Tagesarchiv für 5. Mai 2019

RTZapper

24h Europe – The next Generation

Sonntag, den 5. Mai 2019
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SA 04.05.2019 | 6.00 Uhr | arte

24 Stunden Europa. Was für ein Trip. Auf arte war er am Sonnabend möglich – Erlebnisse zwischen Russland und Portugal und zwischen Island und Italien.
Nach den Mammutproduktionen “24h Berlin” im Jahre 2008/09, Ausflügen nach Jerusalem und Bayern, folgte nun der Kontinent, auf dem wir leben. Von 6 bis 6 Uhr lief die 24-stündige Doku “24h Europe”.
Auch im rbb lief die Megaproduktion, im SWR-Fernsehen, bei ARD alpha und zeitweise auch im BR-Fernsehen.

45 Reporterteams waren am 15./16. Juni 2018 in ganz Europa unterwegs und haben 60 Protagonisten getroffen, um ihre Geschichten zu erzählen, um ihren Tag zu begleiten.
Wir waren im Hafen von Rotterdam, wo nach den Schiffen geschaut wurde, die dort ankamen. Wir gingen mit Polizisten in Brüssel Streife. In Nordnorwegen schauten wir zu, wie die Rentiere freigelassen wurden. In Island waren wir bei einem Konzert dabei. In Berlin waren wir mit einer Dragqueen unterwegs. In Oranienburg zog sich ein Camgirl vor ihrer Kamera aus und für ihre Anrufer aus. In Bayern ging es um einen ehemaligen Flüchtling, der nun erfolgreicher Fußballer ist. In Moskau begleiteten wir einen Arzt, der HIV-Patienten betreut. In Bukarest waren wir in einer Notaufnahme. In Lissabon sind wir mit einer Tuktuk-Fahrerin unterwegs gewesen. In Tallinn waren wir in einem Club, in Jönköpping in Schweden bei Zockern, in Finnland mit einem Naturfotografen unterwegs.
Um nur einige der Geschichten zu benennen.
Fast alle Protagonisten sind jünger als 30 Jahre. Wir sehen die nächste Generation. Wir erleben, was sie bewegt und was nicht. Was sie umtreibt, welche Sorgen sie haben, wie sie über ihre Zukunft denken.

arte zeigte die Doku leider nicht am gleichen Tag wie gedreht wurde – dabei wäre auch der 15. Juni ein Sonnabend gewesen. Stattdessen sollte der Film vor der Europawahl laufen – um zeigen, was diesen Kontinent ausmacht.
Eigentlich nicht neu, aber dennoch erstaunlich ist, wie unterschiedlich Europa sein kann. Da gibt es in Italien die Bürgerwehr der Rechten, während gleich die Aktivisten von Seawatch aktiv sind. Da gibt es einerseits den Börsianer in London und die Radiologin in Tschernobyl.
Arm und reich. Partypeople und Arbeitsmenschen. Ärzte und Kulturschaffende. Polizisten und Offiziere.

Europa hat viel zu bieten und ist dabei so unterschiedlich. Dennoch ist es nicht die Aussage dieses Films, dass jeder für sich bleiben muss. Jeder, mit seinen Eigenarten und Unterschieden, gehört in dieses Europa. Der eine mehr, der andere weniger.
“24h Europe” war zwar weniger packend, als die Berlin-Doku 2009, weil Berlin als Stadt natürlich ein dichterer Kosmos ist. Aber auch diese Doku war streckenweise packend und hielt einen bei der Stange. Man wollte diese vielen Leute meist gern begleiten. Mitunter bis in die Nacht hinein. Nicht immer war es erfreulich, was wir zu sehen bekamen, aber eigentlich immer interessant.

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ORA aktuell

Toter an der Oranienburger Kleiderkammer

Sonntag, den 5. Mai 2019

Auf der Rampe der Oranienburger Kleiderkammer ist am Donnerstag ein toter Mann gefunden worden. Das bestätigte die Polizei der Märkischen Allgemeinen.
Es handelt sich um einen 58-Jährigen, der bereits als vermisst gemeldet und gesucht wurde. Ein Pflegedienst fand dessen Wohnung am Dienstag leer auf. Es wird ein Unfall vermutet, an dessen Folgen der Mann gestorben sein könnte.

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RTelenovela

Von Kiel nach Oslo

Sonntag, den 5. Mai 2019
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Das ist praktisch. Der Hauptbahnhof von Kiel liegt direkt am Hafen. Es sind nur wenige Schritte bis zum Norwegenkai. Von dort aus fährt das Schiff nach Oslo.
20 Stunden braucht man mit dem Schiff von Kiel nach Oslo. Und weil das so ist, bewirbt die Reederei die Fahrt als Schnupperkreuzfahrt. Das ist durchaus sinnvoll, denn wenn das Schiff um 14 Uhr in Kiel ablegt, ist es erst am nächsten Tag um 10 Uhr in Oslo. In dieser Zeit muss man die Leute ja irgendwie beschäftigen – und natürlich ihnen auch das Geld aus den Taschen ziehen. Mit gutem Essen, Entertainment, Freizeitaktivitäten. Es ist schon ziemlich toll, was da alles geboten wird. Und am Ende weiß man idealerweise, ob man für eine Kreuzfahrt geeignet ist.

Ich hatte die ganze Zeit die alte Titelmelodie vom “Traumschiff” im Ohr, als wir das Schiff betraten. Ein paar Crewmitglieder standen in der Lobby und beobachteten den Zustrom der Menschen. Es war schon ziemlich feierlich, irgendwie.
Wir liefen durch die Promenade. Die wirkt wie ein kleines Einkaufszentrum in der Stadt. Rechts und links befinden sich lauter Geschäfte und Gaststätten. In der Bar steht ein Countrymusiker, spielt auf seiner Gitarre und singt. Das wirkt ein wenig merkwürdig, weil ja noch keiner da ist, der ihm wirklich zuhört. Aber es macht natürlich Eindruck.
Ein gibt Klamottenläden, einen Laden mit Düften, mit Spielzeug, eine Spielecke, ein italienisches Restaurant und so einiges mehr. Da staunt man, weil man gar nicht mehr denkt, man sei auf einem Schiff. Was natürlich so gewollt ist.

Auf unseren Tickets steht nicht nur die Zimmernummer, sondern auch, mit welchen Fahrstühlen wir dorthin gelangen. Das ist sinnvoll, weil natürlich mit einem Schlag sehr viele Leute aufs Schiff kommen, die konkrete Ziele haben.
Unsere Kabine befindet sich im Innenbereich. Wir haben zwar keinen Blick nach draußen, dafür aber auf die Promenade im Inneren des Schiffes. Auch da gibt es einiges zu sehen.
Die Kabine ist klein, aber völlig in Ordnung. Dadrin könnte ich auch länger reisen. Wir haben ein Doppelstockbett, sogar einen Fernseher und ein kleines, aber geräumiges Bad. Mehr brauchen wir eh nicht.

Ich hatte übrigens das Glück, tolle Freunde zu haben. Für mich war die Reise nämlich ein Geschenk zum Geburtstag. Ein großartiges Geschenk, über das ich sehr gerührt war, als ich es bekam.

Als wir Kiel verlassen, stehen wir natürlich draußen. Das Wetter ist so lala. Das macht es aber in dem Moment nicht weniger aufregend – wenn man denn, wie ich, so was das erste Mal macht. Wir gleiten durch die Kieler Förde, bis wir nahe Laboe die Bucht in Richtung Dänemark verlassen.
Als Smartphone- und Internetjunkie ist dann natürlich die Frage, ob es an Bord ein Netz gibt. Gibt es – aber das ist teuer. Aber bald stellen wir fest, dass wir relativ schnell im dänischen Netz surfen können. In Dänemark schippern wir lange an dortigen Küsten entlang.

Wir erkunden das Schiff. Es hat 15 Etagen, wobei die unteren natürlich für Autos und Lkw reserviert sind. In Etage 5 scheint die Crew zu leben.
In Etage 6 folgt der Duty-Free-Shop, in der man die üblichen Großpackungen Süßigkeiten, Alkohol oder sonstigen Kram kaufen kann. Ob der da besonders preiswert ist, kann ich selten einschätzen. Die Schokolade und die Getränke waren allerdings mitunter sehr viel teurer als daheim. Lustig ist das Geräusch der klappernden Flaschen – verursacht von den Schiffsmotoren, die man ansonsten aber selten bemerkt.
Auch ein Casino gibt es an Bord. Man kann Roulette spielen, und meine Freunde wagen es. Allerdings ist das eher frustrierend, wenn man sieht, wie schnell sich der 20-Euro-Schein in Luft auflöst. Es waren gerade mal drei Spiele, und schon war die Kohle weg. Wenn man auf eine Farbe setzen will, muss man mindestens 10 Euro setzen. Wahnsinn. Meine Freunde nehmen es erstaunlich gelassen. Und irgendwie kribbelt es ein bisschen in den Fingen, auch mal Roulette zu spielen – zumindest bis zu diesem Moment, wo die 20 Euro eins-fix-drei futsch sind.
Dann gibt es noch Blackjack und diverse Automatenspiele. Letztere finde ich aber weniger spannend.

Wer möchte, kann auch ins Fitnessstudio, es gibt einen Saunabereich und ein Schwimmbad. Es scheint auf diesem Schiff nur wenig zu geben, das es nicht gibt. Kostet aber alles extra.
Wir gönnen uns stattdessen ein gutes Essen. Das Restaurant befindet sich im Schiff ganz hinten an einem riesigen Panoramafenster. Wir sehen auf die See, und im Großen Belt fahren wir unter der dortigen Brücke, über die die Europastraße 20 führt.
Die Speisen sind edel. Ich nehme die Ente mit grünem Spargel und einer Art Kartoffelbrei. Durchaus lecker! Kostet um die 30 Euro. Kann man mal machen, wenn auch nicht oft. Wobei natürlich unsere Sitzposition der Knaller ist. Dafür dass es etwas nobler zugeht, wundere ich mich allerdings, dass mir der bestellte Eistee in der Plastikflasche serviert wird. Ansonsten ist dieses Abendbrot aber durchaus besonders.

Inzwischen wird es draußen dunkel. Wir stellen uns noch mal draußen an die Reeling und lassen uns die Luft um die Nase wehen. Könnte ich stundenlang! In der Ferne fährt das eine oder andere Schiff vorbei.

Wir haben noch ein Highlight vor uns. Denn zu einer Kreuzfahrt gehört auch ein Abendprogramm. In der Show “Believer” geht, so habe ich das im Nachhinein gelesen, um die Träume der verschiedenen Leute. Es wird gesungen und getanzt. Musicalhits, Popsongs und einiges mehr. Die Meinungen unter uns vier ist nicht ganz einhellig. Ich fand es absolut in Ordnung. Die Songs waren gut, und ein ganz großes Musical erwarte ich an dieser Stelle auch gar nicht.

Auf dem Schiff wird es danach langsam ruhiger, nur im Pub ist noch viel los. Es ist inzwischen 22 Uhr. So langsam haben wir tatsächlich keinen Handy-Empfang mehr.
Wir lassen den Tag in der Bar ausklingen, wo noch jemand am Klavier spielt. Schöne Atmosphäre! Mein Cocktail-Tipp: der alkoholfreie Pinky.
Es ist etwa Mitternacht, als ich in meinem Bett liege. Das Meer ist ruhig, es herrscht keinerlei Wellengang. Würde es schaukeln, würde ich nicht sehen, warum. Denn wir sehen ja nicht aufs Wasser, sondern auf die Promenade. Aber so gleiten wir eh sehr glatt. Wir schlafen sehr zügig ein…

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