicher nicht das Schlechteste.

Frank-Walter Steinmeier sagte in Karlsruhe, dass die Menschen in der EU sich wieder mehr politisch engagieren sollten, sowohl außerhalb der Parteien, als auch dazu, “sich ruhig einmal hineinzuwagen in die Werkstätten der Demokratie, die Parteien immer noch sind, und wenigstens zu überprüfen, ob jedes Vorurteil berechtigt ist”.
Es würde aber auch Deutschland an sich gut zu Gesicht stehen, selbstbewusster aufzutreten, wenn es um das eigene Grundgesetz, um die Grundlage für unser Land, um das Fortbestehen unseres Landes geht.
Einige Bundesländer suchen neue Feiertage. Frauentag? Kindertag? Nein, der 23. Mai wäre ein guter Feiertag.

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