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Zur Kommunalwahl ist Schluss

Detlef Reckin ist Kremmener Stadtverordnetenvorsteher – im Mai zieht er sich aus der Politik zurück

MAZ Oranienburg, 12.3.2019

Kremmen.
Stichtag: 23. Mai. An diesem Abend leitet Detlef Reckin (SPD) in Kremmen seine letzte Stadtverordnetenversammlung (SVV). Er tritt zur Kommunalwahl drei Tage später nicht mehr an. Er macht Schluss mit der Politik. Seit ungefähr einem halben Jahr stehe sein Beschluss fest, erzählte er gestern. „Ich finde, es ist Zeit, dass die jungen Menschen jetzt die Verantwortung übernehmen“, sagt er. „Und wenn man das will, wird es eben auch Zeit, dass sich ein paar Ältere zurückziehen.“ Man könne auch helfen, ohne weiter in der ersten Reihe zu stehen, so der 64-Jährige weiter.

Schon im Nachwendejahr 1990 wurde er Mitglied des Kremmener Stadtparlamentes. Er gehörte zu den Gründungsleuten des SPD-Ortsvereins in der Stadt. 1994 zog er sich erst mal zurück und kam 2008 in die Stadtpolitik zurück. Seitdem ist er auch der Vorsitzende der Runde im Rathaus.

„Es gibt zwischendurch immer mal Querelen in der SVV, da ist es wichtig, die einzelnen Gruppen zusammenzuhalten und die Querelen möglichst im Vorfeld zu lösen“, sagt er über seinen Stil als Vorsitzender. „Eigentlich wollen ja alle dasselbe, aber jeder beansprucht die Ideen für sich.“ Ihm selbst gehe es dabei weniger um Parteien, sondern um die Menschen. „Es gibt fantastische Menschen wie Rainer Tietz, der sich einsetzt. Da kann ich doch nicht sagen, das ist ein Linker, das geht nicht.“
Als Vorsitzender des Parlamentes moderiert er, und er wolle dabei neutral bleiben. Manchmal müsse er sich da ein wenig beherrschen. „Es gab Momente, da hätte ich gerne losgeledert“, sagt er und lächelt.

Entscheidungen würden selten in der SVV getroffen, so Detlef Reckin. „Das passiert eher in den Ausschüssen oder in den Ortsbeiräten. Die sind alle öffentlich, und jeder, der sich einbringen möchte, hat dort die Möglichkeit, sich einzumischen. Da kann man die Bürger wirklich einbinden. Aber das passiert für mich noch viel zu wenig.“ Zur SVV zu kommen und dann rumzumeckern, da sei es eigentlich oft schon zu spät, sagt der Kremmener. Er ermuntert die Bürger immer wieder, sich an die Ausschüsse zu wenden oder an die Abgeordneten, die sie bei der Kommunalwahl gewählt haben.

Seit dem 1. Mai 2018 ist Detlef Reckin offiziell Rentner. Einen kleinen Job hat er noch auf dem Spargelhof und repräsentiert Kremmen auf Messen. Auch mit der Erntekönigin ist er auf diversen Veranstaltungen unterwegs – aber auch diese Arbeit endet in diesem Jahr. Dann will er ein neues Kapitel in seinem Leben aufschlagen.
Mit seiner Frau Heiderose will er dann mit dem Wohnmobil auf Reisen gehen. „Wir sind schon dabei, Touren zu planen.“ Schweden, Dänemark, Norwegen, die französische Küste und Südspanien – aber auch Kurztrips durch Deutschland. Auch für die Enkel bleibt dann mehr Zeit. „Wenn andere erzählen, dass sie in ein Loch gefallen sind, dann kann ich das nicht bestätigen“, sagt der künftige Ruheständler. „Alles private ist bei uns bisher immer zu kurz gekommen, das ändert sich dann.“

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