Tagesarchiv für 27. März 2019

RT im Kino

Trautmann

Mittwoch, den 27. März 2019
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Trautmann war ein Held – in England. Der Fußball-Torwart stammt aus Deutschland, war nach dem Zweiten Weltkrieg allerdings in England ein großer Star. Ihm ist dieser Film gewidmet.

Krieg. Bernd Trautmann (David Kross) ist Soldat, und er erlebt die Hölle. Schließlich kommt er in ein englisches Kriegsgefangenenlager. Als er dort eines Tages mit seinen Kameraden Fußball spielt und er im Tor jeden Ball hält, wird Jack Friar (John Henshaw) auf ihn aufmerksam. Er ist Lebensmittelhändler und trainiert die örtliche Fußballmannschaft. Er lässt Trautmann ins Tor, und die Mannschaft feiert sofort Erfolge. Die anfängliche Skepsis, dass er als Deutscher und damit irgendwie auch ein Nazi ist, verfliegt bald.
Nach Auflösung des Lagers bleibt Trautmann in England. Er hat ein Angebot von Manchester City.
Friars Tochter Margaret (Freya Mavor) will erst mit dem Deutschen nichts zu tun haben – aber die Liebe siegt. Die beiden heiraten und gehen nach Manchester. Dort stößt Bert, wie er sich nun nennt, zunächst auf den blanken Hass. Ein Deutscher? Den will man da nicht.

An sich ist “Trautmann” ein sehr packender, unterhaltsamer Film. Wir sehen das Grauen und erfahren, wie Trautmann sich durch diverse Glücksfälle in England etablieren kann. Er erlebt schwere Rückfälle und muss einiges durchmachen – bis hin zu einem Genickbruch während eines wichtigen Fußballspiels.
David Kross spielt Trautmann als zurückhaltenden, freundlichen, jungen Mann, der aber immer wieder betont, dass er ja im Krieg keine andere Wahl gehabt habe, als in der Armee zu kämpfen.
Ist der Film zu Ende, bleibt ein sehr guter Eindruck.
Dann aber wirft “Trautmann” doch Fragen auf. Denn seine wahre Biografie schon schon noch ein bisschen anders aus. Einige Wendungen und Schicksalsschläge hat sich Marcus H. Rosenmüller für seinen Film ausgedacht. Auch bleibt im Film völlig offen, wie das denn nun wirklich war mit seiner Rekrutierung. Auch, ob er gar keine Verwandten in Deutschland hat, sie spielen keine Rolle. Wie Trautmann das Dilemma überstand, dass man ihn anfangs in Manchester nicht haben wollte, wirkt auch ein bisschen simpel.
Eine Herausforderung war sicherlich auch die Synchronisation. Denn anfangs geht es auch darum, dass Trautmann kaum Englisch spricht und es eine Sprachbarriere zwischen ihm und Friar gibt. In der deutschen Version sprechen beide Deutsch, und die sprachliche Barriere wirkt deshalb ein wenig merkwürdig, weil sie in der Synchro wirkt, als wolle Trautmann nicht mit Friar sprechen, weil er “bockig” ist.
Aber selbst mit diesen Schwächen bleibt am Ende doch der Eindruck eines packenden, sehr emotionalen Films. Deshalb ist “Trautmann” unbedingt sehenswert.

Trautmann
D 2018, Regie: Marcus H. Rosenmüller
Fox, 120 Minuten, ab 12
8/10

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RTZapper

Goodbye Deutschland! Die Auswanderer: Laura und der Wendler

Mittwoch, den 27. März 2019
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MO 25.03.2019 | 20.15 Uhr | VOX

Eigentlich wollten sie das Ganze ja privat halten, damit gar nicht in die Öffentlichkeit gehen. Aber irgendwie müssen sie dann doch anders entschieden haben, denn plötzlich war ständig ein Team von VOX um sie herum und hat alles gefilmt. Jedes, ähm, ganz spontane Gespräch. Jede, hüstel, sehr spontane Umarmung.

Der Wendler hat eine Neue. Wie gesagt, eigentlich wollte er das privat halten, erzählte er, aber irgendwer hat halt die öffentlichen Fotos auf Instagram bemerkt, die er für seine Fans gepostet hat.
Am Montagabend ging es bei “Goodbye Deutschland” um Auswanderin Laura. Sie ist 18 und hat einen neuen Freund. Er heißt Michael Wendler (46) und ist ein Promi.
Es ist Liebe.
Deswegen nimmt man es als 18-Jährige auch hin, dass ein VOX-Team mit im Kinderzimmer in Tangermünde steht, während sie mit dem Wendler über Facetime plaudert und danach ein bisschen traurig ist, weil sie ihn nun schon fünf Wochen nicht mehr ge… sehen hat. Es ist ihr sicherlich auch schwergefallen mit ihren beiden Freundinnen und dem VOX-Team über den Alex in Berlin zu schlendern.

Laura darf den Wendler dann in the ju-es-ay besuchen. Der wohnt allerdings noch mit seiner Ex zusammen, aber freundlicherweise räumt sie das Anwesen und ihre in ein Gästezimmer, das sich glücklicherweise auch auf dem Wendler-Anwesen befindet. Wirklich freundlich von ihr.
Und während der Wendler endlich wieder seine Laura in den Arm nehmen darf und ihr mit der Hand den Hintern kneten und seine Finger über die… Will man das eigentlich alles sehen?

Und was läuft da überhaupt falsch? Michael Wendler ist gerade mal ein paar Tage mit dem Mädchen zusammen, und sofort muss das Fernsehen kommen und eine Dokusoap über das aufregende Liebesleben (gähn) der beiden drehen. Und so sehen wir das traute Paar, wie es am Strand sitzt und sind dabei, als der Wendler sie fragt, ob sie wirklich die Schule abbrechen will. Ist doch so wichtig, die Schule.
Wobei natürlich – und das muss man wissen – in der Schule selten Kameras dabei sind, um das interessante Leben einer 18-Jährigen abzufilmen. Da kuschelt man doch lieber mit dem Promi in the Ju-es-ay und dreht ein paar uninteressante Dokusoaps. Nächste Station: Dschungelcamp?

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