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Schlange stehen: Heute und damals in der DDR

Eine absolute Premiere, und die Leute schauten ziemlich ungläubig. Durch das halbe Oranienburger Kaufland zog sich am Sonnabendnachmittag eine Schlange mit Einkaufswagen. An der Kosmetikabteilung vorbei fast bis zu den Getränken reichte der Megastau. Ich hatte nur vier Produkte, aber ich befürchtete, den ganzen Nachmittag dort rumstehen zu müssen.
Streik? Besonderer Andrang? Längst nicht alle Kassen waren geöffnet.

Mich erinnerte das an eine Zeit, die 30 Jahre her ist. Denn wenn wir zu DDR-Zeiten in der Kaufhalle (ungefähr dort, wo heute in der Albert-Buchmann-Straße in Oranienburg der Skaterplatz ist) an der Kasse anstanden, dann war das zu Stoßzeiten völlig normal. Wenn es richtig voll war, mussten wir bereits anstehen, um überhaupt einen Einkaufswagen zu bekommen. Als Kind fand ich das sogar ein bisschen aufregend.

Am Sonnabend aber war das einfach nur nervig. Ich beäugte meine vier Produkte und die Schlange, und ich beschloss: Ich verzichte auf den Einkauf. Immerhin ein paar Euro gespart.

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