Tagesarchiv für 18. Mai 2019

aRTikel

Wechsel im Altstadtstübchen

Samstag, den 18. Mai 2019
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Die Schwestern Elfi Schwanke und Brigitte Krause arbeiten in der Kremmener Gaststätte momentan den neuen Betreiber Ali Pourkarimi ein

MAZ Oberhavel, 18.5.2019

Kremmen.
Wenn es um das Altstadtstübchen geht, dann haben die Kremmener darauf ein besonderes Augenmerk. Deshalb ging es auch wie ein Lauffeuer durch die Stadt, dass sich in der kleinen Gaststätte an der Ruppiner Straße, unweit des Marktplatzes wieder etwas Neues getan hat. Ans Fenster geklebte Zettel verkünden die Botschaft: „Elfi und Ali kochen wieder für euch.“
Bedeutet erstens: Das Betreiberpärchen, das die Gaststätte ursprünglich übernommen hatte, ist nicht mehr da. Bedeutet zweitens: Die Schwestern Gitti und Elfi sind zurück. Wobei beide betonen, dass sie nur übergangsweise da sind. „Wir helfen nur erst mal“, sagt Elfi Schwanke. Denn genau genommen hat das Altstadtstübchen nun wieder neue Betreiber.

Der 29-jährige Ali Pourkarimi leitet das Geschäft. Die Kremmener Stammbesucher der Gaststätte kennen ihn bereits, denn er arbeitete schon bei den vorherigen Betreibern längere Zeit als Koch. Ursprünglich stammt er aus dem Iran, lebte später im Asylbewerberheim in Kremmen, hat inzwischen in der Stadt eine Wohnung.

„Am 1. April saß das Betreiberpaar vor uns und sagten, sie möchten aufhören“, erzählt Elfi Schwanke. Über die genauen Gründe möchte sie sich an dieser Stelle nicht auslassen. Aber ihr und ihrer Schwester Brigitte Krause ist gleich jemand eingefallen: Ali. „Wir sind zu ihm gefahren und haben ihn gefragt. Und er wollte. Meine Schwester wollte eigentlich schließen, aber wir wollen nun Ali eine Chance geben. Und er wollte auch unbedingt.“ Er bestätigt das: „Ich habe sofort Ja gesagt“, erzählt er. Zum Team gehören auch Soodeh Arab, die vor allem hinterm Tresen steht und die Speisen austrägt, sowie Yousef Rshidi, der mitkocht. „Das ist ein richtig gutes Team“, sagt Brigitte Krause. „Ali kocht mit Leib und Seele.“ An der vor allem deutschen Speisekarte soll sich erst mal nichts ändern. „Obwohl ich ja schon mal gesagt habe: Bitte koche doch auch mal Persisch. Aber er liebt wohl die deutsche Küche“, erzählt Elfi Schwanke mit einem Lächeln.

Für Gitti und Elfi bedeutet das aber auch, dass sie nun auch erst mal wieder mit an Bord sind. „Dass sie alle reinkommen.“ Wenn sich alles eingespielt hat, wollen sich die beiden Schwestern wieder zurückziehen. „Aber ich bin wirklich dankbar, wie viel Vertrauen uns allen hier entgegengebracht wird“, sagte Elfi Schwanke.

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RTZapper

ZiB spezial: Zur Causa Ibiza

Samstag, den 18. Mai 2019
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SA 18.05.2019 | 10.30 Uhr | ORF2

Die Bombe platzte am Freitag um 18 Uhr. Die Süddeutsche Zeitung und Der Spiegel veröffentlichten ein Video, das Österreichs Vizekanzler Hans-Christian Strache (FPÖ) zeigt. Es ist im Sommer 2017 heimlich auf Ibiza gefilmt worden. Darin unterhält sich Strache mit der angeblichen Tochter eines russischen Oligarchen. Sie wolle nach Österreich ziehen und dort investieren. Es ging um: den Kauf der Kronen Zeitung. Um dann freundliche Berichterstattung über die FPÖ. Um Gelder für die Parteien. Um die Auftragsvergabe an bestimmte Leute und darüber, anderen bestimmte Aufträge nicht mehr zu geben.
Da kommt alles zusammen: Korruption, Pressefreiheit, die Aushöhlung des Staates.

Der ORF berichtete in seinen Programm schon Freitagabend ausführlich. Am Sonnabendvormittag begann im ORF2 ein “ZiB spezial”. Darin live übertragen: Straches Rücktrittsrede.
Darin beschwerte er sich zunächst, dass es dieses Video überhaupt gibt. Er sprach von Geheimdiensten, die in den Wahlkampf eingreifen, von den Linken – und von Jan Böhmermann. Er entschuldigte sich bei seiner Frau – und irgendwann später gab er auch zu, dass seine Aussagen falsch gewesen seien.
Aber eigentlich ging es ihm nur um die Opferrolle. Um das Mimimi, was man ihm denn angetan habe.

Man stelle sich mal vor: Olaf Scholz trifft sich heimlich auf Mallorca mit einer Verwandten eines russischen reichen Mannes, und man spreche darüber, dass der Russe die “Bild” kauft, um dann gute Berichte über die SPD abzudrucken.
Es ist ja völlig klar: Dass Strache sich überhaupt auf so ein Gespräch eingelassen hat, ist vielsagend. Nichts anderes als sein Rücktritt ist die richtige Konsequenz gewesen.

Spannend ist nun trotzdem, wer eigentlich dieses Video gemacht. Strache sprach Böhmermann an. Er hatte am Donnerstag am Ende vom “Neo Magazin Royale” in zdf neo gesagt, dass morgen Österreich brennen werde. Und schon vor Wochen hatte er bei der “Romy”-Preisverleihung im ORF2 verlauten lassen, dass er nicht kommen könne, und schon dort erwähnte er ein Haus auf Ibiza und weitere Dinge, die heute nun im klaren Licht stehen.
Böhmermanns Rolle ist unklar. Dass ihm das Video angeboten sei, dementierte sein Management. Aber er habe es gekannt. Bei der Süddeutschen beruft man sich auf den Quellenschutz.
Ob wir des Rätsels Lösung erfahren werden?

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RT liest

Nell Zink: Nikotin

Samstag, den 18. Mai 2019

Penny Baker muss einen langsamen Abschied von ihrem Vater verkraften. Sie kümmert sich um ihn in seiner schweren Zeit. Als er stirbt, ist sie völlig neben der Spur.
Sie will zunächst das verfallene Elternhaus in New Jersey renovieren. Allerdings ist das besetzt von einer Gruppe Anarchisten. Die sind sogar ganz nett. Bald kann sie sich sogar dort integrieren.

Das Problem von Nell Zinks Roman: Er wirkt beliebig, die Geschichte ist einerseits seltsam wirr, andererseits so schrecklich egal.
Dabei beginnt “Nikotin” relativ stark, denn die Momente, in denen es um den Vater geht, um den sich Penny kümmert, die gehen unter die Haut. Umso seltsamer ist, dass die Geschichte dann völlig abdriftet, und man weiß gar nicht, was diese Vater-Tochter-Geschichte eigentlich sollte. Sie ist für den Fortgang der Geschichte nicht relevant. Und alles, was danach passiert, will dann auch nicht mehr zünden.
Rundum verschenktes Potenzial und in Sachen Lektorat ziemlich unterirdisch.

Nell Zink: Nikotin
Rowohlt, 398 Seiten
3/10

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RTelenovela

Ampeln als Zeitvergeudung

Samstag, den 18. Mai 2019
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Am späten Nachmittag mal schnell raus aus der Oranienburger Innenstadt?
Ich lache später. Vielleicht.
Es heißt ja immer noch aus der Verwaltung, dass die Ampel an der Schlosskreuzung optimal geschaltet sei. Die Staus davor sind dann wahrscheinlich immer nur Einbildung.

Donnerstagnachmittag staute sich der Verkehr bis in die Neustadt und bis zum Bahnhof. Da war kein Rauskommen mehr – minutenlanger Stillstand in der Stralsunder Straße.
Ich musste nach Kremmen und nahm nun einen Umweg über die André-Pican-Straße und weiter nach Sachsenhausen.
Böser Fehler.

Auf der Granseer Straße herrschte ab der Tankstelle auch Stau. Auch da ging nichts mehr. Ich erinnerte, dass es im Ortskern eine Baustelle gibt.
Die Karawane kroch voran. 15 Minuten vergingen, und wir war schon klar, dass ich nicht mehr pünktlich in Kremmen ankommen würde. Als ich die Baustelle dann erreichte, staunte ich: Da stand zwar eine Baustellenampel – nötig war sie aber gar nicht. Denn die linke Fahrspur war zwar durch Warnbaken beeinträchtigt, aber die standen am Fahrbahnrand. Der Verkehr konnte sich ohne Weiteres begegnen. Und für diesen Mist habe ich nun 15 bis 20 Minuten meines Lebens vergeudet.
Wer so was verantwortet, sollte abgemahnt werden.

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