Tagesarchiv für 12. April 2019

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Die Hüterin des Geldes

Freitag, den 12. April 2019
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Brigitte Oehler gibt den Job als Kassenwartin der Kremmener Kirche ab

MAZ Oberhavel, 12.4.2019

Kremmen.
Mit Kassen und mit Geld kennt sie sich aus. Viele Jahre hat sie sich damit beschäftigt. Brigitte Oehler (81) kümmerte sich 26 Jahre lang um die Kasse der evangelischen Kirchengemeinde in Kremmen. Schweren Herzens habe sie nun ihre Tätigkeit aufgegeben, wie sie sagt.

Als sie 1993 anfing, da war sie nur für Kremmen selbst zuständig. „Aber im Laufe der Jahre ist es mehr geworden“, erzählt sie. Sommerfeld und Beetz kamen zum Pfarrsprengel hinzu, später noch Staffelde und Groß-Ziethen. Wenn sie im Büro war, dann war einiges los. „Die Leute bringen Geld oder wollen Geld. ich habe einmal pro Woche eine Sprechstunde gehalten“, erzählt Brigitte Oehler. Die Kirchenmitglieder brachten beispielsweise die Einnahmen aus den Kollekten oder bezahlten ihre Beiträge. Andere holten Geld ab für Blumen auf den Altararen. „Ich habe dann alles verbucht.“

Ursprünglich stammt Brigitte Oehler aus Berlin. Mit ihrer Familie lebte sie in der Nähe vom Kaufhaus des Westens. „Wir haben in der Nähe der Gedächtniskirche die großen Bombenangriffe auf Berlin mitgemacht.“ Sie wurden dort verschüttet. Sie wurden nach Polen evakuiert, später ging es nach Schlesien. Als die Deutschen da rausmussten, waren auch sie Flüchtlinge. 1945 kam die Familie nach Amalienfelde, 1948 erfolgte der Umzug nach Kremmen. Sie wurde Telefonistin beim damaligen Rat des Kreises in Oranienburg, war später für die Buchführung verantwortlich. Als 1985 im Kremmener Rathaus eine Stelle frei war, bewarb sie sich. „Ich wollte nicht mehr jeden Tag fahren.“ Auch in Kremmen war sie dann für die Buchführung zuständig. 1990 ist sie in Rente gegangen.

Ein paar Jahre danach ist sie dann von der Kirchengemeinde und dem damaligen Pfarrer Walter gefragt worden, ob sie sich nicht um die Kasse der Kirche kümmern könnte. Sie sagte zu. „Aber dass das dann so viele Jahre gehen würde, das hätte ich damals nie gedacht“, erzählt sie und lächelt. Sie ist – auch heute noch – auch für die Eintragungen ins Kirchenbuch verantwortlich. Zumindest für alles Handschriftliche. „Trauungen, Sterbefälle, Geburten, Taufen.“ Die Arbeit habe ihr Spaß gemacht. „Ich hatte auch immer eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Pastoren.“
#Seit ihrer Kindheit singt sie in verschiedenen Chören. Früher im Rias-Kinderchor, heute noch in der Kremmener Kantorei. Etwas, was ihr immer sehr viel Freude macht.
Dass sie ihre Aufgabe weitergeben hat, sei ihr schwergefallen, gibt sie zu. Aber die Augen machen ihr Probleme, „und man begreift auch langsamer“, sagt sie. Mit Dietlind Raabe habe sie aber eine gute Nachfolgerin.

Pfarrer Thomas Triebler sagte gestern: „Sie ist so eine ganz treue Seele, die ganz akkurat die Kasse geführt hat – bis auf den letzten Pfennig. Es ist total wichtig, dass es solche Leute gibt. Auf sie konnte ich mich voll verlassen.“ Sie sei ein wichtiger Anlaufpunkt für die Menschen im Büro gewesen.

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Die Anstalt: Fertig machen zur Energiewende

Freitag, den 12. April 2019
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DI 09.04.2019 | 22.15 Uhr | ZDF

Regierungsfernsehen? Irgendwas muss ich da am Dienstagabend verpasst haben. Denn wer im ZDF “Die Anstalt” gesehen hat, kann beim besten Willen nicht davon ausgehen, das ZDF sei Regierungsfernsehen.
Denn die Kabarettshow las den Politikern in Deutschland und der Welt gehörig die Leviten. Und wieder sorgte die Show dafür, dass man als Zuschauer hellhörig wurde – und durchaus wütend darüber, was wir erfahren haben. Oder besser: Was wir eigentlich wissen könnten, aber entweder verdrängt haben oder uns so noch nicht gesagt worden ist.

Die Frage ist, was kann eigentlich für die Umwelt getan werden. Natürlich können wir da alle was tun, und natürlich kann man auf den Jugendlichen rumhacken, weil sie demonstrieren und vielleicht selber nicht immer umweltbewusst sind. Dabei geht es doch erst mal darum, dass die Politik Fakten schafft und Politiker den Arsch in der Hose haben, Entscheidungen zu treffen, die vielleicht unpopulär sind, aber die nächsten Generationen ein besseres Leben schenken. Und eventuell der Wirtschaft weh tun.
Entscheidend für die Einhaltung den 1,5-Grad-Ziels sei es, die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark zu reduzieren. Und da sind Entscheidungen nötig. Denn 2015 schon haben wir wohl die 1-Grad-Marke schon erreicht.

“Die Anstalt” zeigte am Dienstagabend auf, wie groß der Einfluss der Wirtschaft ist und wie sich Politiker eher nach der Wirtschaft richten. So ging es auch um den Braunkohleausstieg.
Es heißt immer, man könne so schnell nicht raus aus der Kohleproduktion. Wegen der Wirtschaft. Wegen der Arbeitsplätze. Dass aber die großen Stromunternehmen unfassbar viel Geld dafür bekommen, wenn man die Kohlekraftwerke abschaltet, weiß kaum jemand. Dass sie die Kraftwerke extra länger laufen lassen als mal geplant, damit sie das Geld abgreifen können, auch. Dass in zehn Jahren nur noch 6000 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen sind – wegen der Rente – und nicht mehr im mittleren fünfstelligen Bereich, wird auch gern verschwiegen.
Das macht so unfassbar wütend, wenn man hört, wie Politiker agieren und wie nicht. Wie sie könnten, wenn sie nur wollten. Aber stattdessen geht es um viel Geld für die Wirtschaft.

Da muss erst wieder eine Kabarettshow kommen, um Zusammenhänge zu erklären. Da Schlimme ist nur, dass es vermutlich nur wenig ändern wird. Andererseits wird man noch mehr Verständnis für die Jugendlichen haben, die freitags auf die Straße gehen.

-> Die Sendung in der ZDF-Mediathek (bis 16.4.2020)

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ORA aktuell

Bombenverdacht: Nun auch Oranienburger Havel gesperrt

Freitag, den 12. April 2019
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Im Schiffsverkehr gibt es in Oranienburg nun eine weitere Sperrung. Die Havel ist ab Freitagmittag zwischen dem Altarm und der Innsbrucker Straße nicht mehr befahrbar.
Grund sind zwei Bombenverdachte auf einem Gelände an der Lehnitzstraße. Es wird vermutet, dass es sich um zwei scharfe 250-Kilogramm-Bomben handelt. Die Blindgänger müssen aufwendig freigelegt werden. Am 12. Juni soll feststehen, ob es Bomben sind.

Wegen eines Bombenverdachts ist bereits der Oder-Havel-Kanal südlich des Lehnitzsees gesperrt.

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