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Spielplatzbau: Mütter vermissen Angebote für kleine Kinder

Auf dem Marwitzer Dorfanger werden derzeit neue Geräte aufstellt – auf der Wunschliste stehen aber auch eine Wippe, Rutsche und ein Buddelkasten

MAZ Oranienburg, 13.3.2019

Marwitz.
Das kann sich durchaus sehen lassen. Auf dem Marwitzer Dorfanger entsteht derzeit ein vollkommen neuer Spielplatz. Dort werden Balancespiele möglich sein, es gibt einen Kletterturm und noch einiges mehr.

Christine Noack und Nicole Friedbauer schauten sich gestern Vormittag die Bauarbeiten und die neuen Spielgeräte an. Beide haben Bays dabei, beide haben aber auch schon Kinder im Alter von etwa drei Jahren. „Der Spielplatz wird super“, sagt Christine Noack. „Er ist schön gelegen, im Sommer ist es schattig, und er ist dicht an der Kita.“ Da gibt es jedoch ein großes Aber. „Das Problem ist, er deckt nicht alle Altersklassen ab.“ Kinder bis zwölf Jahren werden die Fläche und die Geräte nutzen können, so steht es auf einem Schild. Die beiden Marwitzerinnen fragen sich allerdings: Was ist mit den noch kleinen Kindern? „Für die ist das hier eher ungeeignet“, findet Nicole Friedbauer.
Aus Sicht der beiden Mütter fehlen auf dem neuen Spielplatz eine Schaukel oder eine Wippe, auch gibt es keine Rutsche und keinen Buddelkasten. An einem der Balance-Geräte seien die Geländer zum Festhalten zu hoch für kleine Kinder. Am Kletterhaus befinden sich seitlich Seile zum Hochziehen und Festhalten, auch die seien für kleinere Kinder ungeeignet, so die Mütter. „Außerdem wäre eine Umzäunung gut, immerhin haben wir eine 50er-Strecke nebenan“, sagt Christine Noack.
Für Kritik sorgen bei den Marwitzerinnen auch die Sitzgelegenheiten auf dem Areal. Dabei handelt es sich um graue Betonblöcke. „Zum Sitzen sind die nicht so schön, da holt man sich schnell eine Blasenentzündung.“ Außerdem befürchten sie, dass sich fallende Kinder dort verletzten könnten.

Oberkrämers Bauamtsleiter Dirk Eger erklärte gestern Nachmittag, dass dem Bau des Marwitzer Spielplatzes ein aufwendiges Verfahren vor­anging. Im Ortsbeirat des Dorfes sei das Thema ausgiebig besprochen worden. „Dort ging es zum Beispiel darum, unter welches Motiv man den Spielplatz stellen kann.“ Auch an der Planung der Spielgeräte habe sich der Ortsbeirat aktiv beteiligt. „Mehr als ein Jahr vorher stand die Haushaltsplanung, es war klar, dass dort investiert wird“, so Dirk Eger weiter. Die Sitzungen des Ortsbeirates sind immer öffentlich. Der Bauamtsleiter bedauert, dass sich niemand an diesen Planungen in diesem Gremium beteiligt habe. Das sei ohne Weiteres möglich gewesen. Die Gemeinde Oberkrämer gibt etwa 150 000 Euro für den Spielplatz aus. Voraussichtlich im April wird eröffnet. „Wenn alles fertig ist, wollen wir noch etwa vier Wochen warten, bis alles begrünt ist“, so Dirk Eger weiter.
Was die Spielgeräte angeht, ist aber noch nicht aller Tage Abend. „Wenn sich Änderungswünsche ergeben, bin ich gesprächsbereit.“ Es sei noch genügend Platz auf der Fläche für eventuelle Ergänzungen. „Das ist an sich gar kein Problem, ich bin da relativ offen.“ Wenn es im April zur Spielplatzeröffnung komme und alle wichtigen Leute vor Ort seien und die Kinder alles ausprobieren, könne man auch direkt am Platz ins Gespräch kommen.

Es ist der einzige Spielplatz in Marwitz. Christine Noack und Nicole Friedbauer ist das zu wenig, gerade in Hinblick auf die neue große Siedlung in der Marwitzer Heide. „Da hätte man auch einen Spielplatz integrieren müssen“, findet Nicole Friedbauer. Das Argument, dass ja jeder Garten einen Buddelkasten habe, zähle nicht. Es gehe dabei auch um soziale Treffpunkte für Kinder und Eltern.

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