Tagesarchiv für 3. Mai 2019

RTZapper

Brisant: Costa Cordalis

Freitag, den 3. Mai 2019
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DI 30.04.2019 | 17.15 Uhr | Das Erste

Schlimme Welt. Überall Katastrophen. Wer sich im Ersten jeden Nachmittag das Boulevardmagazin “Brisant” reinziehen, könnte meinen, dass die Welt ziemlich schlecht ist. Wird immer schlimmer, sagen manche Leute, und wenn sie öfter “Brisant” einschalten, dann werden sie darin bestätigt.
Am Dienstag gab es einen Beitrag über einen 85-Jährigen, der beim Ausparken mal fix in ein Kaufhaus gerast ist. Und weitere Unfälle.
Wenn da nicht das Logo vom Ersten oben rechts in der Ecke stehen würde, könnte man meinen, man habe sich ins Privatfernsehen verirrt.

Aber zum Glück ist ja nicht alles schlimm. Der Costa Cordalis zum Beispiel, dem geht es jetzt wieder besser, und er kann seinen 75. Geburtstage zu Hause feiern.
Das ist ja wirklich schön, und da können wir angesichts der vielen brisanten Horrormeldungen endlich mal wieder durchatmen.
Glücklicherweise beschäftigt der mdr, der für “Brisant” zuständig ist, auch Promi-Experten. Promi-Experte zu sein, ist ein toller Job. Dann wird man nämlich dazu befragt, wie es denn den Promis geht, was sie so denken, ob das alles gut oder schlecht ist. Nun gut, für viele der Weisheiten bräuchte man keinen Promi-Experten. Aber was hätten wir am Dienstagnachmittag bloß ohne “Brsaint”-Promi-Expertin Susanne Klehn gemacht? Sie berichtete, dass sich Costa Cordalis sehr freue, wieder nach Hause kommen. Und dann sich im Hause Cordalis-Katzenberger auch alle freuen, dass Costa wieder nach Hause komme. Wad für eine Freude!
“Es geht gerade steil bergauf mit seiner Genesung”, weiß die Expertin. “Daniela Katzenberger erzählte mir, dass er zwar sehr viel abgenommen habe, dass aber jetzt sein Appetit wieder zurückgekehrt sei und er gerade mit großem Genuss Schokolade verzehre.” Natürlich erfahren wir auch brisante Neuigkeiten über seinen Geburtstag: “Daniela und ihre Mutter wollen ihm extra einen deutschen Kuchen-Klassiker zubereiten und reisen deshalb heute quer über die Insel, um die Zutaten dafür zu beschaffen.”
Seufz. Das ist ja wirklich schön.

Das ist der Moment, wo man sich dann doch wünscht, dass doch lieber noch ein paar Unfall-Berichte laufen. Diese Bonbon-Promi-Berichte sind einfach zu brisant.

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RTZapper

50 Jahre ZDF-Hitparade

Freitag, den 3. Mai 2019
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SA 27.04.2019 | 20.15 Uhr | ZDF

Die ZDF-Hitparade ist im Januar 50 geworden, und das ZDF hat dann doch nur drei Monate gebraucht, um dieses Jubiläum auch richtig zu feiern. Am Sonnabend lief die große Show zum großen Jubiläum – natürlich immer im Bewusstsein, dass es diese Sendung schon seit Ende 2000 gar nicht mehr gibt.

Thomas Gottschalk führte durch “50 Jahre ZDF-Hitparade”, was insofern ein bisschen lustig ist, dass er eigentlich mit dieser Art Musik gar nicht wirklich was zu tun hatte. Wer ihn kennt, weiß, dass er eher auf die Rocker stand – aber natürlich waren die meisten Gäste der Show damals auch schon bei “Na sowas” und “Wetten, dass…?” zu Gast. Ein gewisse Flapsigkeit, die Thommy da an den Tag legte, war deshalb aber auch durchaus passend.

Der Niedergang der Sendung begann 1990, als mit Uwe Hübner die Show in die völlige Trutschigkeit abglitt. Die Quoten gingen zurück, und 2000 war dann Schluss.
Schaut man sich die alten Sendungen an, dann machte sie verschiedene Epochen durch. In den ersten zehn Jahren begrüßte Dieter Thomas Heck die größten Schlagerstars. Dann kam die Zeit der Neuen Deutschen Welle, die schon die Zuschauerschaft spaltete, die aber aus heutiger Sicht die beste Zeit der Hitparade war. Als Victor Worms 1985 Heck ablöste, hielt auch die englischsprachige Musik Einzug – aber aber, wie er am Sonnabend erzählte, daran lag, dass auch die deutschen Musikproduzenten und Komponisten immer mehr auf Englisch produzierten und der deutschsprachige Markt kaum noch was hergab.
Ab 1990 durfte nur noch Deutsch gesungen werden, aber die Show entwickelte sich zu einem oft schwer erträglichen Schlagermagazin. So konnte die Hitparade nicht überleben.

Aber heutiger Sicht ist es dennoch schade, dass es so was wie die Hitparade nicht mehr gibt. Andererseits ist der deutsche Musikmarkt vermutlich auch schon zu fragmentiert, als dass es Stars gibt, die eine solche Show pushen würden. Es sei denn, auch Popstars könnten sich entschließen, mitzumachen. Eine reine Schlager-Hitparade nach Uwe-Hübner-Art würde auch heute noch nicht funktionieren.
Schade ist übrigens auch, dass die alten Hitparade-Shows nicht mehr laufen. Seit zdf.kultur eingestellt ist, fehlt dafür ein Sendeplatz. Oder entsprechende Rubriken in der Mediathek.

Nichtsdestotrotz war der Sonnabend nostalgisch. Howard Carpendale durfte noch mal singen. Heino ebenfalls, auch Matthias Reim. Und Hildchen, Dieter Thomas Hecks Ehefrau, war auch dabei, um sich zu freuen, dass es diese Show gibt. Dass man sie heulend-kopfschüttelnd groß ins Bild setzt, während an die verstorbenen Hitparade-Stars erinnert wird, war dann aber doch ein bisschen zu viel.

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RT liest

Stefan Kretzschmar / Nils Weber: Hölleluja! Warum Handball der absolute Wahnsinn ist

Freitag, den 3. Mai 2019
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Oranienburg ist eine echte Handball-Hochburg. Der Oranienburger Handballclub (OHC) spielt seit Jahren in der 3. Liga und hat inzwischen auch Aufstiegssambitionen. Warum also Handball der absolute Wahnsinn ist, werden die Oranienburger verstehen.
Stefan Kretzschmar erzählt in seinem Buch „Hölleluja“ was diesen Sport eigentlich ausmacht. Er gewährt den Lesern einen Blick hinter die Kulissen des zweitbeliebtesten Sports der Deutschen. Es geht um die Schönheit des Spiels, aber auch um die Schmerzen. Dass Kretzschmar immer als ein wenig wild und verrückt galt und gilt, macht er natürlich auch in seinem Buch zum Thema.

Dieses Buch ist eine Mischung aus Autobiografie und einer Einschätzung des Handball-Sports und seiner Akteure. Kretzschmar berichtet davon, wie er als Jugendlicher auf die Sportschule wollte – und es auch schaffte. Weil seine Eltern bekannt waren. Für ihn war das Fluch und Segen zugleich. Denn natürlich wurde ihm das Vitamin B immer auf die Stulle geschmiert.
Zwischendurch gibt es aber auch immer wieder Kapitel, in denen er ein wenig von sich abschweift. Dann geht es um die Leistungen der Nationalmannschaft. Oder er zählt auf, wer ihn im Handball am meisten beeindruckt hat. Am Ende wird es noch mal persönlich, als er über seine Eltern und seine Kinder erzählt.

Die Passagen, in denen er vor allem über sich und sein Leben mit dem Sport erzählt, sind die fesselndsten im Buch. Hin und wieder wird es ein wenig zu nerdig. Wenn man kein glühender Handballexperte ist, überfliegt man schon mal den einen oder anderen Absatz. Kretzschmar schafft es aber auf jeden Fall, dem Leser seinen Sport nahe zu bringen.

Stefan Kretzschmar / Nils Weber: Hölleluja! Warum Handball der absolute Wahnsinn ist
Edel, 320 Seiten
7/10

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Sportschau live – Fußball-Bundesliga: Dortmund – Schalke

Freitag, den 3. Mai 2019
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SA 27.04.2019 | 15.10 Uhr | Das Erste

Revierderby am Sonnabendnachmittag, und das live im Free-TV. Der Bundesliga-Spieltag verlief an diesem Wochenende etwas anders als sonst.
Normalerweise läuft das in der Fußball-Bundesliga so: Am Sonnabendnachmittag kommen die auf ihre Kosten, die ein Sky-Abo haben. Oder die Radiohörer, denn die ARD überträgt den Spieltag live auf vielen der regionalen Sender. Die anderen müssen warten bis zur Sportschau, die etwas mehr als eine Stunde nach Abpfiff der Spiele beginnt.

Das Spiel zwischen Dortmund und Schalke aber lief live am Sonnabendnachmittag im Ersten – und weit mehr als fünf Millionen Menschen sahen zu.
Sky gab der ARD dafür eine Sublizenz. Kommentator Steffen Simon war nicht nur im Ersten zu hören, sondern auch bei Sky, wo das Spiel parallel trotzdem auch übertragen worden ist.

Indirekt war dieser Nachmittag auch eine hervorragende PR-Aktion für Sky Sport. Denn wenn mehr als fünf Millionen Menschen plötzlich am Nachmittag live das Spiel schauen, dann bleibt sicherlich auch für Sky etwas hängen. Und die Reklameblöcke nutzen die Pay-TV-Anbieter natürlich auch, um auf sich aufmerksam zu machen.
Deshalb war man bei Sky sicherlich auch nicht ganz uneigennützig, als man der ARD die Rechte für diese Spiel-Übertragung gab.

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ORA aktuell

Volksverhetzung? Rechtsextreme Wahlplakate entfernt

Freitag, den 3. Mai 2019
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Nach Strafanzeigen hat die Polizei am Montag in Oranienburg Wahlplakate der rechtsextremen NPD abgenommen. Wie eine Polizeisprecherin sagte, könnten sie den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen.
Vier Doppelplakate seien entfernt worden.

Auch Plakate der rechtsextremen Partei „Der III. Weg“ sind entfernt worden – zur Beweissicherung, wie es heißt. Sie könnten als volksverhetzend eingestuft werden.

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RTelenovela

Sonntag: Die zweite RT-Zapper-Buchpremiere

Freitag, den 3. Mai 2019
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Heute mal wieder Werbung in eigener Sache. Am Sonntag, 5. Mai 2019, ist Premiere! Ende März ist mein zweites “RT Zapper”-Buch mit den besten Kolumnen von 2016 bis 2018 erschienen. Titel: “Wir sind empört!” Denn immer öfter werden kleine Begebenheiten im Fernsehen zu Skandalen aufgebauscht. Darum – und um den weiteren Fernsehwahnsinn – geht es in diesem Büchlein, das ihr hier kaufen könnt.

Die Premiere beginnt am 5. Mai um 17 Uhr im “Kellerkind” im Oranienwerk in der Kremmener Straße 43 in Oranienburg. Der Eintritt kostet nichts. Ab 16.30 Uhr könnt ihr rein.

Ich werde ausgewählte Texte lesen, ihr könnt, wenn ihr wollt, Fragen stellen. Und natürlich gibt es das Buch auch zu kaufen.

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