Tagesarchiv für 7. April 2019

RTZapper

Leaving Neverland

Sonntag, den 7. April 2019
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SA 06.04.2019 | 20.15 Uhr | ProSieben

Sagen Sie die Wahrheit?
Ist alles Lüge?
Will man nur den Ruhm vom King of Pop zerstören?

Die Vorwürfe sind nicht neu. Es gibt sie schon lange. Dass mit Michael Jackson irgendwas nicht stimmte, wussten wir schon länger. Dass er merkwürdige Beziehungen zu Kindern pflegte, war bekannt. Ob mehr dahintersteckte, blieb immer im Dunkeln. Aber gemunkelt wurde schon lange. Auch wenn ein Gerichtsprozess zugunsten von Jackson ausging.
Nun aber gibt eine Doku, 236 Minuten lang. Darin erzählen zwei Männer davon, was Michael Jackson (angeblich) mit ihnen gemacht hat. “Leaving Neverland” sorgt für Aufsehen.
Am Sonnabend lief der Film auf ProSieben.
Ein Film, der erschüttert.

James Safechuck, jetzt 40 Jahre alt, und Wade Robson, inzwischen 37, erzählen in dieser Doku, wie sie Jackson kennengelernt haben. Es war Liebe, sagen sie. Und im Grunde lieben sie ihn heute noch. Michael gab sich als Freund, und diese Freundschaft wurde immer enger. Bis zum Sex, wie die Männer sagen. Sie schildern, was er mit ihnen gemacht hat. Und wie er dafür sorgte, dass nichts ans Licht kommen sollte.
Der Film erzählt aber auch davon, wie auch die Mütter der Jungen hineingezogen – oder eher: hineingesogen wurden. Man fragt sich ja, wie es sein kann, dass sie das alles zuließen. Dass sie es zuließen, dass ihre Jungs zu Michael durften. Dass sie stundenlang telefonierten.
Aber dieser Michael Jackson war eben nicht irgendwer, sondern ein großer Star. Und natürlich ging man davon aus, dass auch die Jungs was davon haben würden.
Die Doku erzählt aber auch, warum die Männer später geschwiegen haben, warum sie Falschaussagen machten.

Stundenlang müssen wir diese intimen Details hören. Und, ja, wir müssen. Es ist richtig, wir wissen nicht, was im Detail alles stimmt und was eventuell nicht. Dass die Männer vielleicht etwas zu ihren Gunsten ausschmücken, kann auch sein. Aber kann es sein, dass die ganze Story eine Lüge ist? Das zumindest versuchen Michael-Jackson-Fans den anderen weiszumachen.
Es ist jedoch kaum zu glauben, dass man sich das alles so ausdenkt. Dass dem Regisseur inzwischen Fehler nachgewiesen worden sind, sei dahingestellt – aber dass es den kompletten Film in Frage stellt, erscheint übertrieben.

Es ist wichtig, Opfern eine Stimme zu geben. Dass ProSieben dafür am Sonnabend vier Stunden lang die Primetime frei räumt (in vier Stunden nur drei kurze Werbeblöcke, den ersten nach 103 Minuten), ist bemerkenswert und gut. Auch wenn natürlich Quoten auch eine Rolle spielen.
Wir Zuschauer müssen jetzt selbst überlegen: Glauben wir den Männern? Und vor allem: Was macht das mit unserem Andenken an Michael Jackson? Können wir noch ohne Ekel seine Songs hören? Auf die Fragen werden wir irgendwann Antworten finden (müssen).

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KeineWochenShow

#118 – Herr Grindel, wo ist die Friedenstaube?

Sonntag, den 7. April 2019
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Das war ja wieder eine aufregende Woche! Reinhard Grindel tritt als Chef des DFB zurück, und die Goldene Kamera gibt sich voll umweltbewusst – außer wenn es um den Sponsor dieser Sause geht.
Wir wundern uns über die SPD, die der Meinung ist, dass die Bundeswehr nicht in der Schule für sich werben darf. Und über die Bahn, die nach einem Zugunfall in Birkenwerder offenbar keinen Ersatzzug auf die Strecke bringen kann.

Da kann man doch nur die “Kleine weiße Friedenstaube” besingen. Denn Frieden wollen wir doch alle! Das und mehr in KeineWochenShow #118 auf Youtube.

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RTZapper

Aus für “radioZWEI – Wosch denkt, Gotti lenkt”

Sonntag, den 7. April 2019
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FR 05.04.2019 | radioeins

Das Ende kommt plötzlich. Am Freitagnachmittag fiel bei radioeins die nachmittägliche Comedyshow “radioZWEI” aus. Wohl für immer.
Wie radioeins erst kurz vor dem eigentlichen Sendetermin bekannt gab, ist Martin “Gotti” Gottschild ausgestiegen. Man wolle nun für Tommy Wosch einen neuen Co-Moderator suchen und die Sendung mit modifiziertem Konzept wieder an den Start bringen. Für Gotti wolle man schauen, was man in Zukunft mit ihm machen könne. Auch hieß es, dass radioeins das Aus bedauere. Gottschild habe “aus wohlüberlegten Gründen” seine Mitarbeit an “radioZWEI” beendet.

Schon in der Vorwoche gab es nur ein altes Best of von 2017. Die letzte reguläre Sendung lief am 22. März – und da knallte es ordentlich.
Zwischen Wosch und einem Anrufer entbrannte die Frage, ob wir den Wandel der Sprache mitmachen müssen. Der Anrufer sagte, dass es doch kein Problem sein könne, weiter “Negerkuss” zu sagen. Wosch trat dem entschieden entgegen, sagte sinngemäß, dass sich die Menschen weiterentwickeln und sich damit auch die Sprache entwickele. “Negerkuss” gehe heute gar nicht mehr, und wer das nicht einsehen wolle, weil es irgendwie zu anstrengend sei oder wenn die Person nicht verstehe, was am “Neger” falsch sei, sei durchaus ein Rassist.
Gotti hielt dagegen, was aber vielleicht auch mit einem gewissen Harmoniebedürfnis zu tun hatte. Für Wosch war das unverständlich, und es begann ein durchaus ernster Streit. Wosch war sauer, Gotti mindestens irritiert.

Nun kann man darüber streiten, wie sinnvoll es ist, den Kollegen on Air dermaßen abzuwatschen. Aber inhaltlich hatte Tommy Wosch definitiv recht. Deshalb war diese eigentlich oft so lustige Sendung in diesem Moment sehr spannend. Wosch bezog Haltung und rückte davon auch nicht ab.
Wosch hat Recht. Es bricht sich keiner ein Zacken aus der Krone, heute nicht mehr “Negerkuss”, sondern “Schokokuss” zu sagen. Oder was auch immer. Und wenn es eventuell einen vernünftigen neuen Namen für das “Zigeunerschnitzel” gibt, warum soll man ihn nicht verwenden? Es ist ignorant, nur deshalb auf alte und nicht mehr statthafte Begriffe zu bestehen, weil man zu faul ist, sich umzugewöhnen.

Ob dieser Zoff nun zum Aus geführt hat, ist offiziell nicht bekannt, denn weder Wosch noch Gottschild haben sich dazu geäußert. So oder so ist es extrem schade um diese kurzweilig-außergewöhnliche Radiosendung.

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