Monatsarchiv für Mai 2019

RTelenovela

Ist das noch Aldi?

Mittwoch, den 22. Mai 2019
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Der Aldi-Markt in Oranienburg-Eden ist neu. Und man staunt. Am Dienstag zum Feierabend bin ich auf der Durchreise nach Hause mal dort durchgeschlendert. Und man mag es kaum glauben: Ist das noch Aldi?

Es gibt dort jetzt einen Stand mit Bio-Produkten. Und ein ganzes, langes Weinregal. Und eine Kühltheke mit Salat und geschälter Ananas. Und ein Kühlschrank mit riesigen Fischen. Vorn, neben der Kasse, steht das Tierfutter – nebst großem Schriftzug, auf dem von unseren “Lieblingen” die Rede ist.
Der Markt ist sauber, sieht relativ edel aus.

Ist das noch Aldi? Das Unternehmen scheint von seinem billigen Schmuddel-Image wegzuwollen. Aldi war früher der Discounter, zu dem man schnell mal billig einkaufen gegangen ist. Die Regale sahen ramschig aus, alles ein bisschen runtergekommen.
Das musste man nicht mögen, aber andererseits ist es ja gut, wenn Deutschland eine Einkaufsvielfalt bietet. Die Läden, die gut aussehen und teuer sind. Und die, die vielleicht nicht so gut aussehen, aber nicht ganz so teuer sind.
Jetzt sieht Aldi wie ein Supermarkt aus. Viele Markenprodukte gibt es dort nun auch, vermutlich nicht oder nur ein wenig preiswerter als anderswo.
Vielleicht will man sich neue Zielgruppen erschließen. Ob das funktioniert und ob man vielleicht andere dfamit vergrault – es wird sich zeigen.

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RTelenovela

Radtour (33): Einmal rüber und noch mal rüber

Dienstag, den 21. Mai 2019
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(32) -> 15.2.2017

Manchmal ist man als Radfahrer merkwürdigen Regeln ausgesetzt. In Oranienburg darf man stadtauswärts in der Bernauer Straße freundlicherweise den Radweg in beide Richtungen benutzen. Will man aber zur Schleuse, ist der ausgeschilderte Weg so: Vor der Carl-Gustav-Hempel-Straße muss man als Radler einmal über die Straße, weil dort der beidseitige Radweg endet. Ist man drüben, fährt man geschätzte 20 Meter, um dann wieder über die Straße zu fahren – denn die Schleuse befindet sich auf der anderen Straßenseite – die man ja gerade verlassen musste.
Anstatt also dass man einmal die Hempelstraße quert, muss man die Bernauer Straße, die B273, sogar zweimal queren. Keine Ahnung, wer sich so was ausdenkt.

Immer wieder schön: der Radweg am Oder-Havel-Kanal. Blöderweise scheint man in Richtung Friedrichsthal immer Gegenwind zu haben. Vor der Grabowseebrücke bog ich aber links ab, um durch den Ort zu fahren.
Friedrichsthal ist ein besonders ruhiges Fleckchen – zumal wenn man die Malzer Chaussee entlangradelt. Man hört die Vögel, und im Waldstück rauschen die Bäume. Es ist ganz wunderbar.
Da merkt man auch, wenn man an der Friedrichsthaler Chaussee bis Sachsenhausen fährt, wie laut plötzlich Autos sein können, wenn sie an einem vorbeirauschen.

In Sachsenhausen fahre ich an der Bahnstrecke entlang. In Höhe der Straße An den Russenfichten gibt es eine Stelle, wo man ganz wunderbar an den Gleisen den Bahnverkehr beobachten kann. Dort rauschen die Züge in hohem Tempo vorbei. Wobei mich durchaus wundert, wie schlecht die Stelle gesichert ist. Aber vermutlich ist es einfach zu teuer, Bahngleise abzuschotten.

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RT liest

Verona Pooth / Johanna Völkel: Nimm dir alles, gib viel! Das Verona-Prinzip

Dienstag, den 21. Mai 2019
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Man kann ja über Verona Pooth sagen, was man will: sympathisch ist sie, und dass sie keineswegs das Blödchen ist, für das wir sie in den 90ern gehalten haben, wissen wir ja auch schon lange.
Seit 30 Jahren ist sie in Deutschlands Entertainment-Szene unterwegs – auch schon ein alter Hase. Das Jubiläum nimmt sie zum Anlass, in ihrer Autobiografie zu erzählen, wie sie eigentlich zum Star wurde und was sie alles erlebt hat. Und das ist durchaus spannend.

Alles fing mit einer Musikkarriere an, und das, obwohl Verona Feldbusch, so hieß sie vor ihrer Ehe von Franjo Pooth, nicht singen konnte. Was sie allerdings und natürlich auch selbst wusste. Deshalb ist es auch sehr unterhaltsam, wie sie beschreibt, wie es zu dieser seltsamen Karriere eigentlich gekommen ist. Und dass die Studio-Aufnahmen eine Qual waren. Dass die Studioleute überrascht waren, dass sie als Model gar nicht trällern kann. Erfolgreich war sie damit trotzdem.
Interessant ist auch mal, aus ihrer Sicht zu lesen, wie das damals eigentlich mit Dieter Bohlen war. Die große Liebe, und wie Dieter sich dann als schwierig erwies. Und von Naddel wollen wir da noch gar nicht reden.
Verona gibt spannende Eindrücke – wobei es stellenweise auch die schwierigsten Momente des Buches sind, weil sie da relativ private Details erzählt, von denen man vielleicht gar nicht alles wissen will. Andersrum hatte aber Dieter auch alles haarklein berichtet, und vielleicht blieb Verona da gar nichts anderes übrig.
Später geht es auch um “Peep!”, um die Liebe zu Franjo, Kindererziehung, und dann auch über die Tiefpunkte in Verona Leben.

Zwar hat Verona Pooth mit Johanna Völkel mit Co-Autorin, aber dennoch liest sich das Buch, als würde Verona das alles erzählen. Und das, und natürlich auch inhaltlich, macht es so lesenswert. “Nimm dir alles, gib viel!”, heißt das Buch über das Verona-Prinzip.
Und sie hat sich alles genommen. Sie nahm die Musikkarriere mit, das “Peep!”-Erotikmagazin und viele Werbeverträge. Wenn man davon ausgeht, dass alles so ist, wie beschrieben, dann ist sie tatsächlich eine gute Geschäftsfrau mit einem guten Sinn für richtige Momente. Sie hat ihre Werbespots oft mitgestaltet, war nicht nur die, die sich da hingestellt hat. Sie wusste, auf welche Weise man bekannt werden und auf sich aufmerksam machen kann.
Aber sie gibt auch – vor allem für die Familie. Die ist alles. Es ist bedrückend zu lesen, was alles um die Krankheit ihrer Mutter geschehen ist. Auch auf die Firmenpleite ihres Mannes geht sie ein.
Wer Verona mag, der wird auch dieses Buch mögen. Denn Verona Pooth hat tatsächlich einiges zu erzählen.

Verona Pooth / Johanna Völkel: Nimm dir alles, gib viel! Das Verona-Prinzip
mvg verlag, 272 Seiten
9/10

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RTZapper

Eurovision Song Contest 2019 – Setteles Zugabe

Montag, den 20. Mai 2019
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SA 18.05.2019 | 1.20 Uhr (So.) | ORF1

Nach dem 24. Platz und den null Punkten vom Publikum beim Eurovision Song Contest 2019 herrscht wieder Unruhe in Deutschland. Auch und gerade bei den Verantwortlichen für den ESC. Schon jetzt heißt es: 2020 müsse wieder einiges anders werden.
Da können wir auch gleich mal über das deutsche Rahmenprogramm der Show reden. Das ist nämlich auch eine Katastrophe.

Nach der großen Show und den Nachrichten gab es im ORF1 in Österreich “Setteles Zugabe”. Die Sendung bestand aus vier Leuten – darunter Christoph Grissemann -, und sie unterhielten sich 20 Minuten lang über die gerade gesehene Show. Über ihre Höhe- und Tiefpunkte, es gab noch mal Ausschnitte und eine Schaltung nach Tel Aviv.
Das war interessant, lustig und der Sache angemessen. Nach der großen Show wurde noch mal durchgeatmet und ein Fazit gezogen. Eine Sendung, die gut funktioniert.
Vor dem Song Contest um 20.15 Uhr zeigte ORF1 eine einführende Sendung mit Beiträgen aus Tel Aviv und einer Vorschau auf die Show.

Und in Deutschland? Im Ersten begann nach der Show die “Grand Prix Party”. Ein Titel von gestern, denn vom Grand Prix sprechen die jungen Zuschauer schon lange nicht mehr. Die Sendung begann mit einem Auftritt von Stefanie Heinzmann.
Was diese Show überhaupt soll, ist unklar. Denn an sich ist es vollkommen überflüssig, dass nach der Show noch eine Show läuft. Zumal man ja eigentlich eher das Bedürfnis hat, über das gerade Gesehene zu reden. Stattdessen kommt Live-Musik. Immerhin spricht Moderatorin Barbara Schöneberger noch mit der deutschen Jury, und Schalten nach Tel Aviv gibt es auch.
Aber dennoch: Die Sendung von der Reeperbahn ist altbacken. Es wäre viel sinnvoller vor dem Eurovision Song Contest ab 20.15 Uhr etwas über das Land zu sagen, über die Teilnehmer (wir reden viel zu viel über uns selbst, also Deutschland) und über die beiden Halbfinalshows. Und danach eine kleine Runde, die einordnet – würde völlig reichen.
Aber in der ARD ist man nicht gewillt, etwas zu ändern. Daran, den ESC in Deutschland zu einem Event zu machen. Daran, einen guten Weg zu finden, Künstler zum Event zu schicken. Daran, die Show vernünftig zu kommentieren. Daran, die Show gut zu flankieren. Neue Leute sollten sich dieser Aufgabe annehmen.

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RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (53): Halbe Kraft

Montag, den 20. Mai 2019
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(52) -> 26.10.2018

Es ist gerade mal zwei Tage her, dass ich mein Auto aus der Werkstatt geholt habe und der Motorschaden von Bad Segeberg repariert worden ist.
Ich fahre gerade durch Hohenbruch, und als Motor seltsame Dinge tut. Es wirkt, als ob der Gang rausspringt. Ich schalte einmal, und es läuft wieder, aber kurz danach passiert es wieder, und das Bordsystem gibt einen Laut von sich. Motorleuchte. Sie blinkt.

Ich fluche. Die Reparatur und die ganzen Umstände dieses Motorschadens haben schon genug Nerven gekostet – und nun wieder ein Problem. Ich fluche laut.
Auf dem Radiodisplay steht, dass es ein Problem mit dem Antrieb gebe, ich gemäßigt weiterfahren soll.
Im Gegensatz zur Panne von vor zweieinhalb Wochen spricht mein Auto wenigstens noch mit mir – also fahre ich weiter.

Der Motor ist lauter, wenn ich Gas gebe, klingt das nicht gut. Ich fahre nicht schneller als 60, und so komme ich dann irgendwann in Kremmen an. Ich parke auf dem Marktplatz, ich hoffe, später auch wieder dort wegzukommen.
Nach meinen Erledigungen, springt das Auto wieder an, das Problem ist aber immer noch da. Immer noch blinkt die Motorleuchte, immer noch steht der Hinweis im Display.
Am nächsten Tag ist klar: Eine Zündspule ist kaputt. Zum Glück diesmal nicht das ganz große Desaster.

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KeineWochenShow

#124 – I’m sorry, Ibiza! Zero Points!

Sonntag, den 19. Mai 2019
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Es ist viel los gerade, und wir müssen darüber reden. In KeineWochenShow.
Ein Skandalvideo erschüttert Österreich, und alle rätseln darüber, wer dieses Video eigentlich gemacht hat.
Es war auch wieder die Woche des Eurovision Song Contests, wobei wir bei der Aufzeichnung am Sonnabendmittag natürlich das Ergebnis noch nicht kannten.
Wir sprechen wir Fehler auf den Wahlzetteln in Oranienburg und über die Frage, was denn mit den Briefwählern ist, die schon abgestimmt haben und jetzt vielleicht gar nicht mehr im Lande sind.
Es geht um drei Hennigsdorfer Schulen, die den Titel tragen “Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage”, dann aber bei der U18-Wahl gemeinsam fast 30 Prozent der AfD und NPD geben.

Außerdem geht es um die Thailand-Entschuldigung von Sat.1, um einen Pornos schauenden Lokführer – und einen Konzertausschnitt haben wir diesmal auch wieder. KeineWochenShow #124 gibt es auf Youtube.

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RTZapper

Eurovision Song Contest 2019

Sonntag, den 19. Mai 2019
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SA 18.05.2019 | 21.00 Uhr | Das Erste

“I’m sorry! Zero Points!”
Vermutlich ist das der Fernsehmoment des Jahres 2019. Weil er so verdammt lustig und gleichzeitig so verdammt traurig war. Es war der Moment, in dem klar war, dass wir, Deutschland und die S!sters, vom Eurovisionsfernsehpublikum keinen einzigen Punkt bekommen haben.

Kennt ihr das eigentlich auch? Dass man nach dieser Show immer irgendwie einen Kater hat? Dass so ein bisschen Ernüchterung herrscht? Weil alles schon wieder vorbei ist. Und weil alles irgendwie doch nicht so ablief, wie erhofft.
Der Eurovision Song Contest 2019 in Israel ist Geschichte. 2020 wird der ESC-Zirkus in die Niederlande ziehen, vermutlich nach Amsterdam. Das geht in Ordnung, denn Duncan Laurence hat mit “Arcade” einen schönen Song geliefert, der allerdings auch nicht wirklich im ewigen Gedächtnis hängen bleiben wird. Ein bisschen enttäuschend daran ist nur, dass tatsächlich genau der Song gewonnen hat, der auch vorher schon bei den Wettbüros ganz oben stand.

Ansonsten aber war der 2019er-Jahrgang in Tel Aviv durchaus hochwertig und mit vielen guten Songs bestückt. Allen voran natürlich Australien. Kate Miller-Heidke und ihre zwei Mitsängerinnen standen für “Zero Gravity” auf fünf Meter hohen Stelzen und schwebten so scheinbar über der Erde. Ein ganz großer Moment, der immerhin mit einem 9. Platz belohnt worden ist.
Spanien und Miki liefern mit “La venda” einen Sommerhit. Italien und Mahmood haben mit “Soldi” erneut gezeigt, dass die Italiener Jahr für Jahr tolle Songs zum Contest beisteuern. Spanien wurde nicht belohnt – 22. Platz. Italien aber landete auf Platz 2.
Glückwunsch an Serhat aus San Marino: Er sang “Say na na na” und traf im Gegensatz zum Halbfinale sogar die Töne. Ebenso Victor Crone aus Estland, der seinen Song “Storm” im Halbfinale noch relativ, nun ja, stürmisch sang.
Frankreich und Bilal Hassani zeigten uns in “Roi”, dass jeder von uns ein König ist. Auch und natürlich die, die andersartig sind. Das wirkte allerdings schon recht gewollt und zeigte deshalb nur bedingt Wirkung beim Publikum und den Jurys . nur Platz 14. Da haben sich die Franzosen sicher mehr erhofft.

Und Deutschland? Platz 24. Vorvorletzter. Von den Jurys gab es 32 Punkte, von den Zuschauern gar nichts. Wobei das ja nur heißt, dass es nirgendwo besser lief als Platz 11. Enttäuschend ist das dennoch, denn der Song hatte Power, die Melodie war eingängig, die Mädels hatten eine gute Präsenz. Platz 15 hätte drin sein müssen. Das Schlimmste daran ist jetzt allerdings die Häme der Social-Media-Volkes.

In diesem Jahr gab es übrigens noch einen inoffziellen Platz 27: Madonna. Glückwunsch! Mit großen Bohei wurde der Megastar angekündigt. Lange war unklar, ob sie wirklich auftritt. Es hieß, ein israelischer Geschäftsmann habe die Millionengage gesponsert. Zum 30. Jubläum von “Like a Prayer” sang sie eben jenen Song. Und ein großes Millionenpublikum sah Madonna scheitern. Abgesehen davon, dass die Version seltsam tranig war – Madonna traf fast keinen Ton. Der Auftritt war ein Desaster. Ihren neuen Song sang sie dann (vermutlich) mit Playback. Der klang dann zwar perfekt, war aber lahm. Eine riesige Enttäuschung, dieser Auftritt – und irgendwie vollkommen überflüssig. Es heißt, Madonna habe die Probezeit weit überschritten – rausgekommen ist eine mehr als laue Show.

2020 also in die Niederlande. Wobei man festhalten muss, dass bei den Jurys Schweden vorne lag, beim Publikum Norwegen. Die Niederlande ist ein Kompromiss, mit dem aber gut leben kann.

PS: Wann geht eigentlich Peter Urban endlich in Rente? Seine väterlichen, abgelesenen Kommentare sind selten lustig und wirken altbacken. Wer sich den Eurovision Song Contest im ORF1 in Österreich ansieht, wird sehen, dass das auch anders geht. Andi Knoll kommentiert das Event bissig und informativ. Warum geht das nicht auch im Ersten in Deutschland?

PPS: Wir können uns mit Luca Hännis 4. Platz trösten. Der Schweizer – der ja in Deutschland Gewinner der Castingshow “Deutschland sucht den Superstar” ist, hat einen guten Job gemacht. Und irgendwie gehört er ja auch zu uns…

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